Deutsche Bank Aktie
WKN: 514000 / ISIN: DE0005140008
08.06.2011 17:41:56
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ROUNDUP/Zeugen: Breuer-Interview zu Kirch war nicht abgesprochen
Das Interview ist ein zentraler Teil des Milliarden-Dramas um die Kirch-Pleite. Einen Tag nach der Ausstrahlung am 4. Februar 2002 berichtete die "Financial Times Deutschland" in großer Aufmachung über das Interview, in dem Breuer die Kreditwürdigkeit Kirchs in Zweifel zog - unter der Überschrift "Deutsche Bank (Deutsche Bank) stellt Leo Kirch bloß". Anschließend war eine heftige öffentliche Debatte über die Zukunft des bereits schwer angeschlagene Medienimperiums entbrannt. Kirchs Firmengeflecht war Wochen danach zusammengebrochen.
Kirch macht vor allem wegen dieses Interviews Breuer und die Deutsche Bank für den Untergang seines Lebenswerkes verantwortlich. Die Kirch-Seite vermutet, dass die Bank Kirch in die Enge treiben wollte, um anschließend am Umbau und der möglichen Zerschlagung des Unternehmens zu verdienen. Das Gespräch könne Teil eines Plans gewesen und die Fragen nach Kirch vorher vereinbart worden sein.
Minutiös geht das Gericht mit den Zeugen das Interview durch, alles interessiert die Richter: Wo standen Sessel, wie standen Lampen, wer war im Raum? Um jede Formulierung im Protokoll der Sitzung wird lange gerungen. Auch der damalige Vizechef der Presseabteilung der Deutschen Bank, Detlev Rahmsdorf, sagte, Fragen zu Kirch seien nicht abgesprochen gewesen. "Ich war sehr überrascht, als das Thema während des Interviews angesprochen wurde."
Er habe nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet am Rande des Weltwirtschaftsforums in New York die Lage Kirchs ein Thema werden könnte. Auch der damalige stellvertretende Büroleiter von Bloomberg TV in Frankfurt, Andreas Scholz, sagte, das Thema Kirch habe in den Vorbesprechungen mit der Deutschen Bank keine Rolle gespielt. Scholz hatte in den Wochen vor dem Gespräch mit der Bank die Themen des Gesprächs abgesteckt, ohne aber konkrete Fragen vorzulegen.
Auch nach der Ausstrahlung habe man dem Kirch-Thema keine größere Bedeutung beigemessen. Erst die große Berichterstattung am Tag nach der Sendung habe die Lage geändert. Sowohl Storfner, als auch Scholz sagte, sie hätten die Brisanz der Äußerungen Breuers zunächst nicht erkannt. "Das muss ich selbstkritisch einräumen", sagte Scholz. Auch Rahmsdorf sagte, er sei zwar von den Fragen überrascht worden, hatte die Antworten aber für zutreffend und nicht dramatisch gefunden.
Breuer hatte die Äußerungen zum Thema Kirch in dem Verfahren zuletzt als "Unfall" bezeichnet und beteuert, dass er diese Aussagen heute nicht noch einmal so machen würde./sbr/DP/tw

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