01.08.2014 16:48:31
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UPDATE: Produktionsvorstand Michael Macht verlässt Volkswagen
-- Produktionsvorstand Michael Macht legt Vorstandsmandat sofort nieder
-- VW-Aufsichtsrat und Vorstandsmanager vereinbaren Trennung "einvernehmlich"
-- Komissarischer Nachfolger ist Thomas Ulbrich
-- Konzernchef Winterkorn hatte zuvor Verbesserungen unter anderem in der Produktion angemahnt
(NEU: Mehr Details und Hintergründe)
Von Hendrik Varnholt
Der Volkswagen-Konzern trennt sich von seinem Produktionsvorstand Michael Macht. Macht lege sein Mandat mit Wirkung zum heutigen Freitag nieder, teilte Volkswagen mit. Darauf hätten sich der VW-Aufsichtsrat und der Manager "einvernehmlich verständigt". Bis zur Berufung eines Nachfolgers werde Thomas Ulbrich, bislang Produktionsvorstand für die Marke Volkswagen, die Aufgaben Machts übernehmen, teilte Europas größter Autohersteller weiter mit.
Zu den Gründen für das Ausscheiden von Macht gab sich Volkswagen verschlossen. Ein Sprecher machte auch auf Nachfrage keine entsprechenden Angaben. Schon Mitte Juli hatte Konzernchef Martin Winterkorn in einer internen E-Mail an Führungskräfte aber Veränderungen auch in den Produktionsstätten gefordert.
"Müssen wirklich Monate vergehen, bis neue Modelle in perfekter Präzision vom Band laufen?", heißt es in der E-Mail, die das Wall Street Journal Deutschland einsehen konnte, unter anderem. Zudem sei "die volle Verfügbarkeit" neuer Anlagen "häufig erst mit Verspätung gewährleistet". "Auch mit Blick auf unsere Wettbewerber sage ich: Lasst uns die bestehenden Standards kritisch hinterfragen", zitierte Volkswagen in dem Schreiben Vorstandschef Winterkorn.
Medien haben in den vergangenen Wochen zudem von akuten Schwierigkeiten in der Volkswagen-Produktion berichtet. Nach den Berichten, die ein Konzernsprecher nicht kommentierte, hat der Hersteller jüngst mehrfach die Produktion des Golf unterbrechen müssen.
Die siebte Ausgabe des Golf ist eines der ersten Modelle, das auf dem sogenannten Modularen Querbaukasten (MQB) Volkswagens basiert. Die Plattform soll künftig in Modellen verschiedener Konzernmarken zum Einsatz kommen und so die Produktionskosten erheblich senken. Das Baukastensystem gilt als wichtiges Projekt Winterkorns. Laut der E-Mail an Konzernmanager sagte der Vorstandschef Mitte Juli: "Wir alle sind dafür verantwortlich, weiterhin die gesetzten Ziele beim MQB zu erreichen."
Vor allem die Marke Volkswagen soll ihre Kosten auch dank der konzernweiten Plattform erheblich senken. Erklärtes Ziel Winterkorns ist es, die operative Marge der Kernmarke auf mindestens 6 Prozent zu steigern. In der ersten Hälfte dieses Jahres allerdings hat sich die Gewinnspanne abermals verschlechtert: von 3,0 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 2,1 Prozent.
Den Querbaukasten wird künftig ein neuer Produktionsvorstand auf die Fließbänder in den Volkswagen-Produktionsstätten bringen. Konzernchef Winterkorn lobte Macht am Tag von dessen Abberufung gleichwohl als Vorstand, der das "Produktionssystem weiterentwickelt" habe. "Wir danken ihm für seine Leistung", zitierte Volkswagen den Unternehmenschef in einer am Freitagnachmittag versandten Mitteilung. Macht selbst sagte den Angaben zufolge: "Der Volkswagen-Konzern mit seinen Mitarbeitern ist ein einzigartiges Unternehmen, dem ich viel verdanke."
Macht war seit dem Jahr 2010 Konzernvorstand für das Produktionsressort. Zuvor war er rund ein Jahr lang Vorstandschef der Porsche AG, bei der der heute 53 Jahre alte Ingenieur seine Tätigkeit im Jahr 1990 begonnen hatte.
Kontakt zum Autor: hendrik.varnholt@wsj.com
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August 01, 2014 10:19 ET (14:19 GMT)
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