Ethereum - US-Dollar
| Nach Rücksetzer |
21.09.2026 13:06:00
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Bitcoin, Ethereum & Co. im Aufwind: Wendepunkt oder nur eine Verschnaufpause?
- Kryptomarkt zieht auf breiter Front an
- Regulatorische Weichenstellungen sorgen für neue Fantasie
- Charttechnik lässt bei Bitcoin auf überwundenen Bärenmarkt hoffen
Der Bitcoin hat sich am Wochenende über die Marke von 81.000 US-Dollar zurück gekämpft und sich damit binnen weniger Handelstage deutlich von der Schwäche rund um die jüngste Leitzinserhöhung der US-Notenbank in der vergangenen Woche erholt. Am Montag kostet ein Bitcoin laut "CoinMarketCap" sogar noch deutlich mehr: rund 84.773,64 US-Dollar und damit rund 5,25 Prozent mehr als noch vor 24 Stunden.
Parallel dazu legen auch Altcoins kräftig zu: Ethereum gewann beispielsweise in den letzten 24 Stunden rund 5,77 Prozent auf 2.718,31 US-Dollar, während das Ripple-Token XRP bei 1,49 US-Dollar um 8,49 Prozent höher steht. Die addierte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen kletterte auch nach dem Wochenende zurück über 2,8 Billionen US-Dollar und näherte sich zeitweise 2,9 Billionen US-Dollar. Dies wirft die Frage auf, ob die eigentliche Rally nun erst beginnt oder der größte Teil des Anstiegs schon gelaufen ist.
Regulatorik als Treiber des Kryptomarktes
Auslöser der Aufwärtsbewegung war die Lesart der Wall Street eines neuen Rahmenwerks der US-Börsenaufsicht SEC, das den Handel mit tokenisierten Aktien über Blockchain-Technologie erleichtern soll. Verkündet wurde dieses am 18. September, nachdem der Clarity Act als zentrales US-Kryptogesetz zuvor im Senat gescheitert war. Die SEC schuf eine fünfjährige Ausnahmeregelung für AMM-basierten Onchain-Handel tokenisierter US-Aktien, während die CFTC Vorgaben für passive Softwareanbieter wie Wallets lockerte. Der Bitcoin profitiert dabei von der insgesamt verbesserten Stimmung gegenüber der Kryptobranche in den USA.
Dass der Markt trotz zwei aufeinanderfolgender Rückschläge, dem gescheiterten Gesetz und der Zinserhöhung, nicht dauerhaft einbrach, werten Beobachter zudem als Zeichen zunehmender Marktreife.
Was hinter der Bitcoin-Bewegung steckt und wie Experten sie einordnen
LMAX-Marktstratege Joel Kruger sagte am Samstag laut "21Shares", Rücksetzer seien begrenzt, das Mai-Hoch knapp unter 83.000 US-Dollar sei die nächste Station für den Bitcoin. Das Analystenteam von Bitfinex beschrieb die Bewegung als Squeeze, bei dem die Nachfrage zwischen 77.100 und 80.000 US-Dollar das verfügbare Angebot aufgesogen habe. FxPro-Chefanalyst Alex Kuptsikevich führte die Rally maßgeblich auf Short-Eindeckungen nach wochenlang engem Handel zurück. Der Open Interest am Krypto-Terminmarkt lag zum 18. September bei rund 27,3 Milliarden US-Dollar. Der Crypto Fear & Greed Index lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 73 Punkten und rückte damit näher an die Zone Extreme Greed.
Alex Thorn, Leiter des unternehmensweiten Researchs bei Galaxy Digital, wertete es in einem X-Beitrag als gutes Zeichen, dass der Bitcoin erstmals seit November 2025 wieder eine Woche oberhalb des gleitenden 50-Wochen-Durchschnitts abgeschlossen habe.
🟠 BTC CLOSES WEEK ABOVE 50-WEEK MOVING AVERAGE FOR FIRST TIME IN 45 WEEKS regaining the 50w MA has historically served as strong confirmation that bear market lows are “in” bitcoin is up 29% in 35 days https://t.co/HzKVUrxMVz
— Alex Thorn (@intangiblecoins) September 21, 2026
In der Vergangenheit sei das laut Thorn eine "starke Bestätigung" dafür gewesen, dass die Tiefpunkte eines Bärenmarktes bereits erreicht worden seien. Insgesamt gelang die Rückkehr über den Durchschnitt in abgeschlossenen Bärenmärkten laut "Crypto News" dreizehnmal, nur zweimal folgte danach noch ein tieferes Tief.
Ein Belastungsfaktor für den Kryptomarkt dürfte jedoch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen bleiben. Diese kletterte am Freitag wieder über 5,00 Prozent und konkurriert daher laut der Nachrichtenseite mit dem Bitcoin. Ob die Rally trägt und sich das Szenario eines bereits durchlaufenen Bärenmarkttiefs bestätigt, dürfte sich daher an der weiteren Entwicklung der Anleiherenditen und der nächsten Fed-Zinsentscheidung zeigen.
Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.at
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