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Kryptomarkt-Boom 04.09.2026 11:36:00

Bitcoin steigt über 81.000 US-Dollar – doch Fidelity bleibt skeptisch

Bitcoin steigt über 81.000 US-Dollar – doch Fidelity bleibt skeptisch

  • Bitcoin klettert zeitweise über 81.000 US-Dollar, Ethereum und Solana ziehen mit
  • Fidelity sieht im Kurssprung noch keine gesicherte Bodenbildung im Kryptomarkt
  • Regulierung und wachsende Nutzung liefern Hoffnung, aber keine Kaufgarantie

Am Kryptomarkt ist nach Monaten der Flaute wieder Schwung eingekehrt: Bitcoin sprang zeitweise über die Marke von 81.000 US-Dollar und markierte damit den kräftigsten Kursschub seit November 2024. Ethereum, Solana und weitere Altcoins zogen mit. Ausgerechnet der US-Vermögensverwalter Fidelity dämpft die Euphorie jedoch: Ein Ende der monatelangen Baisse sei damit noch längst nicht garantiert, schreibt Fidelity Digital Assets in seinem aktuellen Quartalsausblick für das vierte Jahresviertel.

Bitcoinkurs und Altcoins: Die aktuelle Lage im Überblick

Aktuell notiert Bitcoin nach Daten von CoinMarketCap bei rund 81.283 US-Dollar und liegt damit binnen 24 Stunden gut fünfeinhalb Prozent im Plus, auf Wochensicht rund ein Prozent. Ethereum kostet etwa 2.510 US-Dollar, ein Tagesgewinn von rund fünfeinhalb Prozent. Solana notiert bei knapp 104 US-Dollar und legt binnen 24 Stunden etwa vier Prozent zu, auf Wochensicht sogar gut fünf Prozent. XRP klettert um rund acht Prozent auf etwa 1,45 US-Dollar. Über alle vier Werte hinweg zeigt sich damit ein einheitliches Bild: kräftige Tagesgewinne, auch auf Wochensicht überwiegend im Plus.

Warum Fidelity trotz des Kurssprungs vorsichtig bleibt

Fidelity blickt bei der Einordnung des Kurssprungs vor allem auf den sogenannten Vier-Jahres-Zyklus: Historisch bildete Bitcoin seine Baisse-Tiefpunkte im Abstand von rund vier Jahren, zuletzt im November 2022. Rein rechnerisch könnte der nächste Tiefpunkt demnach im November 2026 liegen, Ethereum und der übrige Altcoin-Markt folgten dieser Logik in der Vergangenheit meist. Chris Kuiper, Vice President of Research bei Fidelity Digital Assets, verweist zugleich darauf, dass sich dieser Zyklus keineswegs wiederholen müsse: Der Tiefpunkt könnte bereits im Juli erreicht worden sein, ein erneuter Rücksetzer im November oder später ist ebenso denkbar. Die Zyklen seien historisch nie exakt vier Jahre lang gewesen und damit für ein Markttiming ungeeignet.

Volatilität als Signal für eine mögliche Bodenbildung

Ein weiterer Baustein der Fidelity-Analyse ist das Volatilitätsmuster früherer Bärenmärkte: Bislang endeten sie stets mit einer Phase niedriger Schwankungen, gefolgt von einem Ausbruch nach oben. Von Juni bis Mitte August habe sich der Kryptomarkt genau in einer solchen ruhigen Phase befunden, in der viele Verkäufer bereits ausgestiegen seien, so Kuiper. Ende August kippte die Stimmung: Bitcoin legte allein in der dritten Augustwoche mehr als 25 Prozent zu, Ethereum gewann in derselben Zeit gut 34 Prozent, Solana etwa 28 Prozent. Selbst ein Sicherheitsvorfall bei einem Hardware-Wallet-Anbieter und der ins Stocken geratene CLARITY Act hätten die Kurse zuletzt nicht belastet, ein Hinweis darauf, dass der Markt nahe seinem Tiefpunkt nach neuen positiven Impulsen sucht.

Regulierung und wachsende Nutzung als Hoffnungsträger

Auf der positiven Seite verweist Fidelity zudem auf die Regulierung und wachsende Nutzung digitaler Vermögenswerte. Der CLARITY Act, der die Zuständigkeiten US-amerikanischer Aufsichtsbehörden für Kryptowerte klären soll, hat den US-Kongress passiert und liegt nun im Senat. Parallel hat die US-Börsenaufsicht SEC vergangene Woche mit der sogenannten Regulation Crypto Assets einen Entwurf vorgelegt, der frühen Krypto-Emissionen unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen von der Registrierungspflicht einräumen könnte. Auch die Nutzung wächst: Das Handelsvolumen von Stablecoins liegt inzwischen beim 2,3-Fachen des Volumens von Visa, wie der Vermögensverwalter Bitwise Investments ermittelt hat. Der Krypto-Wallet-Anbieter MetaMask berichtet zudem, der Markt für tokenisierte reale Vermögenswerte sei 2026 so stark gewachsen wie nie zuvor.

Einsteigen oder abwarten? Zwei Lesarten, dieselben Daten

Für Einsteiger ergibt sich daraus ein zweischneidiges Bild. Wer an den Vier-Jahres-Zyklus glaubt und auf einen langfristigen Anlagehorizont setzt, findet in der wachsenden Nutzung und der Widerstandsfähigkeit gegenüber schlechten Nachrichten durchaus Argumente für einen Einstieg. Wer dagegen auf Fidelitys Warnung hört, wonach sich der Zyklus keineswegs wiederholen muss und ein Markttiming ohnehin kaum gelingt, wird eher zur Zurückhaltung neigen. Beide Lesarten stützen sich auf dieselben Daten, kommen aber zu unterschiedlichen Schlüssen, was zeigt, wie offen die Lage zum Start ins vierte Quartal tatsächlich ist.

Kryptowährungen zählen zu den volatilsten und am wenigsten regulierten Anlageklassen überhaupt und sind, wie auch Fidelity betont, ausschließlich für Anlegerinnen und Anleger mit hoher Risikobereitschaft geeignet. Sie sind nicht durch staatliche Einlagensicherungen geschützt, können jederzeit illiquide werden und unterliegen keiner der bei klassischen Wertpapieren üblichen Regulierung. Wer investiert, sollte deshalb nur Kapital einsetzen, dessen Verlust er verkraften kann.

Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.at

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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