Rekordaktivität 04.07.2026 05:07:00

CryptoQuant: Kleinstbeträge machen 80 Prozent der täglichen Bitcoin-Transaktionen aus

CryptoQuant: Kleinstbeträge machen 80 Prozent der täglichen Bitcoin-Transaktionen aus

• Transaktionen unter 0,01 Bitcoin machen laut CryptoQuant rund 80 Prozent der täglichen Transaktionen aus
• 2023 lag dieser Anteil noch bei etwa 44 Prozent
• Die täglichen Bitcoin-Transaktionen stiegen 2026 auf über 800.000

Rekordaktivität im Bitcoin-Netzwerk

Wie aus einer Analyse des Datenanbieters CryptoQuant vom 18. Juni 2026 hervorgeht, über die das Branchenmedium The Block berichtet, stieg die Aktivität im Bitcoin-Netzwerk auf den höchsten Stand seit Ende 2024. Die zugrunde liegende Auswertung stammt von Julio Moreno, Head of Research bei CryptoQuant, und ist nicht frei zugänglich. Demnach kletterte die Zahl der täglichen Transaktionen im Jahr 2026 auf über 800.000 und damit in die Nähe der Höchststände des Zyklus von 2023 bis 2025.

Auffällig ist die Zusammensetzung. Transaktionen mit Beträgen unter 0,01 Bitcoin machten laut CryptoQuant rund 80 Prozent aller täglichen Transaktionen aus, gegenüber etwa 44 Prozent im Jahr 2023. Der hauseigene Network Activity Index lag seit Ende März 2026 über seinem langfristigen Trend und nur rund 7 Prozent unter dem Allzeithoch vom September 2024. Dieser Anstieg fiel mit einer anhaltenden Kursschwäche zusammen.

Datenprotokolle statt Zahlungsverkehr

Hinter der Flut an Kleinstüberweisungen steht kein Zahlungsboom, sondern die wachsende Nutzung von Datenprotokollen. Treiber ist laut Moreno der Opcode OP_RETURN, mit dem sich Daten in der Bitcoin-Blockchain ablegen lassen, ohne ausgabefähige Guthaben zu erzeugen. Genutzt wird das vor allem von Runes, Ordinals, BRC-20-Token und Diensten zur Datenbeglaubigung. Diese Protokolle erzeugen sehr viele Transaktionen mit Kleinstbeträgen, teils nur 546 Satoshi, knapp oberhalb der Grenze, ab der eine Überweisung als unwirtschaftlich gilt.

Die Nutzung von OP_RETURN erreichte 2026 nahezu Rekordniveau. Der Opcode hatte 2025 für Streit in der Bitcoin-Community gesorgt, nachdem die Entwickler von Bitcoin Core eine langjährige Obergrenze von 80 Byte für solche Dateneinträge aufgehoben hatten. Kritiker befürchteten, dass sich die Blockchain dadurch leichter für nichtfinanzielle Datenspeicherung zweckentfremden lässt.

Warum die Kennzahl Anleger in die Irre führen kann

Für Anleger ist die Unterscheidung wesentlich. Eine hohe Netzwerkaktivität gilt vielen als Zeichen wachsender Nachfrage. Im vorliegenden Fall speist sie sich jedoch fast ausschließlich aus protokollgetriebenen Dateneinträgen, deren wirtschaftlicher Gehalt gering ist. Der Anstieg beruht auf der reinen Anzahl der Transaktionen und nicht auf höheren übertragenen Werten, was die Divergenz zur schwachen Kursentwicklung erklärt.

Spürbare Folgen hat die Entwicklung dennoch. Der Mempool, also die Warteschlange unbestätigter Transaktionen, erreichte mit rund 128.000 Einträgen den höchsten Stand seit Ende Februar 2025, blieb aber unter den Spitzen vom September 2023 und November 2024. Sollte die nichtfinanzielle Aktivität weiter zunehmen, könnte der Wettbewerb um Blockplatz steigen und die Gebühren für zeitkritische Zahlungen verteuern. Dass die mittlere Zahl der Transaktionen pro Block über Wochen nahe ihren Höchstwerten lag, deutet nach Einschätzung von CryptoQuant auf einen strukturellen und nicht nur vorübergehenden Wandel hin.

Dominik Maier, Redaktion finanzen.at

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