| Bärenmarkt |
11.08.2026 03:31:13
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Standard Chartered bleibt bei Bitcoin-Kursziel von 100.000 Dollar
• Strategy hat erstmals seit Dezember 2022 Bitcoin verkauft
• Frühere Bitcoin-Baissephasen dieser Größenordnung dauerten laut historischen Vergleichswerten meist zwei bis drei Jahre
Kendrick bekräftigt Kursziel trotz Gegenwinds
Geoff Kendrick, globaler Leiter der Digital-Assets-Research bei Standard Chartered, hat die Strategy-Verkäufe in einer aktuellen Investoren-Note als "größtenteils nur Rauschen und kein echtes Signal" eingestuft, so der Analyst gemäß The Motley Fool. Bitcoin war Mitte Juni 2026 nach einem Rückgang von rund 53 Prozent gegenüber seinem Allzeithoch von 126.000 US-Dollar (Oktober 2025) auf ein Zyklustief von 59.375 US-Dollar gefallen. Standard Chartered hatte diesen Punkt als Bodenbildung interpretiert und in der Folge am 100.000-Dollar-Ziel für Ende 2026 festgehalten, heißt es.
Strategys Kurswechsel wiegt schwerer als von Standard Chartered eingeräumt
Strategy hat am 26. Mai erstmals seit Dezember 2022 Bitcoin verkauft, ist mit über 840.000 BTC nach wie vor der mit Abstand größte Unternehmenshalter von Bitcoin. MARA Holdings folgt mit weniger als 40.000 BTC auf Platz zwei. Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, habe argumentiert, sein "Never sell"-Ratschlag habe sich an Privatanleger gerichtet und die Verkäufe seien nur in geringem Umfang erfolgt, so The Motley Fool. Der Markt honoriere diese Einordnung bislang jedoch nicht.
Der Kurswechsel ist deshalb relevant, weil Kendrick selbst eine erneute Akkumulation durch Strategy im Juni als eine von drei Bedingungen für die Bestätigung seiner Bodenbildungsthese genannt hatte. Die tatsächliche Entwicklung läuft dieser Bedingung entgegen.
Historische Erholungszyklen sprechen gegen ein schnelles Comeback
Nach einem Hoch von 126.198 US-Dollar im Oktober 2025 hat Bitcoin bis Ende Juni 2026 mehr als die Hälfte seines Werts eingebüßt. Vergleichbare Rückgänge hätten in der Vergangenheit meist zwei bis drei Jahre bis zur vollständigen Erholung benötigt, so The Motley Fool. Eine Ausnahme sei 2021 gewesen, als eine Korrektur um 50 Prozent binnen weniger Monate - von April bis Oktober - wieder aufgeholt worden sei. Die aktuelle Schwächephase dauere bereits länger an als der Zyklus von 2021, ohne dass sich ein vergleichbar schnelles Muster abzeichne.
Ausblick
Aus Sicht von The Motley Fool ist ein Anstieg auf 100.000 US-Dollar bis Jahresende "hochgradig optimistisch". Wahrscheinlicher sei ein Seitwärtstrend bis in das Jahr 2027 hinein, mehrjährige Bärenmärkte seien bei Kryptowährungen keine Seltenheit. Ob Standard Chartereds Ziel erreichbar bleibt, hängt maßgeblich davon ab, ob sich institutionelle ETF-Zuflüsse stabilisieren und ob Strategy zu seiner bisherigen Akkumulationsstrategie zurückkehrt.
Markus Maier, Redaktion finanzen.at
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