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Iran-Krieg 06.03.2026 15:50:39

Darum ziehen die Ölpreise weiter an

Darum ziehen die Ölpreise weiter an

Im Mittagshandel setzten sie zu einem weiteren Preissprung an. Am Nachmittag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai erstmals seit April 2024 über 90 US-Dollar gehandelt.

Zuletzt kostete Nordsee Rohöl 90,42 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit über fünf Prozent mehr als am Vortag. Der Iran-Krieg und die Sorge vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleiben bestimmende Themen am Ölmarkt und sorgen kurz vor dem Wochenende für einen weiteren Preisschub. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Wochenende hat sich Rohöl der Sorte Brent um etwa 25 Prozent verteuert.

Angeheizt wurde der Ölpreis durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump, nach eigener Darstellung kein Abkommen mit dem Iran abschließen will. Stattdessen müsse es auf eine "bedingungslose Kapitulation" hinauslaufen, forderte er auf seiner Plattform Truth Social.

Zuvor hatte Katars Energieminister Saad al-Kaabi in einem Interview mit der "Financial Times" vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt. Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Dann ist nach Einschätzung des Ministers ein Anstieg des Ölpreises bis auf 150 US-Dollar möglich.

Seit den Angriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge am Persischen Golf, durch die in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert wird. Zuletzt haben Irans Streitkräfte eigenen Angaben zufolge einen Öltanker angegriffen. Das Schiff "in US-Besitz" sei vor der Küste Kuwaits attackiert worden und stehe in Flammen, hieß es.

Wie lange die Ölpreise auf dem hohen Niveau bleiben werden, lasse sich im Moment kaum abschätzen, heißt es in einer Analyse von Rohstoffexperten der Dekabank. "Alles wird davon abhängen, in welchem Ausmaß und für wie lange Beeinträchtigungen der Rohstoffförderung und des Transports vorliegen werden."

Unterdessen hat die Internationale Energieagentur (IEA) erklärte, sie sehe angesichts des Kriegs im Nahen Osten keine Notwendigkeit, die Ölreserven für den Notfall freizugeben. Weltweit seien Ölvorräte reichlich vorhanden und die Auswirkungen des Konflikts voraussichtlich nur vorübergehend.

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX)

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