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Goldpreis und Ölpreis 23.04.2026 08:10:31

Goldpreis: Kaufargument "Inflationsschutz" verpufft

Goldpreis: Kaufargument "Inflationsschutz" verpufft

von Jörg Bernhard

Am gestrigen Mittwoch beschlagnahmte der Iran zwei Schiffe in der Straße von Hormus und verstärkte damit seine Kontrolle über die strategisch wichtige Wasserstraße. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump geplante Angriffe auf den Iran abgesagt, ohne dass eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche in Sicht war. Trump hielt zugleich an der Seeblockade gegen den Iran fest. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Baqer Qalibaf erklärte, ein vollständiger Waffenstillstand sei nur sinnvoll, wenn diese aufgehoben werde. An den Ölmärkten wird nun befürchtet, dass dieser Zustand aus Waffenruhe und Blockade über Monate anhalten könnte. Dadurch droht der Preisschub bei Öl und Gas zu einem langfristigen Inflationsfaktor zu werden. Obwohl sich Gold seit Generationen als Inflationsschutz bewährt hat, könnte das Edelmetall aufgrund hoher Zinsen (-> Opportunitätskosten) kurzfristig ausgebremst werden.

Am Donnerstagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis 8.00 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Juni) um 25,10 auf 4.727,90 Dollar pro Feinunze.

Rohöl: Anhaltende Unsicherheit als Preistreiber

Der Ölpreis tendierte im frühen Donnerstagshandel weiter bergauf, weil die Friedensgespräche zwischen dem Iran und den USA ins Stocken geraten waren und beide Länder weiterhin den Handelsverkehr durch die Straße von Hormus einschränken. Außerdem hat das US-Militär mindestens drei unter iranischer Flagge fahrende Tanker in asiatischen Gewässern abgefangen und von Positionen nahe Indien, Malaysia und Sri Lanka abgedrängt, wie Schifffahrts- und Sicherheitsquellen am Mittwoch berichteten. Unterdessen erreichten die gesamten US-Exporte von Rohöl und Erdölprodukten mit einem Anstieg um 137.000 Barrel pro Tag ein Rekordniveau von 12,88 Millionen Barrel pro Tag, da asiatische und europäische Länder aufgrund der kriegsbedingten Störungen verstärkt Lieferungen aus den USA nachfragten.

Am Donnerstagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit steigenden Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Future um 0,96 auf 93,92 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 1,04 auf 102,95 Dollar anzog.


Redaktion finanzen.at

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