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Geändert am: 02.04.2026 08:39:39

Nach Trumps Iran-Rede: ATX und DAX schwächer erwartet -- Börsen in Asien mit Verlusten

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt wird am Donnerstag schwächer erwartet.

Der ATX dürfte sich mit Abschlägen präsentieren.

Mit deutlichen Abgaben werden die europäischen Aktienmärkte zur Eröffnung am Gründonnerstag erwartet. Taktgeber sind weiterhin Aussagen von US-Präsident Trump, die das Maß der aktuellen Risikobereitschaft der Anleger vorgeben. Er signalisierte in seiner mit Spannung erwarteten Rede weitere Militärschläge gegen den Iran, was Sorgen über Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten neu entfachte und den Appetit auf Risikoanlagen dämpft. Damit drehen sich die Bewegungen vom Vortag wieder um, Aktien und Anleihen verlieren deutlich während Öl stark zulegt. Vor dem langen Oster-Wochenende und dem Schlagzeilenrisiko vor Augen könnten Anleger nochmals das Risiko herunterfahren, also Risikoassets wie Aktien verkaufen.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex dürfte am Donnerstag mit Abschlägen starten.

Der DAX wird mit negativen Vorzeichen erwartet.

Nach der Rede von US-Präsident Donald Trump zur Nation legen die Aktienmärkte am Donnerstag wieder den Rückwärtsgang ein. Vor dem langen Osterwochenende, in das auch der Ablauf des Ultimatums von Trump im Krieg gegen den Iran fällt, minimieren die Anleger ihre Risiken. Nach zuletzt drei positiven Handelstagen wird der DAX wieder unter der Marke von 23.000 Punkten erwartet. Trump stellte in seiner Rede zwar erneut ein Ende des Krieges in Aussicht, bekräftigte aber frühere Drohungen. "Die Börsen hatten gerade begonnen, eine friedlichere Zukunft einzupreisen - da schickt er US-Präsident neue Drohungen in Richtung Teheran", schrieb der Experte Thomas Altmann von QC Partners.

WALL STREET

Die Trump-Rally lief auch am Mittwoch an den US-Börsen noch ein Stückchen weiter nach oben.

Der Dow Jones verabschiedete sich mit einem Plus von 0,49 Prozent bei 46.566,48 Punkten in den Feierabend.
Auch der NASDAQ Composite schloss fester und gewann am Ende 1,16 Prozent auf 21.840,95 Zähler.

Mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs hatte die Wall Street bereits am Vortag mit deutlichen Aufschlägen geschlossen. Laut US-Präsident Donald Trump könnten die US-Streitkräfte den Iran in zwei bis drei Wochen verlassen. Sein Ziel, die nukleare Bedrohung des Landes zu beseitigen, sei erreicht worden. Der Präsident sagte, die USA brauchten kein Abkommen mit dem Iran, um sich aus dem Land zurückzuziehen. Trump wird in der Nacht zum Donnerstag zudem eine Rede zum Iran-Krieg halten. Laut Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, wird es sich um eine "wichtige Rede" handeln. Sie ist für Donnerstag um 3.00 Uhr MESZ angesetzt.

"Wenn man das Gesamtbild betrachtet, ist es eindeutig noch zu früh, um schon jetzt 'Entwarnung' zu geben. Marktteilnehmer werden konkrete Fortschritte in Richtung Deeskalation sehen wollen, und nicht nur positiv klingende Rhetorik, bevor sie das Risikoniveau wesentlich erhöhen", warnt Marktstratege Michael Brown von Pepperstone vor übertriebener Euphorie.

ASIEN

An den Börsen in Asien geht es am Donnerstag nach unten.

In Tokio notiert der Nikkei 225 zwischenzeitlich 2,37 Prozent tiefer bei 52.510,22 Punkten.

Auch auf dem chinesischen Festland geht es nach unten: Der Shanghai Composite notiert stellenweise 0,78 Prozent im Minus bei 3.917,83 Zählern.

In Hongkong sinkt der Hang Seng zeitweise um 1,45 Prozent auf 24.928,93 Punkte.

US-Präsident Donald Trump bestimmt weiter die Schlagzeilen und das Marktgeschehen an den asiatischen Börsen. Denn die drehen am Donnerstag nach anfänglichen Aufschlägen ins Minus in Reaktion auf die Trump-Rede zum Iran-Krieg. Der US-Präsident machte Hoffnungen über ein rasches Ende des Nahostkrieges zunichte. Trump wiederholte, dass der Krieg gegen Iran kurz vor dem Ende stehe und nannte erneut ein Zeitfenster von zwei bis drei Wochen. Zugleich drohte er aber auch, er werde wenn nötig den Iran in die "Steinzeit" befördern. Marktakteure zeigen sich enttäuscht. Der Markt preise ein Teil der Vortageseuphorie wieder aus, heißt es. Während Aktien nachgeben, steigen Notierungen für Erdöl und den Fluchthafen Dollar.

Jede Hoffnung auf klare Leitlinien für ein Ende des Konflikts im Iran sei nach der Rede von Trump zunichte gemacht worden, meint ANZ-Rohstoffstratege Daniel Hynes. "Das hat der Risikobereitschaft einen Schlag versetzt", sagt er. Zur Ölpreisentwicklung sagte Trump, Länder, die Öl über die Seestraße von Hormus bezögen, müssten sich um diese Passage selbst kümmern. "Sie müssen es in die Hand nehmen und es wertschätzen, sie können das leicht tun. Wir werden hilfreich sein, aber sie sollten die Führung beim Schutz des Öls übernehmen, von dem sie so dringend abhängig sind." Damit dürfte die Meerenge bis auf Weiteres faktisch geschlossen bleiben, was die Ölpreise weiter nach oben hieven dürfte.

Laut Nomura-Stratege Chetan Seth bleiben die kurzfristigen Aussichten am asiatischen Aktienmarkt getrübt, da die Märkte weiterhin von Schlagzeilen bestimmt würden. Der Analyst rät aufgrund von Konjunktur- und Ertragsrisiken bei indischen und, in geringerem Masse, bei Aktien aus Indonesien und den Philippinen zur Vorsicht. Im Gegensatz dazu dürften die Märkte in Malaysia, Hongkong und China relativ widerstandsfähig bleiben.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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