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Geändert am: 03.03.2026 08:40:50
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Krieg in Nahost: ATX tiefer erwartet -- DAX vorbörslich schwächer -- Asiens Börsen im Minus - Nikkei tiefrot

AUSTRIA
Am Dienstag dürfte der Wiener Aktienmarkt mit Verlusten eröffnen.
So wird der ATX zum Handelsbeginn tiefer erwartet.
An den Aktienmärkten dürfte es erneut deutlich nach unten gehen. Anleger fordern auf Grund des Krieges im Nahen Osten sowie der unsicheren Versorgungslage mit Energie bei steigenden Notierungen für Öl und Gas eine höhere Prämie bei Risikovermögenswerten. Dies könnte auch die kommenden Tage so weitergehen, wenn sich die Nachrichtenlage rund um den Iran nicht ändert. Aktuell zeichnet sich dies nicht ab. Die Märkte gingen von einer traditionellen Risk-Off-Reaktion auf ein Stagflationsszenario über, bei dem steigende Energiepreise die Nachfrage nach Anleihen als sicherem Hafen überwögen, urteilt die Commerzbank. Laut Fullerton Fund Management gibt es kurzfristig eine höhere Risikoaversion, doch dürften die Schocks durch die höheren Ölpreise wahrscheinlich nur von kurzer Dauer sein.
DEUTSCHLAND
Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstag erneut unter Druck geraten.
So wird der DAX zur Eröffnung in der Verlustzone erwartet.
Die Anleger bleiben am Dienstag am deutschen Aktienmarkt besorgt wegen möglicher Auswirkungen des Iran-Konflikts. Der DAX dürfte im Zuge weiter steigender Ölpreise schwach in den Handel starten. Im Chart droht er nach der gestern unterschrittenen 50-Tage-Linie auch noch unter die 100-Tage-Linie zu rutschen, die aktuell bei gut 24.400 Punkten verläuft.
Unter den Anlegern geht weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. Die Angriffe der USA und Israels auf militärische Infrastrukturen des Iran ging über Nacht weiter und umgekehrt greift Teheran als Reaktion unter anderem Ziele in den Golfstaaten an. "Die militärische Eskalation im Nahen Osten erhöht die Risiken für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte erheblich", schrieben am Morgen die Experten der NordLB. Der Straße von Hormus als Öl- und Gasroute komme dabei eine zentrale Bedeutung zu, aber auch der Dauer und Intensität der Auseinandersetzung.
"Je länger die Interventionen anhalten und je weiter sich die Angriffe auf andere Länder in der Region ausweiten, desto höher ist das Risiko, um von einem echten, belastenden Ereignis für die Kapitalmärkte auszugehen", schrieben die NordLB-Experten. Bei der Commerzbank wird angesichts steigender Ölpreise auch wieder auf Inflationsrisiken verwiesen.
WALL STREET
Der Iran-Krieg und die stark gestiegenen Ölpreise haben auch die US-Anleger am Montag zeitweise in die Defensive getrieben.
Der Dow Jones verabschiedete sich 0,15 Prozent leichter bei 48.904,78 Punkten.
Der NASDAQ Composite schloss unterdessen 0,36 Prozent höher bei 22.748,86 Zählern.
Am Wochenende hatten die USA und Israel den Iran angegriffen und unter anderem das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Derzeit werden weiter Ziele angegriffen, die Teheran mit Gegenschlägen auf Israel und andere Länder beantwortet. Der Krieg hat inzwischen nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst. Die Sorge vor einem Flächenbrand wächst.
Der Ölpreis schoss in die Höhe, was die Konjunktur weltweit beeinträchtigen könnte, sollte der Preis länger hoch bleiben oder sogar noch weiter steigen. Zeitweise erreichte Brent-Öl den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl den höchsten Stand seit Juni 2025. Damals hatte das US-Militär bereits Anlagen des Iran angegriffen.
Im Fokus steht nun die Strasse von Hormus, die eine der wichtigsten Engenstellen des weltweiten Handels mit Öl und Gas ist. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Iran hat den Schiffsverkehr eingeschränkt. "Eine längere Blockade der Strasse von Hormus könnte Öl deutlich verknappen", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners.
Derweil ging der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Februar zwar im Vergleich zum Vormonat zurück, aber weitaus moderater als erwartet. Er liegt zudem weiter klar über der Schwelle, die auf Wachstum hindeutet.
ASIEN
Die Börsen in Fernost befinden sich am Dienstag auf rotem Terrain.
In Tokio notiert der Nikkei 225 zwischenzeitlich mit einem kräftigen Verlust von 3,30 Prozent bei 56.142,42 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland verliert der Shanghai Composite 1,35 Prozent und notiert zeitweise bei 4.126,28 Punkten.
In Hongkong verliert der Hang Seng zwischenzeitlich um 1,20 Prozent auf 25.745,89 Zähler.
Die anhaltenden Angriffe der USA und Israels gegen den Iran drücken die ostasiatischen Börsen am Dienstag erneut deutlich ins Minus. Es deutet sich aktuell kein Ende der Kämpfe an. Die US-Operation im Iran wird nach Aussage von US-Präsident Donald Trump vier bis fünf Wochen dauern. "Aber wir haben die Fähigkeit, auch weitaus länger durchzuhalten", sagte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.
Für den Nikkei in Tokio geht es ebenfalls deutlich abwärts. Hier wird auch auf Aussagen von Ryozo Himino, Vize-Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), verwiesen. Er hat die Haltung der Zentralbank bekräftigt, die Leitzinsen weiter anzuheben. Er blieb allerdings konkrete Hinweise auf den Zeitpunkt des nächsten Schrittes schuldig. Die BoJ hatte den Leitzins zuletzt im Dezember auf 0,75 Prozent angehoben.
Dagegen zeigen sich die Börsen in China nur mit moderaten Abgaben. Die Risiken für die chinesische Ölversorgung blieben trotz des Iran-Konflikts kurzfristig beherrschbar, so Macquarie. Zudem warten die Marktteilnehmer auf Aussagen vom Nationalen Volkskongresses im Wochenverlauf. Dieser wird den Fünfjahresplan für den Zeitraum 2026 bis 2030 verabschieden. Der Markt rechnet mit weiteren Stimulierungsmaßnahmen für die Konjunktur.
Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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