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Geändert am: 05.06.2026 08:13:32

ATX vorbörslich wenig bewegt -- DAX leichter erwartet -- Asiens Börsen uneinheitlich

AUSTRIA

Die Wiener Börse dürfte vor dem Wochenende seitwärts tendieren.

Der ATX bewegt sich vorbörslich kaum.

Angesichts der Entwicklung an der Wall Street am Vortag und am Freitag in Asien könnten bei Technologieaktien, besonders aus dem Chipsektor, Gewinnmitnahmen für Druck sorgen. Ein möglicherweise frischen Impuls könnte später am Tag der US-Arbeitsmarktbericht für Mai liefern. Gerechnet wird mit einem Jobwachstum von nur 80.000 Stellen. Dies würde eine deutliche Abkühlung signalisieren, nachdem das Beschäftigungswachstum im März und April überraschend stark ausgefallen war. Weiter unklar bleibt die Lage im Nahost-Konflikt. Es zeichnet sich weiterhin keine Friedenslösung zwischen den USA und dem Iran ab, zumal die vom Iran unterstützte Hisbollah nicht nur den von den USA vermittelten Waffenstillstand zwischen Israel und Libanon ablehnt. Offenbar kam es zu erneuten Kämpfen zwischen der Hisbollah und dem israelischen Militär im Libanon. Unterdessen habe US-Präsident Trump die Möglichkeit eines Treffens mit dem obersten Führer des Iran ins Spiel gebracht, falls [die USA] eine Einigung erzielen sollten, so die Analysten von CIMB Treasury and Markets Research. Derweil kommt möglicherweise Bewegung in den Krieg in der Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat sich in einem offenen Brief direkt an sein russisches Pendant Wladimir Putin gewandt und ein persönliches Treffen vorgeschlagen. US-Präsident Donald Trump reagierte erfreut auf den Vorstoss, ein Treffen wäre grossartig, sagte er und: "Sie sollten es hinbekommen".

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt wird am Freitag schwächer erwartet.

Der DAX bewegt sich vorbörslich auf rotem Terrain.

Bei schwachen Vorgaben aus Asien dürfte der DAX seine Vortagesgewinne am Freitag wieder abgeben. Vor allem Halbleiterwerte leiden nach ihrer KI-Rally unter Gewinnmitnahmen - zunächst in den USA und nun auch in Japan und Südkorea. Für Broadcom-Aktien ging es am Vortag zweistellig abwärts, nachdem der Ausblick die inzwischen exorbitant hohen Erwartungen der Anleger enttäuscht hatte. Der US-Branchenindex für Halbleiterwerte verlor auf seinem Rekordniveau zeitweise über 6 Prozent, bevor einige Mutige wieder eine neue Chance suchten.

WALL STREET

Der US-Leitindex zog am Donnerstag kräftig an.

Der Dow Jones Industrial hatte mit einem klaren Gewinn eröffnet, vergrößerte diesen anschließend deutlich und schloss 1,73 Prozent fester bei 51.562,12 Punkten.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite drehte nach anfänglichen Verlusten im weiteren Handelsverlauf moderat ins Plus, bevor er wieder an die Nulllinie zurückfiel. Schlussendlich beendete er den Handelstag kaum verändert (-0,09 Prozent) bei 26.830,96 Zählern.

Der Leitindex wurde gestützt von Aktien des Gesundheits- und Finanzsektors. Unter den Anlegern keimte wieder Hoffnung auf ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges auf, wie Händler sagen.

Im Technologiesektor dämpfte allerdings Broadcom die Kauflaune. Das Unternehmen profitiert weiterhin von der hohen Nachfrage nach Chips für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und verzeichnet dadurch ein starkes Wachstum. Auch die vorgelegten Quartalszahlen entsprachen den Erwartungen. Für Enttäuschung sorgte allerdings der KI-bezogene Teil des Ausblicks. "Es wird zunehmend schwieriger, die Erwartungen der Anleger in jedem Quartal erneut zu übertreffen", erklärte Blayne Curtis von der Investmentbank Jefferies. An der grundsätzlichen Dynamik des KI-Geschäfts ändere dies jedoch nichts.

"Das ist ein klassischer Fall von sehr hohen Erwartungen, die auf einen Markt treffen, der auf Perfektion setzt (...). Anleger bestrafen derzeit alles, was nicht exakt ihren Vorstellungen entspricht", erläuterte Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown.

Etwas Unterstützung erhielten die Börsen immerhin von sinkenden Ölpreisen. Hintergrund ist ist Einigung zwischen Israel und Libanon auf eine Verlängerung der Waffenruhe - allerdings vorausgesetzt, die vom Iran unterstützte Miliz Hisbollah stellt ihre Angriffe ein. Diese aber lehnt eine Waffenruhe ab. Derweil hat US-Präsident Donald Trump jedoch versichert, die US-Streitkräfte würden ihre Angriffe auf den Iran nicht wieder aufnehmen, sofern keine US-Soldaten getötet würden. Unterdessen steigt auch in den USA der Druck auf den Präsidenten, den Krieg zu beenden. Das von den Republikanern kontrollierte Repräsentantenhaus hat mehrheitlich für eine Resolution gestimmt, mit der Trump die Fortsetzung des Kriegs untersagt werden soll. Die Zustimmung des Senats steht indessen noch aus. Überdies bedarf es einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Kongresses, um ein Veto von Trump auszuhebeln. Die Rohölsorte Brent verbilligt sich um fast 3 Prozent je Barrel. "Ohne eine Normalisierung der regionalen Ölströme ist der Markt zunehmend starken Aufwärtsschwankungen ausgesetzt, da die Lagerbestände weiter abnehmen", warnten jedoch die ING-Analysten Warren Patterson und Ewa Manthey.

ASIEN

Die Börsen in Asien zeigen sich vor dem Wochenende uneins.

Der Nikkei 225 notiert gegen 07:00 MESZ 1,27 Prozent im Minus bei 66.614,88 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland zeigt sich der Shanghai Composite derweil 0,43 Prozent fester bei 4.075,32 Stellen.

In Hongkong gibt der Hang Seng 0,81 Prozent auf 25.047,83 Zähler nach.

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Donnerstag auf breiter Front nachgegeben und folgten damit der negativen Vorlage der US-Börsen. Verkauft wurden unter anderem auch Technologieaktien. Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally.

Die Gewinnmitnahmen insbesondere bei Chipaktien und Papieren von Unternehmen, die im Zuge der KI-Rally deutlich zulegten, verstetigen sich. Zugleich berichten Marktteilnehmer von Umschichtungen in zyklische Aktien, wie bereits am Donnerstag an der Wall Street zu beobachten. Das sorgt am Freitag an den Börsen in Ostasien unter dem Strich für Verluste.

In Japan bremsen auch zunehmende Spekulationen, dass die Notenbank des Landes bei ihrem Treffen Mitte des Monats die Zinsen anheben dürfte. Dazu trägt auch ein im Mai beschleunigtes Wachstum der Löhne bei.

Leichter Gegenwind kommt von der Geopolitik. Nachdem Israel und Libanon zuletzt eine Waffenruhe vereinbarten, gibt es wieder Nachrichten über gegenseitigen Beschuss mit der proirainischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Bei den Ölpreisen herrscht gleichwohl Ruhe, sie bewegen sich nach dem jüngsten Rückgang kaum. Dazu trägt bei, dass Golfstaaten eine Erholung der Produktion nach einer eventuellen Beendigung der Blockade der Straße von Hormus in Aussicht stellen. Das staatliche Ölunternehmen Kuwaits gibt an, innerhalb von sechs bis acht Wochen fast 70 Prozent seiner Ölproduktion wiederherstellen zu können.

Im Fokus der Märkte stehen auch die später am Tag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Mai mit möglichen Hinweisen auf Folgen des Nahost-Konflikts für die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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