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Geändert am: 05.06.2026 22:39:35

US-Börsen mit schwachem Wochenausklang -- ATX und DAX gehen schwächer ins Wochenende -- Asiens Börsen letztlich in Rot

AUSTRIA

Die Wiener Börse verlor vor dem Wochenende.

Der ATX bewegte sich zunächst um seinen Vortagesschlusskurs, konnte im Verlauf jedoch Gewinne verbuchen. Im späten Handel fiel er jedoch ins Minus zurück, wo er sich 0,53 Prozent tiefer bei 6.084,17 Punkten ins Wochenende verabschiedete.

Ein robust ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht brachte für die hiesigen Aktienkurse zunächst keine größeren Impulse. Zwar lag die Arbeitslosenquote in den USA im Mai wie erwartet bei 4,3 Prozent, das Stellenwachstum übertraf die Analystenprognosen aber deutlich. Die Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Fed würden angesichts der soliden Verfassung des US-Arbeitsmarktes in der Tendenz wohl verstärkt werden, resümierte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. Mit Blick auf den seit Monaten marktbestimmenden Nahostkonflikt blieb die Meldungslage ruhig.

B&C-Geschäftsführer Patrick Lackenbucher kündigte im APA-Interview an, das Übernahmeangebot für die Semperit weder zu verlängern noch das Angebot anzupassen.

DEUTSCHLAND

Nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts zeigte sich der DAX am Freitag mit Schwankungen.

Der DAX startete tiefer in den letzten Handelstag der Woche und notierte anschließend im Wechsel zwischen Gewinnzone und Nulllinie. Die runde 25.000-Punkte-Marke konnte stellenweise zurückerobert werden. Im späten Handel setzte sich das Börsenbarometer in der Verlustzone fest und ging 0,75 Prozent niedriger bei 24.759,05 Zählern ins Wochenende.

US-Arbeitsmarktdaten haben den DAX am Freitagnachmittag ins Minus geschickt. Laut der Helaba überraschte im Mai das Stellenplus in den USA deutlich. Insgesamt zeigten die Zahlen eine solide Verfassung des US-Arbeitsmarktes. Zinserhöhungserwartungen bezüglich der US-Notenbank Fed würden in der Tendenz wohl verstärkt.

WALL STREET

Die Wall Street zeigte sich am Freitag mit einer markanten Talfahrt - insbesondere bei Technologieaktien.

Der Dow Jones Industrial rutschte während der Sitzung sukzessive ab und ermäßigte sich zum Handelsschluss um 1,35 Prozent auf 50.866,78 Punkte.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite verzeichnete ein kräftiges Minus von 4,18 Prozent auf 25.709,43 Zähler.

Mit heftigen Kursverlusten haben die US-Börsen am Freitag auf einen überraschend stark ausgefallenen Arbeitsmarktbericht (Payrolls) reagiert. Im Mai wurden mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze geschaffen wie von Volkswirten im Konsens erwartet. Zudem wurden die Daten für die beiden Vormonate nach oben revidiert. Das schürte die Furcht vor Zinserhöhungen der US-Notenbank. Der Arbeitsmarktbericht habe den Tauben im Offenmarktausschuss der Federal Reserve keine Vorlage geliefert, um für Leitzinssenkungen plädieren zu können, kommentierte Dirk Chlench, Senior Economist bei der LBBW. "Nach unserer Prognose wird die US-Notenbank in den kommenden Quartalen ihre Schlüsselzinsen unverändert lassen, im Zweifel sind Zinsanhebungen wahrscheinlicher", fügte er hinzu.

Technologiewerte führten mit Kursverlusten von durchschnittlich gut fünf Prozent die Liste der Verlierer mit weitem Abstand an. Kursgewinne verzeichneten die Sektoren Massenkonsumgüter, Gesundheit und Versorger.

Unter den Anlegern schien sich die Neigung zu verstärken, vor allem im Technologiesektor Gewinne mitzunehmen, zumal nachdem Broadcom am Mittwoch mit dem Ausblick enttäuscht hatte. Zum anderen werden der anstehende Börsengang von SpaceX und die Kapitalerhöhung von Meta in naher Zukunft in Summe wohl bis zu 160 Milliarden Dollar aufsaugen. Das Geld dürfte zum Teil auch durch den Verkauf anderer Technologieaktien aus den Portfolios aufgebracht werden müssen. Und nicht zuletzt reagiert der Sektor stärker auf steigende Marktzinsen, weil ein Großteil der Bewertung von Technologieunternehmen auf zukünftig erwarteten Gewinnen basiert. Steigende Zinsen verringern den heutigen Barwert dieser zukünftigen Erträge deutlich.

ASIEN

Die Börsen in Asien zeigten sich vor dem Wochenende schwächer.

Der Nikkei 225 notierte letztlich 1,31 Prozent im Minus bei 66.588,12 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland zeigte sich der Shanghai Composite derweil 0,74 Prozent tiefer bei 4.027,74 Stellen.

In Hongkong gab der Hang Seng 1,15 Prozent auf 24.961,95 Zähler nach.

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Donnerstag auf breiter Front nachgegeben und folgten damit der negativen Vorlage der US-Börsen. Verkauft wurden unter anderem auch Technologieaktien. Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally.

Die Gewinnmitnahmen insbesondere bei Chipaktien und Papieren von Unternehmen, die im Zuge der KI-Rally deutlich zulegten, verstetigten sich. Zugleich berichteten Marktteilnehmer von Umschichtungen in zyklische Aktien, wie bereits am Donnerstag an der Wall Street zu beobachten. Das sorgte am Freitag an den Börsen in Ostasien unter dem Strich für Verluste.

In Japan bremsten auch zunehmende Spekulationen, dass die Notenbank des Landes bei ihrem Treffen Mitte des Monats die Zinsen anheben dürfte. Dazu trägt auch ein im Mai beschleunigtes Wachstum der Löhne bei.

Leichter Gegenwind kommt von der Geopolitik. Nachdem Israel und Libanon zuletzt eine Waffenruhe vereinbarten, gibt es wieder Nachrichten über gegenseitigen Beschuss mit der proirainischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Bei den Ölpreisen herrschte gleichwohl Ruhe, sie bewegten sich nach dem jüngsten Rückgang kaum. Dazu trug bei, dass Golfstaaten eine Erholung der Produktion nach einer eventuellen Beendigung der Blockade der Straße von Hormus in Aussicht stellen. Das staatliche Ölunternehmen Kuwaits gab an, innerhalb von sechs bis acht Wochen fast 70 Prozent seiner Ölproduktion wiederherstellen zu können.

Im Fokus der Märkte standen auch die später am Tag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Mai mit möglichen Hinweisen auf Folgen des Nahost-Konflikts für die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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