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Geändert am: 07.04.2026 15:51:02

Iran-Krieg und Ölpreise im Blick: ATX und DAX im Minus -- US-Börsen schwächer -- Asiens Börsen letztlich ohne große Ausschläge

AUSTRIA

Der heimische Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstag schwächer.

Der ATX bewegte sich bereits im frühen Handel im Plus und dreht aktuell ins Minus.

Die Spannung geht einmal mehr von einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump aus. Trump hat dem Iran eine Frist bis Dienstagabend (Ortszeit US-Ostküste; Nacht auf Mittwoch MESZ) gesetzt, um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormuz wieder zu öffnen. Als Draufgabe meinte er, sollte kein Abkommen zur Beendigung des Konflikts erzielt werden, werde "heute Nacht eine ganze Zivilisation sterben."

"Je näher die Frist rückt, desto größer dürfte die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern werden", sagte Emden. "Wir befinden uns wieder in einem von Trump auferlegten Countdown und es gibt keine Möglichkeit, mit Sicherheit vorherzusagen, was passieren wird", sagte Kyle Rodda, Analyst bei Capital.com.

Der Iran-Krieg geht inzwischen in die sechste Woche und sorgt für stark gestiegene a href="/rohstoffe/oelpreis" target="_blank" rel="noopener">Ölpreise. Die Ölpreise sind am Dienstag erneut gestiegen.

Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst der Consorsbank, hält eine rasche Deeskalation für unwahrscheinlich. Die Risiken für die Energiepreise seien klar nach oben gerichtet, während die Märkte die kurzfristige Eskalationsgefahr weiterhin unterschätzten. "Für Anleger ist der Zeitpunkt noch nicht gekommen, die geopolitische Situation im Mittleren Osten ignorieren zu können."

Datenseitig sind die Augen auf den heute vom Analyseinstitut Sentix vorgelegten Konjunkturindikator gerichtet.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex bewegt sich nach dem verlängerten Osterwochenende auf rotem Terrain.

Der DAX eröffnete die Sitzung marginale 0,06 Prozent höher bei 23.181,65 Punkten und drehte anschließend ins Minus. Zwischenzeitlich notierte er jedoch klar im Plus, bevor er wieder in die Verlustzone rutscht.

Nach dem langen Osterwochenende bleibe das Ultimatum der USA gegen den Iran vorerst das marktbestimmende Thema, schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Vor dem Ablauf der Frist am Mittwoch um 2.00 Uhr zeichnet sich keine Einigung ab. US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Warnung vor einer "völligen Zerstörung" aller iranischen Kraftwerke und Brücken, falls Teheran nicht die Straße von Hormus öffnet. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Rohöl und Flüssiggas. Ein Sprecher der iranischen Militärführung reagierte mit Spott auf Trumps Drohung.

"Der DAX zeigt sich vor Ablauf des von Donald Trump gesetzten Ultimatums weiterhin erstaunlich robust", schrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen setzten einige Anleger offenbar auf einen Last-Minute-Deal und hielten damit an ihrer optimistischen Grundhaltung fest.

"Die Märkte klammern sich an das Szenario einer diplomatischen Lösung und blenden dabei viele Risiken aus", fuhr Emden fort. Je näher aber die Frist rückt, desto grösser dürfte die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern werden. Mit jeder Stunde ohne Einigung steige die Nervosität, auch wenn sich diese bislang nur begrenzt in den Kursen widerspiegele.

Der Iran-Krieg geht inzwischen in die sechste Woche und sorgt für stark gestiegene Ölpreise und im Gegenzug für deutliche Verluste an den Aktienmärkten. Zuletzt legte der Preis für die Öl-Referenzsorte Brent mit Auslieferung im Juni wieder zu, und seit Kriegsbeginn zog der Ölpreis um etwas mehr als die Hälfte an.

WALL STREET

Anleger an den US-Börsen halten sich am Dienstag zurück.

Der Dow Jones eröffnete die Sitzung 0,16 Prozent fester bei 46.744,76 Punkten, dreht anschließend aber ins Minus.
Der NASDAQ Composite startete mit 0,31 Prozent im Minus bei 21.927,09 Zählern in den Handelstag und rutscht im Anschluss tiefer in die Verlustzone.

Die US-Börsen geben am Dienstag ihre Erholungsgewinne vom Montag wieder weitgehend ab. Im Fokus steht die Forderung der USA an den Iran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Diese Meeresenge ist ein wichtiger Transportweg, nicht zuletzt für Öl und Flüssiggas. Ob es zu einer raschen Einigung oder gar einer Eskalation mit weiter steigenden Ölpreisen kommt, ist unklar. Das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump läuft am Mittwochmorgen um 2.00 Uhr (MESZ) ab.

"Ein Scheitern der Verhandlungen und eine neue heftige Angriffswelle könnten neue Schockwellen durch die Märkte schicken", befürchtet Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Doch während die Ölpreise steigen und der Juni-Kontrakt für ein Fass Brent-Öl dem März-Hoch bei etwas über 112 US-Dollar nicht mehr allzu fern ist, erscheinen die Aktien-Anleger noch relativ gelassen.

Bislang reagierte die iranische Militärführung mit Spott auf Trumps bekräftigte Warnung einer "völligen Zerstörung" aller iranischen Kraftwerke und Brücken. Der Iran meldete unterdessen Explosionen auf der Insel Charg im Persischen Golf, die vom US-Militär bereits Mitte März aus der Luft angegriffen worden war.

ASIEN

Anleger an den Börsen in Asien hielten sich am Dienstag zurück.

In Tokio notierte der Nikkei 225 zum Handelsende marginale 0,03 Prozent fester bei 53.429,56 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland stieg der Shanghai Composite um 0,26 Prozent auf 3.890,17 Zähler.

In Hongkong verabschiedete sich der Hang Seng am Vortag mit einem Minus von 0,70 Prozent bei 25.116,53 Punkten aus dem Handel. Am Dienstag blieb die Börse in Hongkong geschlossen.

Trotz einer leicht positiven Vorgabe aus dem Ostermontagshandel an der Wall Street dominierte am Dienstag im Handelsverlauf an den ostasiatischen Börsen Zurückhaltung. Trump hat Iran ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zu Mittwoch ausläuft, die wichtige Wasserstraße von Hormus freizugeben, andernfalls komme es zu schweren Angriffen auf Energieanlagen des Landes und es werde "in die Steinzeit zurückgebombt". Zugleich soll Iran ein Angebot für einen befristeten Waffenstillstand, das Pakistan als Vermittler unterbreitete, abgelehnt haben.

"Jede Umsetzung der Drohungen, Irans Energieinfrastruktur ins Visier zu nehmen, würde eine erhebliche Eskalation bedeuten und das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen erhöhen, die die Energieanlagen am Golf weiter stören könnten", sagte Anlagestratege Vasu Menon von OCBC in Singapur. An en Märkten herrschen somit weiter Stagflationssorgen, also die Angst, dass die Inflation steigt und das Wirtschaftswachstum bremst. US-Daten vom Montag zeigten, dass das Wachstum im Dienstleistungssektor im März nachließ, während die von Unternehmen für Vorleistungen gezahlten Preise so stark stiegen wie seit über 13 Jahren nicht mehr - ein frühes Anzeichen dafür, dass der andauernde Krieg mit dem Iran den Inflationsdruck erhöht.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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