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Geändert am: 08.06.2026 10:20:07
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KI-Zweifel und erneute Eskalation im Nahen Osten: ATX-Anleger trennen sich von Aktien -- DAX mit rotem Wochenauftakt -- Börsen in Asien geben nach
AUSTRIA
Die Wiener Börse startet tiefer in die neue Handelswoche.
Der ATX markierte seinen Erstkurs bei 6.083,96 Punkten und gibt im Verlauf am Montag kräftig nach.
Die Wiener Börse gibt zu Wochenbeginn wegen der neuerlichen Eskalation im Iran-Krieg und den schlechten Vorgaben der weltweiten Börsen ab. Damit knüpft der ATX an die Vorwoche an, wo es insgesamt 1,1 Prozent nach unten ging.
Am Sonntagabend hatte der Iran zum ersten Mal seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel abgefeuert, am Montag in der Früh griff dann auch Israel den Iran an. Die iranischen Angriffe erfolgten als Reaktion auf israelische Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon. Die jüngste Eskalation weckt die Befürchtung eines erneuten offenen Konflikts zwischen den beiden Ländern. Ebenfalls droht damit auch ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA zu scheitern. US-Präsident Donald Trump wollte die Gegenschläge Israels eigentlich verhindern. Er dürfte darauf hoffen, ein Rahmenabkommen mit Teheran abzuschließen.
Die Ölpreise sind nach der jüngsten Eskalation in Nahost wieder deutlich gestiegen. Am Freitagabend wurden die US-Börsen zudem von einer Gewinnmitnahmen-Welle bei den heißgelaufenen US-Tech-Aktien belastet. Das wirkte sich am Montag auch negativ vor allem auf die technologielastigen Börsen in Tokio, Taiwan und Südkorea aus, die zuletzt stark von KI-Fantasie profitiert hatten. "Erneut schüren stärker als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktdaten vor dem Hintergrund der steigenden Inflation die Erwartung einer Zinserhöhung durch die Fed", schrieb der Chefökonom James Knightley von der ING Bank am Freitag zum Auslöser der KI-Aktien-Abverkäufe.
Unternehmensseitig ist heute hierzulande wenig zu erwarten.
DEUTSCHLAND
Zum Wochenstart in Deutschland prägen rote Vorzeichen das Bild.
Der DAX rutschte zum Start 1,26 Prozent auf 2.4447,32 Punkte ab und baut seine Verluste im Verlauf weiter aus.
Die jüngste Talfahrt des DAX verschärft sich damit am Montag wegen schlechter globaler Vorgaben und der wieder eingetrübten Lage im Nahen Osten nochmals. Die Gewinnmitnahmen an den US-Börsen hatten sich am Freitagabend nach dem US-Arbeitsmarktbericht beschleunigt und dies spiegelte sich zu Wochenbeginn auch im asiatischen Handel wider - vor allem an den technologielastigen Börsen in Tokio, Taiwan und Südkorea, die zuletzt stark von KI-Fantasie profitiert hatten. "Wenn sich der heisseste Tummelplatz plötzlich in eine hektische Fluchtsituation verwandelt, bleibt das den Händlern nicht verborgen", erklärte Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management.
WALL STREET
Die Wall Street zeigte sich am Freitag mit einer markanten Talfahrt - insbesondere bei Technologieaktien.
Der Dow Jones Industrial rutschte während der Sitzung sukzessive ab und ermäßigte sich zum Handelsschluss um 1,35 Prozent auf 50.866,78 Punkte.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite verzeichnete ein kräftiges Minus von 4,18 Prozent auf 25.709,43 Zähler.
Mit heftigen Kursverlusten haben die US-Börsen am Freitag auf einen überraschend stark ausgefallenen Arbeitsmarktbericht (Payrolls) reagiert. Im Mai wurden mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze geschaffen wie von Volkswirten im Konsens erwartet. Zudem wurden die Daten für die beiden Vormonate nach oben revidiert. Das schürte die Furcht vor Zinserhöhungen der US-Notenbank. Der Arbeitsmarktbericht habe den Tauben im Offenmarktausschuss der Federal Reserve keine Vorlage geliefert, um für Leitzinssenkungen plädieren zu können, kommentierte Dirk Chlench, Senior Economist bei der LBBW. "Nach unserer Prognose wird die US-Notenbank in den kommenden Quartalen ihre Schlüsselzinsen unverändert lassen, im Zweifel sind Zinsanhebungen wahrscheinlicher", fügte er hinzu.
Technologiewerte führten mit Kursverlusten von durchschnittlich gut fünf Prozent die Liste der Verlierer mit weitem Abstand an. Kursgewinne verzeichneten die Sektoren Massenkonsumgüter, Gesundheit und Versorger.
Unter den Anlegern schien sich die Neigung zu verstärken, vor allem im Technologiesektor Gewinne mitzunehmen, zumal nachdem Broadcom am Mittwoch mit dem Ausblick enttäuscht hatte. Zum anderen werden der anstehende Börsengang von SpaceX und die Kapitalerhöhung von Meta in naher Zukunft in Summe wohl bis zu 160 Milliarden Dollar aufsaugen. Das Geld dürfte zum Teil auch durch den Verkauf anderer Technologieaktien aus den Portfolios aufgebracht werden müssen. Und nicht zuletzt reagiert der Sektor stärker auf steigende Marktzinsen, weil ein Großteil der Bewertung von Technologieunternehmen auf zukünftig erwarteten Gewinnen basiert. Steigende Zinsen verringern den heutigen Barwert dieser zukünftigen Erträge deutlich.
ASIEN
Die Börsen in Asien zeigen sich zum Wochenstart schwächer.
Der Nikkei 225 verlor schlussendlch 3,85 Prozent auf 64.024,60 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland ging es ebenfalls abwärts - der Shanghai Composite verlor zum Handelsende 1,70 Prozent auf 3.959,34 Indexpunkte.
In Hongkong rutscht daneben der Hang Seng um 1,33 Prozent auf 24.631,12 Zähler ins Minus.
Die Aktienmärkte in Fernost werden von mehreren Faktoren belastet und geben auf breiter Front teils massiv nach. Händler nennen Zinsängste, steigende Ölpreise und die Eskalation im Nahostkrieg. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag verstärken die Spekulationen in den USA auf Zinserhöhungen. Dazu flammt die militärische Auseinandersetzung zwischen dem Iran und Israel wieder auf. Beide Seiten überzogen sich mit Angriffen aus der Luft. Das dämpft Hoffnungen auf ein Friedensabkommen, in der Folge ziehen die Ölpreise an. Verkauft werden mit den Zinserhöhungssorgen unter anderem Technologiewerte aus dem Halbleiterbereich, wozu aber auch Gewinnmitanhmen nach der fulminanten Rally beitragen. Besonders betroffen sind davon die Börsen in Südkorea, Japan und Taiwan.
Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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