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Geändert am: 09.03.2026 17:48:37

Rasanter Ölpreisanstieg im Blick: ATX und DAX verabschieden sich mit Verlusten aus dem Handel -- Asiens Börsen schließen tiefrot

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt lief zum Wochenstart weiter Rückwärts.

Der ATX hatte die Woche schwächer begonnen und notierte auch im weiteren Handelsverlauf im Minus, wobei er letztlich 1,76 Prozent tiefer bei 5.308,39 Zählern aus dem Handel ging.

Die Auswirkungen des Iran-Krieges waren am Montag am Wiener Aktienmarkt deutlich spürbar. Die stark ansteigenden Ölpreise und die Befürchtungen um eine höhere Inflation sowie um einen Rückgang des Wirtschaftswachstums sorgten im Handelsverlauf für ein Minus beim ATX. Der sich ausweitende Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hatte den Ölpreis am Montag auf den höchsten Stand seit Juli 2022 getrieben.

US-Präsident Donald Trump sieht im stark gestiegenen Ölpreis ein kleines notwendiges Opfer angesichts der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm. "Kurzfristige Ölpreise, die schnell wieder sinken werden, wenn die Zerstörung des iranischen Atomprogramms beendet ist, sind ein sehr kleiner Preis, der für Sicherheit und Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. "Nur Narren würden anders denken", fügte er hinzu.

Wegen der Kämpfe im Iran meiden Tanker weiterhin die für den Öltransport wichtige Straße von Hormuz. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien erhöht zwar seine Lieferungen über das Rote Meer, die Mengen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um die Ausfälle auszugleichen. "Die Weltwirtschaft bleibt abhängig vom Fluss von Öl und Erdgas aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormuz", erklärte Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan. Ein längerer Konflikt könnte den Ölpreis über 120 Dollar treiben und eine weltweite Rezession auslösen.

Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) wollten noch am Montag über eine mögliche Freigabe von Notfall-Ölreserven beraten, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus französischen Regierungskreisen erfuhr. Die "Financial Times" hatte zuerst über die Erwägungen berichtet. Ziel der Sitzung sei es, den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Ölpreisanstieg abzufedern.

Ins Blickfeld rückten auch heimische Konjunkturdaten. Wegen stark gestiegener Importe aus China sowie eines deutlichen Rückgangs der Ausfuhren in die USA verzeichnete Österreich 2025 ein Handelsbilanzdefizit von 6,6 Mrd. Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) warnte bei der Präsentation der Zahlen davor, dass Europa ein "Ausweichmarkt für Dumpingimporte aus China" werde. Mit Abstand wichtigster Handelspartner Österreichs bleibt Deutschland. Mit den EU-Ländern halten sich Exporte und Importe ungefähr die Waage.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt verlor am Montag weiter an Boden.

Der DAX startete die Sitzung deutlich leichter und notierte auch im weiteren Verlauf auf tiefrotem Terrain. Letztlich konnte der Leitindex die Verluste etwas verringern und verabschiedete sich mit einem Minus von 0,77 Prozent bei 23.409,37 Punkten aus dem Handel.

Für die europäischen Anleger wurde die Rückkehr aus dem Wochenende wegen des eher noch zugespitzten Iran-Kriegs zum bösen Erwachen. Zumindest brach der DAX aber nicht ganz so massiv ein, wie noch am frühen Morgen befürchtet wurde. In der Früh hatte es am Tief von 22.705 Punkten noch nach einem Einbruch auf das tiefste Niveau seit Frühjahr vergangenen Jahres ausgesehen. Nun war es nur noch ein Tief seit November. Vor allem der rasende Anstieg der Energiepreise schockiert aber und schürt zunehmend die Inflations- und Wachstumssorgen. Der Iran hat einen neuen obersten Führer bestimmt, aber auch der Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei wird von Israel und den USA wieder bedroht. Ein schnelles Ende des Kriegs und eine Normalisierung der Ölproduktion in der Region scheinen nicht absehbar.

"Die Angst davor, dass das schwarze Gold die Weltkonjunktur ausbremsen könnte, ist deutlich grösser geworden", schrieb der Experte Christian Henke vom Broker IG. US-Präsident Trump fordere eine bedingungslose Kapitulation des Iran und in der Folge davon drohe der Militäreinsatz länger anzudauern. "Und dies dürfte nicht im Sinne der Anleger sein", so der Experte.

Die geopolitisch getriebene Flucht aus dem Risiko schreite fort, schrieb denn auch der JPMorgan-Anlagestratege Mislav Matejka. Er erinnerte jedoch daran, dass der Aktienmarkt sein Tief meist dann findet, wenn die Anlegerstimmung am schlechtesten ist. Matejka wäre entsprechend jedenfalls nicht überrascht, wenn der Kursrutsch in dieser oder der kommenden Woche endet.

WALL STREET

An den US-Börsen zeigt sich am Montag ein gemischtes Bild.

Zum Handelsauftakt fiel der Dow Jones um 0,27 Prozent auf 47.371,28 Punkte. Auch im Anschluss baut der Index seine Verluste deutlich aus.
Der NASDAQ Composite eröffnete die Sitzung um 0,91 Prozent tiefer auf 22.184,05 Punkte, kann jedoch im weiteren Verlauf in die Gewinnzone vordringen.

Der Iran-Krieg und im Gefolge der Ölpreis bleibt Taktgeber der Wall Street. Händler sprechen von Stagflationsängsten. Am Morgen hatte eine Preisexplosion bei Erdöl die Aktienbörse global massiv unter Druck gebracht. Der Preis der global gehandelten Rohölsorte Brent schoss in der Spitze auf fast 120 Dollar je Barrel. Anschließend legte sich die Panik etwas, die Ölpreise kamen von den Höchstständen deutlich zurück - auch weil die Hoffnung die Runde macht, die G7-Staaten könnten eine Öffnung ihrer strategischen Erdölreserven erwägen. Laut französischem Finanzminister Roland Lescure bereitet die G7 entsprechende Schritte vor. Gleichwohl verharrt der Ölpreis aber weiter auf stark erhöhtem Niveau und belasten die US-Börsen.

"Der entscheidende Faktor ist hier die Dauer des Preisanstiegs und des Konflikts selbst. Je kürzer die Dauer, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Auswirkungen nur vorübergehend sind und die Wirtschaft widerstandsfähig bleibt", so Chefmarktstrategin Carol Schleif von BMO Private Wealth. Auslöser für den Rohölanstieg sind Angriffe auf iranische Öltanker und Öllager durch Israel. "Das ist eine neue Eskalationsstufe. (...)", sagt XTB-Analyst Jens Klatt. Er setzt auf die US-Zwischenwahlen im November. "Wenn die Republikaner bzw. US-Präsident Trump hier einen Sieg einfahren wollen, muss der Ölpreis zurück unter 100 Dollar - und zwar deutlich", meint er. Die Rohölrally könnte die Preise aber kurzfristig auf über 150 Dollar treiben, halten die Analysten von Macquarie dagegen. Mit der faktischen Schließung der Seestraße von Hormus kann Erdöl nicht mehr abtransportiert werden, daher drosseln laut Berichten Irak und Kuwait ihre Förderung, weil Platz zur Lagerung des aufgestauten Rohöls fehlt.

Am Rentenmarkt halten sich ölpreisbedingte Inflationssorgen und Konjunkturängste in etwa die Waage. Zwar sorgt der Ölpreisschock für Konjunkturängste - gerade nach den zuletzt schwachen Arbeitsmarktdaten. Doch die vom Ölpreisanstieg befeuerte Inflation gibt der US-Notenbank kaum Spielraum für Zinssenkungen.

ASIEN

Die Börsen in Fernost zeigten sich am Montag mit starken Verlusten.

In Tokio verlor der Nikkei 225 letztlich 5,2 Prozent auf 52.728,72 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland waren ebenfalls rote Zahlen zu sehen: Der Shanghai Composite sank um 0,67 Prozent auf 4.096,60 Zähler.

In Hongkong gab daneben der Hang Seng um 1,35 Prozent auf 25.408,46 Zähler nach.

Die jüngste Entwicklung der Ölpreise vor dem Hintergrund des im Iran-Kriegs ließ die Aktienkurse an den Börsen in Ostasien am Montag einbrechen. Mit den Ölpreisen geht es nochmals rasanter als zuletzt bereits immer weiter nach oben. Erstmals seit 2022 kostet das Barrel Öl wieder mehr als 100 Dollar. Phasenweise betrug der Anstieg des Ölpreises sogar rund 30 Prozent. Der fortgesetzte Anstieg der Ölpreise schürt Inflationssorgen, was an den Börsen für Verkäufe sorgte. Dazu kommen Sorgen vor Störungen in den Lieferketten.

Überraschend stark gestiegene chinesische Verbraucherpreise im Februar belasteten nicht, sie werden tendenziell eher als Belebungsanzeichen der mauen Konjunktur gewertet. Beobachter sprachen außerdem von einem Sondereffekt aufgrund des chinesischen Neujahrsfests.

Am Sonntag hatten israelische Streitkräfte vier Öllager in Teheran bombardiert, was eine dichte Rauchwolke über der Stadt zur Folge hatte. Im Gegenzug griff der Iran eine Wasserentsalzungsanlage in Bahrain an. Auch Ziele in Israel wurden angegriffen. Derweil meldete das iranische Staatsfernsehen, dass der Sohn des getöteten Ayatollah Chamenei, Modschtaba, zu dessen Nachfolger ernannt worden sei.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Ölpreisanstieg in einem Social-Media-Post als "sehr kleinen Preis", der für den Frieden zu zahlen sei. Der Preis werde rasch fallen, wenn die Zerstörung der iranischen nuklearen Bedrohung abgeschlossen sei, so Trump.

Analysten äußerten sich indessen besorgt über die möglichen Folgen der drastisch gestiegenen Ölpreise für die Wirtschaft. Wenn die Straße von Hormus, ein wichtiger Transportweg für Öl, länger nicht passierbar sei, könnte der Preis für ein Barrel Öl auf 150 Dollar oder sogar höher steigen, hieß es von Price Futures Group.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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