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Geändert am: 11.06.2026 08:27:36
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Neue US-Angriffe auf Iran: ATX und DAX vor tieferem Start -- Asiens Börsen leichter
AUSTRIA
Die Wiener Börse dürfte sich am Donnerstag schwächer präsentieren.
Der ATX verliert vorbörslich zeitweise moderat.
Mit einem leichteren Start rechnen Händler in den Donnerstag. Trotz erneuter US-Angriffe auf den Iran zeigen sich die Börsen recht widerstandsfähig, auch die ölpreissensitiven Börsen in Asien, wo die Verluste sehr moderat ausfallen. Die Märkte rechneten weiter mit einer baldigen Lösung, weil US-Präsident Trump mit den näherkommenden Zwischenwahlen unter Druck stehe, heisst es. Dazu komme die Fussball-WM: "Alle gehen davon aus, dass sich Donald Trump während der heute beginnenden WM als Friedenspräsident inszenieren will", sagt Thomas Altman von QC Partners. Deswegen fielen die Reaktionen der Börsen auf die erneuten Angriffe äusserst moderat aus. Zentrales Thema ist aber der EZB-Zinsentscheid. Die absolute Mehrheit der Analysten geht davon aus, dass die EZB die Leitzins um 25 Basispunkte anheben wird. "Der eigentliche Fokus des Treffens liegt darauf, welche Signale die Kommunikation bezüglich künftiger geldpolitischer Schritte senden wird", sagt Citi-Analyst Arnaud Mares.
DEUTSCHLAND
Anleger am deutschen Aktienmarkt dürften auch am Donnerstag vorsichtig agieren.
So notiert der DAX vorbörslich zeitweise leicht im Minus.
Überwiegend negative Einflussfaktoren dürften am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag für Zurückhaltung sorgen. Die wieder zunehmenden Spannungen in Nahost, hinterfragte hohe KI-Bewertungen und die Aussicht auf steigende Zinsen sollte die Anleger Vorsicht walten lassen.
Die USA und der Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge heftig gegenseitig beschossen. Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners glaubt aber kaum jemand an eine langfristige erneute Eskalation. "Alle gehen davon aus, dass sich Donald Trump während der heute beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft als Friedenspräsident inszenieren will", kommentierte der Experte am Morgen.
Am Donnerstag wird nun fest damit gerechnet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) wegen der Folgen des Iran-Kriegs ihren Leitzins am Nachmittag um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Auch eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr gilt unter Experten bereits weitgehend eingepreist. Der Anlegerfokus werde darauf liegen, welche Signale hinsichtlich künftiger geldpolitischer Schritte gegeben werden, bemerkte Ökonom Arnaud Mares von der Citigroup.
WALL STREET
Die US-Börsen erlitten am Mittwoch Verluste.
Der Dow Jones Industrial sank zur Wochenmitte um 1,87 Prozent und schloss bei 49.919,21 Zählern.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite gab daneben um 1,98 Prozent auf 25.169,50 Punkte nach.
Zur Wochenmitte spielte sich ein leichterer Handel an den US-Börsen ab, nachdem die Mai-Daten zu den Verbraucherpreisen wie erwartet ausgefallen waren. Auch werde vor dem Mega-Börsengang von SpaceX am Freitag Liquidität aus dem Markt gezogen, heisst es aus dem Handel.
Die Verbraucherpreise stiegen im vergangenen Monat in der Gesamtrate wie von Volkswirten im Konsens erwartet um 0,5 (April: 0,6) Prozent zum Vormonat. Auf Jahressicht betrug der Preisanstieg 4,2 (April: 3,8) Prozent. Auch dies deckte sich mit der Konsenserwartung. In der Kernrate wich der Anstieg mit 0,2 (April: 0,4) Prozent geringfügig von der Konsensschätzung ab, die bei 0,3 Prozent gelegen hatte. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Kernteuerung wie erwartet 2,9 (April: 2,8) Prozent. Ursächlich für den beschleunigten Preisauftrieb ist vor allem der infolge des Nahost-Konflikts kräftig gestiegene Ölpreis.
Am Markt herrsche grosse Unsicherheit darüber, wie die US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh auf die Daten reagieren werde, kommentiert Marktstratege Gustav Helgesson von SEB. Eine hohe Inflation könnte die Marktzinsen weiter nach oben treiben, den Dollar aufwerten lassen und die Aktienmärkte weltweit unter Druck setzen, fügt er hinzu. Die US-Notenbank wird in der kommenden Woche ihre erste Zinssitzung unter der Leitung von Warsh abhalten. Der Anstieg der Inflation in den vergangenen Monaten in Verbindung mit einer soliden Beschäftigungslage in den USA lässt immer mehr Marktteilnehmer zu der Überzeugung gelangen, dass die Federal Reserve bis zum Jahresende die Zinsen erhöhen muss, um den Preisauftrieb einzudämmen.
ASIEN
Die Börsen in Asien notieren am Donnerstag mit Verlusten.
Der Nikkei 225 in Japan fällt zeitweise minimale 0,14 Prozent auf 64.087,00 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland geht es jedoch nach unten: Der Shanghai Composite gibt 0,73 Prozent ab auf 3.964,24 Zähler.
In Hongkong notiert der Hang Seng derweil 1,11 Prozent tiefer bei 24.136,17 Einheiten.
An den ostasiatischen Aktienmärkten geht es am Donnerstag auf breiter Front nach unten mit den Indizes. Belastend wirken laut Marktteilnehmern der anhaltende Ausverkauf bei Technologieaktien und die verstärkten militärischen Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Die USA erklärten, sie hätten mehrere militärische Ziele im Iran angegriffen, woraufhin Teheran Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte und Verbündete im Nahen Osten durchführte. US-Präsident Donald Trump hatte die Angriffe angekündigt mit dem Ziel, den Druck auf den Iran zu verstärken.
Weil ohne eine Vereinbarung die wichtige Ölpassage, die Straße von Hormus, weiter kaum passierbar bleiben dürfte, ziehen in der Folge ziehen die Ölpreise auch wieder an, was wiederum Inflationsbefürchtungen hervorruft. Am Vortag waren neue Inflationszahlen aus den USA zwar weitgehend wie erwartet ausgefallen, sie zeigten damit aber auch das erwartet weiter zu hohe Niveau im Vergleich zum Inflationsziel der US-Notenbank. Neue Hinweise werden später am Tag von den Produzentenpreisdaten erwartet.
Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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Wirtschaftsdaten
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