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Geändert am: 11.06.2026 22:04:08

Nach EZB-Leitzinsentscheid: Wall Street beendet Handel stark -- ATX schlussendlich im Plus -- DAX schließt stabil -- Asiens Börsen letztlich mehrheitlich leichter

AUSTRIA

Die Wiener Börse präsentierte sich am Donnerstag stark.

Der ATX gewann im frühen Handel und zog im weiteren Verlauf noch stärker an. Schlussendlich ging er 1,74 Prozent höher bei 6.072,67 Punkten in den Feierabend.

Der Wiener Aktienmarkt hat am Donnerstag nach der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Erholung eingeleitet. In einer allgemein freundlichen Entwicklung waren insbesondere klare Erholungsgewinne im Bankensektor dafür verantwortlich, dass der ATX stieg.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen wie erwartet angehoben. Der Einlagensatz steigt um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent, wie die Notenbank mitteilte.

Die jüngsten Entwicklungen am Persischen Golf brachten nur einen moderaten Anstieg der Ölpreise mit sich und belasteten die Aktienkurse daher kaum. Die USA und der Iran beschossen sich in der zweiten Nacht in Folge heftig gegenseitig - womit sich der Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt.

DEUTSCHLAND

Anleger am deutschen Aktienmarkt zeigten sich am Donnerstag verunsichert.

So notierte der DAX zum Börsenstart kaum verändert und pendelte im Anschluss zunächst weiter um die Nulllinie. Im Tagesverlauf verzeichnete der deutsche Leitindex dann zeitweise deutliche Kursschwankungen. Letztlich ging er 0,06 Prozent fester bei 24.209,71 Zählern aus dem Handel.

Der über weite Strecken des Handels freundliche deutsche Aktienmarkt wurde am Donnerstagnachmittag nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran verunsichert. Die erwartete Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte nur wenig Einfluss auf die Kurse.

"Die USA werden den Iran heute Nacht 'sehr hart' treffen", schrieb Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. "In nicht allzu ferner Zukunft werden wir die Insel Kharg und andere wichtige Öl-Infrastrukturstandorte einnehmen und die vollständige Kontrolle über ihre Öl- und Gasmärkte übernehmen", fügte er hinzu.

Mit der ersten Zinserhöhung seit fast drei Jahren stemmt sich die EZB gegen den Inflationsschub infolge des Iran-Kriegs. Die Euro-Währungshüter hoben den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an. Die letzte Zinserhöhung im Euroraum gab es im September 2023. Höhere Zinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann.

WALL STREET

Die US-Börsen zeigten sich am Donnerstag kräftig im Plus.

Der Dow Jones Industrial eröffnete die Sitzung minimal höher und baute seine Gewinne anschließend deutlich aus. Sein Schlussstand: 50.831,35 Punkte (+1,83 Prozent).
Der Techwerteindex NASDAQ Composite startete moderat fester und notierte im weiteren Verlauf merklich höher. Er ging mit einem Aufschlag von 2,54 Prozent bei 25.809,66 Punkten in den Feierabend.

Die US-Börsen bauten ihre Gewinne im Handelsverlauf aus. US-Präsident Donald Trump hat die für den heutigen Abend geplanten Militärschläge gegen den Iran überraschend abgesagt. Als Begründung verwies der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social auf laufende Verhandlungen, die inzwischen die höchste Führungsebene in Teheran erreicht hätten. Die schon davor gute Marktentwicklung begründete Julian Emanuel von Evercore ISI mit der Angst vieler Anleger am Vorabend des Börsengangs von SpaceX, künftige Kursgewinne zu verpassen.

An den Börsen setzte sich zugleich die zuletzt beobachtete Entwicklung im Technologiesektor fort: Halbleiterwerte zeigten relative Stärke, während Softwaretitel unter Druck gerieten. Besonders deutlich traf es Oracle, nachdem der Konzern mit seinen Quartalszahlen auf einen weiterhin hohen Kapitalbedarf hingewiesen hatte. Analysten von Vital Knowledge verwiesen darauf, dass erhebliche Investitionen nötig seien, um die Kapazitäten für den stark wachsenden Auftragsbestand auszubauen.

ASIEN

Die Börsen in Asien notierten am Donnerstag mehrheitlich mit Verlusten.

Der Nikkei 225 in Japan stieg schlussendlich minimale 0,06 Prozent auf 64.217,27 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland ging es jedoch nach unten: Der Shanghai Composite gab 0,16 Prozent ab auf 3.987,02 Zähler.

In Hongkong notierte der Hang Seng letztlich 0,65 Prozent tiefer bei 24.249,29 Einheiten.

An den ostasiatischen Aktienmärkten ging es am Donnerstag auf breiter Front nach unten mit den Indizes. Belastend wirkten laut Marktteilnehmern der anhaltende Ausverkauf bei Technologieaktien und die verstärkten militärischen Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Die USA erklärten, sie hätten mehrere militärische Ziele im Iran angegriffen, woraufhin Teheran Vergeltungsschläge gegen US-Stützpunkte und Verbündete im Nahen Osten durchführte. US-Präsident Donald Trump hatte die Angriffe angekündigt mit dem Ziel, den Druck auf den Iran zu verstärken.

Weil ohne eine Vereinbarung die wichtige Ölpassage, die Straße von Hormus, weiter kaum passierbar bleiben dürfte, zogen in der Folge ziehen die Ölpreise auch wieder an, was wiederum Inflationsbefürchtungen hervorruft. Am Vortag waren neue Inflationszahlen aus den USA zwar weitgehend wie erwartet ausgefallen, sie zeigten damit aber auch das erwartet weiter zu hohe Niveau im Vergleich zum Inflationsziel der US-Notenbank. Neue Hinweise werden später am Tag von den Produzentenpreisdaten erwartet.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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EEX Strompreis Phelix DE 98,50 0,65 0,66
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Heizölpreis 85,86 -1,85 -2,11
Holzpreis 617,00 1,00 0,16
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Kupferpreis 13 340,60 38,35 0,29
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Platinpreis 1 553,00 -2,00 -0,13
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Reispreis 12,81 -0,02 -0,12
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Zinnpreis 51 049,00 748,00 1,49
Zuckerpreis 0,15 0,01 6,21
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