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Geändert am: 13.03.2026 21:08:15

ATX geht sehr schwach ins Wochenende -- DAX beendet Freitagshandel im Minus -- Wall Street schlussendlich schwächer -- Asiens Börsen schließt in Rot

AUSTRIA

Anleger am Wiener Aktienmarkt ergriffen am Freitag die Flucht.

Der ATX hat die Sitzung bereits deutlich tiefer begonnen und notierte auch im weiteren Verlauf auf schwachem Niveau. Sein Schlussstand: 5.263,07 Punkte (-1,61 Prozent).

Der Krieg der USA und Israel gegen den Iran hat den Wiener Aktienmarkt auch am Freitag weiter belastet. Der heimische Leitindex schließt die zweite vom Iran-Krieg geprägte Handelswoche mit einem deutlichen Wochenverlust. Die Anleger blieben vor dem Wochenende wegen möglicher weiterer Ereignisse im Nahen Osten vorsichtig.

Vom fast drei Wochen alten Rekordhoch bei knapp 5.867 Punkten ist der ATX bereits um rund knapp zehn Prozent zurückgefallen. Damit bewegt sich der Leitindex wieder in der charttechnischen Korrekturzone, die üblicherweise ab einem Rückgang von rund zehn Prozent von der vorherigen Kursspitze definiert wird. Diese Schwelle hatte das Börsenbarometer im früheren Verlauf der Woche bereits vorübergehend unterschritten.

Der Brent-Preis hielt sich am Freitagvormittag weiterhin über der Marke von 100 US-Dollar. Irans neuer Führer Mojtaba Khamenei hatte am Donnerstag bekräftigt, dass die Straße von Hormuz geschlossen bleiben soll. Zudem drohte der Iran mit weiteren Angriffen auf die Öl- und Gas-Infrastruktur der Region. Die erhöhten Energiepreise schlagen sich durch wachsende Sorgen über die Auswirkungen auf Inflation und Konjunktur wiederum auf die Aktienkurse nieder. Fraglich ist noch, wie die Europäische Zentralbank (EZB) auf einen Inflationsanstieg reagieren würde.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt verzeichnete vor dem Wochenende letztlich wieder Abgaben.

Der DAX notierte zur Startglocke bereits leichter und bewegte sich anschließend weiter auf rotem Terrain - die Verluste konnten dann zeitweise wettgemacht werden, sodass er am Nachmittag leicht im Plus tendierte. Dann gab er jedoch wieder deutlicher ab und beendete die Handelswoche mit einem Minus von 0,60 Prozent bei 23.447,29 Punkten.

Fast zwei Wochen nach Kriegsausbruch im Iran musste der DAX am Freitag erneut Verluste verbuchen. Die Risikobereitschaft blieb vor dem Wochenende gedämpft, denn an den vergangenen Montagen hatte es jeweils ein böses Erwachen gegeben wegen des Iran-Kriegs.

Der Ölpreis blieb zu Wochenschluss das entscheidende Thema, während der Iran mit weiteren Attacken auf die Öl- und Gas-Infrastruktur der Golfregion drohte. Für Gesprächsstoff sorgte im Tagesverlauf die Erlaubnis der USA, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürfen, das sich bereits auf Schiffen befindet. Ausserdem berichtete die "Financial Times", dass Frankreich und Italien das Gespräch mit Teheran suchen sollen, um eine sichere Passage durch die Strasse von Hormus zu erreichen.

Wie der Aktienstratege Emmanuel Cau von der Barclays Bank schrieb, sind die Aktienmärkte bislang noch nicht so stark gefallen wie bei früheren Ölpreisschocks. Anleger glaubten noch an den "Trump-Put", also die Annahme, dass der US-Präsident rechtzeitig eingreift, wenn die Märkte stärker unter Druck geraten. "Die Nervosität wächst jedoch täglich und je länger die Straße von Hormus geschlossen bleibt, desto stärker dürften die Märkte in Richtung Stagflation tendieren", warnte der Experte. In diesem Szenario stagniert das Wirtschaftswachstum, während die Inflation anzieht. Vor diesem Hintergrund rückten die Zinsentscheide der großen Notenbanken in den Mittelpunkt, die in der kommenden Woche anstehen.

WALL STREET

Die US-Börsen zeigten sich am Freitag tiefer.

Der Dow Jones startete nahe der Nulllinie und legte anschließend deutlich zu. Im weiteren Verlauf fiel er jedoch ins Minus zurück, wo er den Tag letztlich 0,25 Prozent schwächer bei 46.559,83 Punkten beendete.
Der NASDAQ Composite eröffnete höher, drehte anschließend jedoch ebenso in die Verlustzone. Sein Schlussstand: 22.105,36 Zähler (-0,93 Prozent).

Die US-Börsen haben ihren am Freitag gestarteten vorsichtigen Erholungsversuch rasch wieder beendet. Belastet wurde die Stimmung zuletzt vor allem durch die zunehmende Eskalation des Iran-Kriegs und die damit verbundenen steigenden Ölpreise. Zuvor hatten im frühen Handel enttäuschende Konjunkturdaten noch Hoffnungen der Anleger auf zumindest eine Leitzinssenkung der US-Notenbank in diesem Jahr geweckt. Hintergrund ist, dass die US-Wirtschaft im Schlussquartal 2025 schwächer gewachsen ist als von Ökonomen erwartet.

ASIEN

Die Börsen in Fernost wiesen am Freitag rote Vorzeichen aus.

In Tokio verlor der Nikkei 225 1,16 Prozent auf 53.819,61 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland sank der Shanghai Composite um 0,82 Prozent auf 4.095,45 Zähler.

In Hongkong gab der Hang Seng um 0,98 Prozent auf 25.465,60 Zähler ab.

Der andauernde Iran-Krieg und seine Folgen lasteten auch am Freitag auf den Börsen in Ostasien. Vor allem die drastisch gestiegenen Ölpreise weckten Konjunktur- und Inflationssorgen, zumal in der kommenden Woche zahlreiche Notenbanksitzungen anstehen. Unter anderem tagen die US-Notenbank, die Bank of England, die Europäische Zentralbank und die Reserve Bank of Australia (RBA). Mit den Ölpreisen dürfte die Inflation steigen, was die Notenbanken dazu veranlassen könnte, Zinssenkungen zu verschieben oder die Zinsen gar anzuheben.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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