Geändert am: 16.07.2026 22:01:44

ATX und DAX letztlich im Minus -- Wall Street schließt tiefer -- Asiens Börsen schlussendlich überwiegend in Rot

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt gab am Donnerstag nach.

So eröffnete der ATX kaum verändert, rückte anschließend vorübergehend in der Gewinnzone vor, bevor er dann ins Minus drehte und dort verharrte. Er beendete den Handel 0,18 Prozent leichter bei 6.459,67 Punkten.

Die Wiener Börse konnte am Donnerstag seine zeitweise kräftigen Abschläge letztlich etwas eingrenzen. Nachrichten aus dem Nahen Osten sind aktuell der Haupttreiber an den internationalen Finanzmärkten, schrieben die Helaba-Analysten in ihrem Tagesausblick. So gibt es die berechtigte Sorge, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Lösung des Konflikts endgültig scheitern. Die Ölpreise sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen, was auch mit der erneuten US-Blockade iranischer Häfen zu erklären ist, hieß es weiter von den Experten.

DEUTSCHLAND

Am deutschen Aktienmarkt zeigten sich die Anleger am Donnerstag in Verkaufslaune.

So startete der DAX nahezu unverändert und fiel im weiteren Verlauf auf rotes Terrain. Dabei ist er wieder deutlich unter die 25.000-Punkte-Marke abgerutscht. Sein Schlussstand: 24.915,49 Punkte (-0,34 Prozent).

Gegenwind kam von den schwachen asiatischen Märkten. Zuletzt drückte zudem ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters auf die Stimmung. Informierten Kreisen zufolge soll der Iran von der jemenitischen Huthi-Bewegung Unterstützung für eine Sperrung der Ölroute durch das Rote Meer für den Fall erbeten haben, dass die Vereinigten Staaten wie angedroht Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur starten, hiess es.

Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets verwies auf die weiteren Gewinnmitnahmen im asiatischen Halbleitersektor - starke Geschäftszahlen sowie die angehobenen Umsatz- und Investitionsziele des taiwanesischen Chipherstellers TSMC halfen ihm nicht. Die offiziellen Quartalszahlen hätten die teils bereits bekannten Eckdaten lediglich bestätigt, und "die Skepsis der Investoren über die weitere Entwicklung im KI- und Rechenzentrumsgeschäft in der spätzyklischen Phase bleibt", betonte der Experte.

WALL STREET

Die Wall Street tendierte am Donenrstag abwärts.

Der Dow Jones Industrial notierte zur Eröffnung höher und legte zunächst auch weiter etwas zu, bevor er in die Verlustzone absackte. Letztendlich ging er 0,2 Prozent leichter bei 52.553,62 Punkten in den Feierabend.
Der Technologiewerteindex NASDAQ Composite startete bereits tiefer in den Tag und bewegte sich auch im weiteren Verlauf im Minus. Zum Handelsende wurden Verluste in Höhe von 1,47 Prozent bei 25.881,95 Zählern verzeichnet.

Für die US-Aktienmärkte spielte sich am Donnerstag ein schwächerer Handel ab, wobei insbesondere Halbleiterwerte unter der erlahmenden KI-Rally litten; selbst starke TSMC-Zahlen blieben wirkungslos.

Zusätzlicher Druck kam von robusten Konjunkturdaten: Die im Juni erwartungsgemäß gestiegenen Einzelhandelsumsätze, überraschend starke Philadelphia-Fed-Daten und rückläufige Arbeitslosenhilfe-Erstanträge schüren Zinssorgen. In der Folge kletterte die Rendite zehnjähriger US-Anleihen. Für Wachstumsaktien aus dem Tech-Sektor ist dies doppelt negativ, da steigende Zinsen den Barwert zukünftiger Gewinne schmälern und die Finanzierungskosten in die Höhe treiben.

Am Rohstoffmarkt legten die Ölpreise nach Verlusten wieder zu, gestützt durch anhaltende US-Militärschläge im Iran und die fortgesetzte Blockade der Straße von Hormus.

ASIEN

Die Börsen in Asien wiesen am Donnerstag überwiegend rote Vorzeichen aus.

In Tokio schloss der Nikkei 225 mit einem Verlust von 2,79 Prozent bei 66.835,54 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland verlor der Shanghai Composite um 1,85 Prozent auf 3.882,41 Punkte.

In Hongkong legte der Hang Seng bis Handelsschluss um 1,33 Prozent auf 25.008,60 Indexpunkte zu.

Auf die Stimmung drückten die fortgesetzten gegenseitigen Attacken im Iran-Krieg, auch wenn sich die Ölpreise darauf zuletzt nicht weiter nach oben bewegten. Dazu erhöhte die koreanische Notenbank erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder die Leitzinsen, um der zu hohen Inflation zu begegnen. Der Schritt wurde allerdings allseits erwartet. Der Leitzins liegt nun 25 Basispunkte höher bei 2,75 Prozent.

In Hongkong stützten wie schon ähnlich in den USA zu beobachten, Kursgewinne bei Technologieschwergewichten aus dem Nicht-Halbleiterbereich.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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