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Geändert am: 17.07.2026 12:57:03
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ATX und DAX in Rot -- Asiens Börsen schlussendlich im Minus
AUSTRIA
Der Wiener Aktienmarkt präsentiert sich am Freitag schwächer.
So eröffnete der ATX im Minus und bleibt auch anschließend auf rotem Terrain.
Am Wiener Aktienmarkt hat sich die leichte Kursschwäche der Vortage vor dem Wochenende noch einmal verschärft. Weitere Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten und eine Fortsetzung der Angriffe im Nahen Osten minderten vor dem Wochenende allgemein die Risikofreude am Markt. Beim ATX, der aufgrund seiner zyklischen Zusammensetzung Marktschwankungen üblicherweise verstärkt nachvollzieht, fielen die Verluste damit noch einmal deutlicher aus als im europäischen Umfeld. Damit fiel er weiter von der 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend ab und droht auf den tiefsten Stand seit Ende Juni zu fallen. Auf Wochensicht deutet sich ein Verlust von zwei Prozent an.
Sehr schwache Vorgaben lieferten die asiatischen Börsen. Vor allem in Tokio sowie zuvor schon an der US-Technologie-Börse NASDAQ Composite standen einmal mehr besonders Aktien mit KI-Bezug unter Druck. Nach deren Rally bis in den Juni hinein machen viele Anleger weiter Kasse.
Im Nahen Osten führten die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort, aber ohne größere Auswirkungen auf die Ölpreise. Die Marktteilnehmer hätten sich jedoch bereits an das Szenario eines gescheiterten Friedensabkommens gewöhnt, schrieben die Marktbeobachter der Helaba.
DEUTSCHLAND
Am deutschen Aktienmarkt bleiben die Anleger am Freitag vorsichtig.
So startete der DAX 0,64 Prozent schwächer bei 24.755,09 Punkten und steht auch im weiteren Handelsverlauf im Minus.
Tiefrote Vorgaben aus der internationalen Tech-Branche haben am Freitag auch den Dax in Mitleidenschaft gezogen.
Marktexperte Stephen Innes verwies darauf, dass aktuell neben Gewinnmitnahmen auch Druck auf den Markt komme durch eine Korrektur bei Anlageprodukten, die mit Hebel - also im Grunde auf Pump - Investments in KI-Aktien erlaubt hätten. Dieser Korrekturprozess könnte noch eine Weile andauern.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank konstatierte eine zunehmende Angst der Anleger, dass mit der Korrektur der Halbleiter- und KI-Titel "zunehmend andere, vielleicht unbeteiligte Aktien in Sippenhaft genommen werden". Denn "je stärker die Kurse fallen, desto größer wird der Zwang, ausufernde Verluste bei Technologieaktien durch den Verkauf anderer Werte auszugleichen". Zudem bedrohe der sich verschärfende Konflikt im Nahen Osten die weltweiten Energie-Lieferketten.
Die internationale Tech-Schwäche belastete naturgemäß vor allem die hiesigen Branchentitel.
WALL STREET
Die Wall Street tendierte am Donenrstag abwärts.
Der Dow Jones Industrial notierte zur Eröffnung höher und legte zunächst auch weiter etwas zu, bevor er in die Verlustzone absackte. Letztendlich ging er 0,2 Prozent leichter bei 52.553,62 Punkten in den Feierabend.
Der Technologiewerteindex NASDAQ Composite startete bereits tiefer in den Tag und bewegte sich auch im weiteren Verlauf im Minus. Zum Handelsende wurden Verluste in Höhe von 1,47 Prozent bei 25.881,95 Zählern verzeichnet.
Für die US-Aktienmärkte spielte sich am Donnerstag ein schwächerer Handel ab, wobei insbesondere Halbleiterwerte unter der erlahmenden KI-Rally litten; selbst starke TSMC-Zahlen blieben wirkungslos.
Zusätzlicher Druck kam von robusten Konjunkturdaten: Die im Juni erwartungsgemäß gestiegenen Einzelhandelsumsätze, überraschend starke Philadelphia-Fed-Daten und rückläufige Arbeitslosenhilfe-Erstanträge schüren Zinssorgen. In der Folge kletterte die Rendite zehnjähriger US-Anleihen. Für Wachstumsaktien aus dem Tech-Sektor ist dies doppelt negativ, da steigende Zinsen den Barwert zukünftiger Gewinne schmälern und die Finanzierungskosten in die Höhe treiben.
Am Rohstoffmarkt legten die Ölpreise nach Verlusten wieder zu, gestützt durch anhaltende US-Militärschläge im Iran und die fortgesetzte Blockade der Straße von Hormus.
ASIEN
Die Börsen in Asien erleiden am Freitag Abschläge.
In Tokio schloss der Nikkei 225 mit einem Verlust von 4,03 Prozent bei 64.141,12 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland fiel der Shanghai Composite um 3,05 Prozent auf 3.764,16 Punkte.
In Hongkong gab der Hang Seng bis Handelsende um 1,78 Prozent auf 24.562,24 Indexpunkte ab.
Die asiatischen Aktienmärkte folgten damit der Vorlage der Wall Street, insbesondere den technologielastigen Nasdaq-Indizes. Einmal mehr kam es zu einer Verkaufswelle im Technologiesektor. Marktteilnehmer erklärten das mit Sorgen über mittlerweile viel zu hohe Bewertungen und verwiesen außerdem auf die andauernd extrem hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz.
Wieder einmal standen besonders Halbleiterwerte unter Druck, die bisherigen Highflyer des Jahres - und das trotz jüngst besser als erwartet ausgefallener Geschäftszahlen von TSMC und ASML. Laut Marktstratege James Ooi von Tiger Brokers hinterfragen die Marktakteure nach der Kursrally im bisherigen Jahresverlauf zunehmend die hohen Bewertungen. Deshalb reichten auch gute Unternehmenszahlen nicht mehr für weitere Kursanstiege.
Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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