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Geändert am: 19.06.2026 20:57:11

Tag des großen Verfalls: ATX geht stabil ins Wochenende -- DAX schließt etwas tiefer -- Wall Street ruht feiertagsbedingt -- Asiens Börsen letztlich uneins

AUSTRIA

Die Wiener Börse präsentierte sich am Freitag kaum bewegt.

Der ATX gab in den ersten Handelsminuten leicht ab und bewegte sich im Verlauf dann um die Nulllinie und verlor zeitweise leicht. Letztlich tendierte er jedoch quasi unverändert bei 6.527,59 Punkten.

Nach der Freude über den ersten Durchbruch im Nahen Osten herrschte über den weiteren Verlauf Unsicherheit. Das Iran-Rahmenabkommen ist zwar unterschrieben und Öl soll wieder durch die Straße von Hormuz gelangen. Für Freitag anberaumte weiterführende Gespräche zwischen den USA und dem Iran wurden jedoch abgesagt, was den Ölpreisen wieder etwas Auftrieb gab. Während das Geschäft an den US-Börsen vor dem Wochenende feiertagsbedingt ruhen wird, könnte diesseits des Atlantiks der große Verfall an den Terminbörsen für erhöhte Volatilität sorgen.

DEUTSCHLAND

Am deutschen Aktienmarkt ging es am Freitag etwas abwärts.

So startete der DAX etwas fester und blieb auch im Anschluss auf grünem Terrain. Im Verlauf fiel er dann etwas zurück und verabschiedete sich letztlich 0,16 Prozent schwächer bei 24.985,82 Punkten.

Der deutsche Aktienmarkt war am Freitagnachmittag abgebröckelt und fiel leicht zurück. Dies dürfte im Zusammenhang mit dem sogenannten großen Verfalltag gestanden haben. An diesem Freitag liefen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus. Kein großes Hindernis war die Absage der Friedensgespräche in der Schweiz zwischen den USA und dem Iran. Medienberichten zufolge hat der Iran die Gespräche verschoben, weil Israel erneut den Libanon angegriffen habe. Die israelische Armee attackierte nach eigenen Angaben Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon aus der Luft. Zuvor habe die Hisbollah Raketen auf israelische Soldaten abgefeuert, schrieb die Armee auf X.

WALL STREET

Die US-Börsen zeigten sich am Donnerstag fester. Am Freitag ruht der Handel feiertagsbedingt.

Der Dow Jones Industrial stieg um 0,14 Prozent und beendete die verkürzte Handelswoche bei 51.565,38 Punkten.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite konnte unterdessen ein Plus von 1,91 Prozent einfahren. Der Schlussstand am Donnerstag: 26.517,93 Zähler.

Dank der anhaltenden Hausse im Halbleitersektor machte der technologielastige Auswahlindex den Kursrutsch der vergangenen zwei Tage teilweise wett. Die Handelswoche ist verkürzt, am Freitag bleiben die US-Börsen geschlossen, da des Endes der Sklaverei gedacht wird.

Verantwortlich für den Umschwung waren Aussagen der US-Notenbank Fed: Die Währungshüter hatten wie erwartet ein weiteres Mal den Leitzins nicht angerührt. Damit erfüllten sie auch unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh den Wunsch von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen nicht. Und da die Fed für 2026 mit einer deutlich höheren Inflation als bisher rechnet, werden am Markt statt Zinssenkungen nun zunehmend Anhebungen ab Oktober erwartet.

Allerdings milderte die anhaltende Talfahrt der Ölpreise die Zinsängste etwas ab, kommentierte Marktanalyst Hebe Chen von Vantage Global Prime. Diese hatte sich jüngst beschleunigt, nachdem Trump ein Rahmenabkommen für ein Ende des Kriegs mit dem Iran unterzeichnet hat. Dieses tritt laut dem Vermittlerstaat Pakistan mit "sofortiger Wirkung" in Kraft. Teheran werde die Straße von Hormus "unverzüglich wieder öffnen", und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, gab der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif in der Nacht zum Donnerstag auf X bekannt. US-Präsident Trump und sein iranischer Amtskollege Massud Peseschkian hatten die Vereinbarung zuvor unterzeichnet.

ASIEN

Die Börsen in Fernost wiesen am Freitag unterschiedliche Vorzeichen aus.

In Tokio schloss der Nikkei 225 mit einem Gewinn von 0,28 Prozent bei 71.250,06 Punkten - ein Rekordhoch. An der Börse in Seoul ging es mit dem KOSPI hingegen abwärts, nachdem er im frühen Handel ein Rekordhoch verzeichnet hatte.

An den chinesischen Börsen wurde am Freitag wegen des Drachenbootfests nicht gehandelt. Auf dem chinesischen Festland hatte der Shanghai Composite zuletzt am Donnerstag 0,43 Prozent auf 4.090,48 Punkte verloren.

In Hongkong hatte der Hang Seng am Donnerstag deutlichere 1,59 Prozent auf 23.924,81 Punkte nachgegeben.

in den USA steht ein langes Feiertagswochenende an. Die dortigen Börsen bleiben am Freitag wegen "Juneteenth" geschlossen. Das dürfte ein Grund sein, warum auch in Asien die Anleger vorsichtshalber etwas Geld vom Tisch nahmen. Denn vor einem endgültigen Friedensschluss müssen wichtige Fragen erst noch geklärt werden, unter anderem der Streit um das iranische Nuklearprogramm. Zur Verunsicherung der Anleger dürfte beigetragen haben, dass US-Vizepräsident Vance - anders als zunächst vorgesehen - nicht zu Verhandlungen in die Schweiz geflogen ist. Die für den heutigen Freitag geplanten Gespräche zwischen USA und Iran seien abgesagt worden, berichteten Medien unter Berufung auf das Schweizer Außenministerium.

Und auch wenn die Straße von Hormus, ein wichtiger Wasserweg für den Öltransport, offiziell nun wieder geöffnet ist, bleibt die Schifffahrt dort schwierig wegen zahlreicher Seeminen, die der Iran in der Meerenge ausgebracht hat. Bis der normale Schiffsverkehr wieder aufgenommen werden kann, wird es nach Einschätzung von Beobachtern noch dauern. Und nicht zuletzt fand am Freitag der Große Verfall statt, der Volatilität in den Markt brachte.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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