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Geändert am: 22.06.2026 08:42:38
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US-Iran-Verhandlungen im Fokus: ATX etwas tiefer erwartet -- DAX vor höherem Start -- Asiens Börsen uneinheitlich - Nikkei mit Allzeithoch
AUSTRIA
Die Wiener Börse wird am Montag im Minus erwartet.
Der ATX tendiert vorbörslich zeitweise tiefer.
Die Wiener Börse dürfte am Montag trotz Einigung zwischen den USA und dem Iran auf einen Fahrplan für ein umfassendes Abkommen zur Beilegung des Krieges mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche starten.
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran für ein umfassendes Abkommen zur Beilegung des Kriegs nehmen Fahrt auf. Nach dem Auftakt der Gespräche auf Ebene der Verhandlungsführer in der Schweiz soll es nun unmittelbar im Anschluss die ganze Woche weitere Beratungen auf Arbeitsebene geben. Ziel sei es, bei den Gesprächen im Luxusresort Bürgenstock bei Luzern innerhalb von 60 Tagen ein "finales Abkommen" zu erreichen, teilten die Vermittler Katar und Pakistan mit. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben. Es sei auch ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Zwischenfälle in der Straße von Hormuz zu vermeiden, hieß es weiter. Ziel sei eine sichere Passage für Schiffe durch die für den Welthandel wichtige Meerenge.
Unternehmensseitig sind zum Wochenbeginn kaum Impulse zu erwarten.
DEUTSCHLAND
Der deutsche Aktienmarkt dürfte zum Wochenbeginn knapp im Plus starten.
So gewinnt der DAX vorbörslich zeitweise leicht hinzu.
Der DAX könnte am Montag einen neuen Versuch zum Überwinden der 25.000-Punkte-Marke starten. Er dürfte also gedämpft den in Asien verbreiteten Kursgewinnen folgen. Am Freitag hatte der DAX mit zeitweise 25.173 Punkten erneut einen Vorstoß in Richtung Rekordhoch unternommen, war letztlich aber wieder unter die 25.000 Punkte zurückgekehrt, um die er seit Tagen schon schwankt. Laut dem Chartexperten Martin Utschneider vom Broker Robomarkets sind die Schwankungen geprägt von grosser Unsicherheit unter den Marktteilnehmern, die sich angesichts zahlreicher geopolitischer, konjunktureller und geldpolitischer Einflussfaktoren nur zögerlich neu positionieren.
Für einen nachhaltigen Anstieg in Richtung Rekord fehlt den Anlegern derzeit der notwendige Kurstreiber. Über das Wochenende blieb die Lage im Nahost-Konflikt angespannt. Der Auftakt der Verhandlungen zur Beilegung des Iran-Kriegs im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock wurde durch anhaltende israelische Angriffe im Libanon überschattet. Über Nacht wurde dann aber von Fortschritten berichtet, die in Asien vor allem technologielastige Börsen wie etwa in Japan oder Taiwan stützten. Die Ölpreise bleiben auf ihrem tiefsten Niveau seit Kriegsbeginn.

WALL STREET
Die US-Börsen zeigten sich am Donnerstag fester. Am Freitag ruht der Handel feiertagsbedingt.
Der Dow Jones Industrial stieg um 0,14 Prozent und beendete die verkürzte Handelswoche bei 51.565,38 Punkten.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite konnte unterdessen ein Plus von 1,91 Prozent einfahren. Der Schlussstand am Donnerstag: 26.517,93 Zähler.
Dank der anhaltenden Hausse im Halbleitersektor machte der technologielastige Auswahlindex den Kursrutsch der vergangenen zwei Tage teilweise wett. Die Handelswoche ist verkürzt, am Freitag bleiben die US-Börsen geschlossen, da des Endes der Sklaverei gedacht wird.
Verantwortlich für den Umschwung waren Aussagen der US-Notenbank Fed: Die Währungshüter hatten wie erwartet ein weiteres Mal den Leitzins nicht angerührt. Damit erfüllten sie auch unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh den Wunsch von US-Präsident Donald Trump nach Zinssenkungen nicht. Und da die Fed für 2026 mit einer deutlich höheren Inflation als bisher rechnet, werden am Markt statt Zinssenkungen nun zunehmend Anhebungen ab Oktober erwartet.
Allerdings milderte die anhaltende Talfahrt der Ölpreise die Zinsängste etwas ab, kommentierte Marktanalyst Hebe Chen von Vantage Global Prime. Diese hatte sich jüngst beschleunigt, nachdem Trump ein Rahmenabkommen für ein Ende des Kriegs mit dem Iran unterzeichnet hat. Dieses tritt laut dem Vermittlerstaat Pakistan mit "sofortiger Wirkung" in Kraft. Teheran werde die Straße von Hormus "unverzüglich wieder öffnen", und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, gab der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif in der Nacht zum Donnerstag auf X bekannt. US-Präsident Trump und sein iranischer Amtskollege Massud Peseschkian hatten die Vereinbarung zuvor unterzeichnet.

ASIEN
Die Börsen in Fernost weisen am Montag unterschiedliche Vorzeichen aus.
In Tokio notiert der Nikkei 225 zeitweise mit einem Gewinn von 1,62 Prozent bei 72.405,90 Punkten - und verbucht im Handelsverlauf ein Rekordhoch.
Auf dem chinesischen Festland gewinnt der Shanghai Composite derweil 1,45 Prozent auf 4.149,89 Punkte.
In Hongkong gibt der Hang Seng am Montag dagegen 0,5 Prozent auf 23.804,54 Punkte nach.
An den asiatischen Börsen erholen sich die Indizes am Montag vielfach von anfänglichen Verlusten aufgrund von Anzeichen für Fortschritte in den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges. Händler beobachten eine Rally bei Technologiewerten - der japanische Nikkei-225 springt auf Allzeithoch. USA und der Iran sich auf einen Fahrplan geeinigt hatten, innerhalb von 60 Tagen ein endgültiges Friedensabkommen zu erreichen. Auch ein Kommunikationsmechanismus zur sicheren Passage für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus soll installiert werden. Die aktuelle Entwicklung sorgt für Beruhigung unter Anlegern, denn zuvor hatte es am Wochenende Meldungen gegeben, wonach der Iran die Gespräche abgebrochen habe. Der Ölpreis fällt mit den Signalen der Entspannung wieder unter die Marke von 80 US-Dollar je Fass.
Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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