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Geändert am: 26.05.2026 22:22:58

US-Angriff im Iran trotz Waffenruhe: ATX und DAX gehen leichter aus dem Handel -- Wall Street letztlich uneinheitlich -- Asiatische Börsen letztlich schwächer

AUSTRIA

Am Wiener Aktienmarkt ließen Anleger es am Dienstag ruhiger angehen.

Nach der Rekordjagd vom Pfingstmontag gab der ATX im frühen Dienstagshandel zunächst nach, konnte sich dann vorübergehend an die Nulllinie vorarbeiten und fiel dann wieder ins Minus. Letztlich schloss er 0,79 Prozent schwächer bei 6.099,93 Punkten.

Nach einer europaweiten Kursrally am Montag, die auch dem ATX ein neues Allzeithoch beschert hatte, orteten Marktbeobachter nun Gewinnmitnahmen. Zudem wuchsen zuletzt wieder Zweifel an einer schnellen Einigung im Iran-Konflikt. Die damit verbundenen Ölpreisanstiege heizten auch wieder die Inflationsängste an.

Gedämpft wurde die Hoffnung auf ein rasches Kriegsende im Nahen Osten durch neue US-Angriffe gegen Ziele im Iran. Auch hat US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag Reportern in Indien gesagt, dass die Verhandlungen noch "einige Tage in Anspruch nehmen" könnten. Derzeit würden beide Seiten über den Wortlaut eines ersten Dokuments beraten.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt gab am Dienstag nach.

Der DAX vergrößerte seinen anfänglichen Verlust und ging schlussendlich 0,80 Prozent tiefer bei 25.184,89 Punkten in den Feierabend.

Damit hat der deutsche Leitindex seiner jüngsten Kursrally Tribut gezollt. Angesichts der zugespitzten Lage im Iran-Krieg setzten Gewinnmitnahmen ein. Inzwischen "wachsen schon wieder die Zweifel, ob es tatsächlich zeitnah zu einer schnellen und reibungslosen Einigung zwischen den Kriegsparteien kommen kann", warnte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Und für die Experten von Index-Radar "bleibt der fundamentale Nährboden dieser Rally fragil".

Am Pfingstmontag hatte der DAX dank der anhaltenden Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs wieder die 25.000-Punkte-Marke geknackt und war zeitweise bis auf 25.438 Punkte geklettert. Das Rekordhoch aus dem Januar bei 25.507 Punkten rückte damit in greifbare Nähe. Ohne Impulse der feiertagsbedingt geschlossenen Wall Street hatte es aber nicht für eine Bestmarke gereicht.

Von den am Vortag freundlichen asiatischen Börsen kamen durchwachsene Signale. Zudem zogen die deutlich gesunkenen Ölpreise wieder an, nachdem das US-Militär trotz der Waffenruhe im Iran Raketenstellungen angegriffen sowie im Bereich der Strasse von Hormus Boote attackiert hat, die laut US-Militär Minen in der Meerenge verlegen wollten.

WALL STREET

Die Wall Street zeigt sich am Dienstag uneinheitlich.

Zwar eröffnete der Dow Jones Industrial höher, drehte aber umgehend in die Verlustzone. Im Späthandel dämmte er seine Abgaben noch ein, sodass er sich letztlich bei 50.461,68 Zählern mit einem Minus von 0,23 Prozent aus dem Handel verabschiedete.
Dagegen legte der NASDAQ Composite nach höherem Start weiterhin zu und setzte seine jüngste Rekordjagd fort. In der Spitze stieg er auf 26.725,29 Punkte, ging schließlich aber mit plus 1,19 Prozent bei 26.656,18 Einheiten in den Feierabend.

Mit einer uneinheitlichen Tendenz hat die Wall Street am Dienstag den Handel beendet. Am Montag blieben der US-Aktien- und -Anleihemarkt wegen dem Feiertag "Memorial Day" geschlossen. Die am Wochenende aufgekommenen Hoffnungen auf einen baldigen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran haben wieder Dämpfer erhalten. Denn die USA haben iranische Raketenstellungen angegriffen, ebenso Minen-Boote. Die Maßnahmen würden als defensiv ausgerichtet bezeichnet und stellten keine Beeinträchtigung für den Prozess der Friedensfindung dar, so US-Militärs. Von der US-Regierung hatte es am Wochenende noch geheißen, man stehe kurz vor einem Rahmenabkommen, das eine Verlängerung der Feuerpause und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsehe.

Mit den optimistischen Meldungen vom Wochenende waren die Ölpreise am Montag stark gefallen. Nun stiegen sie wieder. Brent-Öl erhöhte sich um 3,6 Prozent auf 99,55 Dollar, lag zeitweise auch über der 100-Dollar-Marke. "Die Märkte wollen, dass dieser Konflikt beendet wird und die Straße von Hormus offen ist", sagte Tracy Shuchart, leitende Ökonomin bei der NinjaTrader Group. "Es sieht so aus, als würde sich die festgefahrene Situation in nächster Zeit nicht ändern", ergänzte sie. Selbst wenn morgen eine Einigung erzielt würde, "bedeutet das nicht, dass die Lieferungen morgen automatisch wieder aufgenommen werden."

ASIEN

An den Börsen in Asien zeigten sich am Dienstag größtenteils mit Abgaben.

In Tokio konsolidierte der Nikkei 225 nach seinem gestrigen Rekordhoch über 65.000 Punkten auf hohem Niveau und zeigte sich letztlich 0,25 Prozent tiefer bei 64.996,09 Einheiten.

Auf dem chinesischen Festland verlor der Shanghai Composite hingegen 0,17 Prozent auf 4.145,38 Stellen.

Nach der feiertagsbedingten Zwangspause notierte der Hang Seng schließlich marginale 0,03 Prozent tiefer bei 25.599,45 Punkten.

Vor dem Hintergrund eher ungünstiger Nachrichten aus der Krisenregion Nahost ging es am Dienstag an den Aktienmärkten in Ostasien mehrheitlich abwärts. Die USA haben iranische Raketenabschussbasen und Minenverlegeboote angegriffen und dies mit Selbstschutz begründet, ohne davon die mit dem Iran vereinbarte Waffenruhe bzw. Friedensgespräche tangiert zu sehen. Während eine klare Reaktion aus dem Iran noch aussteht, reagierten die am Vortag stark gesunkenen Ölpreise mit Aufschlägen. Die fielen aber eher moderat aus, weshalb auch die Aktienmärkte nicht stärker negativ auf die Nachricht reagierten.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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