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17.07.2026 16:12:00
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Chip-Crash geht weiter: Aktien von ASML, STMicro & Co. sacken ab
In New York hatte der Tech-Auswahlindex NASDAQ 100 am Donnerstag wegen erneuter Gewinnmitnahmen bei Halbleiteraktien rund 1,6 Prozent eingebüßt - diese gelten als Hauptprofiteure des Booms rund um Künstliche Intelligenz (KI). Vor dem Wochenende zeichnen sich noch heftigere Verluste ab. An den schwachen asiatischen Handelsplätzen stach der technologielastige japanische Nikkei 225 mit einem weiteren vierprozentigen Kursrutsch hervor.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sprach von einer anhaltenden Rotation im Markt aus dem Chipsektor heraus. Zudem fürchteten sich die Anleger davor, dass "der Anschein einer immer schneller rollenden Verkaufslawine im KI- und Chipsektor" andere Branchen in Mitleidenschaft ziehen könnte.
Der hohen Bewertungen im Technologiesektor sorgten zunehmend für Druck auf die Unternehmen, die hohen Investitionen in Rechenzentren, Cloud-Infrastruktur, Halbleiter und Stromnetze mit entsprechend steigenden Umsätzen, Margen und Gewinnen zu rechtfertigen, ergänzte Sören Wiedau von der Weberbank.
Außerdem belastete, dass das vom Amazon-Konkurrenten Alibaba unterstützte chinesische Start-up Moonshot AI sein neues Sprachmodell "Kimi K3" präsentierte. Nach eigenen Angaben soll es mit den Spitzenmodellen der US-Konkurrenten OpenAI und Anthropic in einer Liga spielen. Beobachter ziehen bereits Parallelen zum sogenannten "DeepSeek-Moment" Anfang 2025. Damals hatte ein chinesisches KI-Modell erstmals die Annahme einer US-Dominanz in diesem Bereich erschüttert und die Tech-Aktienmärkte weltweit einbrechen lassen. Von Dauer war das aber zumindest damals nicht.
Im DAX belegte der Halbleiterkonzern Infineon mit einem weiteren Kursrückgang um 5,01 Prozent auf 61,47 erneut den letzten Platz. Zu den größten Verlierern im MDAX zählten der Waferhersteller Siltronic sowie die Chipindustrie-Ausrüster AIXTRON SE und SUSS MicroTec mit Abschlägen von bis zu 6 Prozent.
Auch Infineon-Branchenkollege Elmos und der Technologiekonzern JENOPTIK präsentierten sich schwach. Gleiches galt für den Laserspezialisten LPKF LaserElectronics, dessen Aktien als Schlusslicht im Nebenwerte-Index SDAX 9,32 Prozent auf 14,60 Euro einbüßten.
Die Papiere von Siemens Energy und HOCHTIEF gerieten mit Verlusten von 2,34 Prozent auf 145,29 Euro beziehungsweise 2,66 Prozent auf 453,60 Euro ebenfalls unter Druck. Der Energietechnikspezialist gilt genau wie der Baukonzern wegen des hohen Energiebedarfs durch den rasanten Ausbau von Rechenzentren als indirekter Profiteur des Booms rund um Künstliche Intelligenz.
Im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßten die Aktien des Chipindustrie-Ausrüsters ASML 4,25 Prozent auf 1.530,40 ein, und im französischen CAC 40 führte Infineon-Rivale STMicroelectronics mit minus 4,97 Prozent auf 53,21 Euro die Verliererliste an. Der europäische Technologie-Index war mit einem Rückgang um fast 3 Prozent Schlusslicht im marktbreiten Stoxx Europe 600.
Derweil waren Softwaretitel vergleichsweise gefragt. Für SAP ging es im schwächelnden Dax um 0,6 Prozent bergauf, während Nemetschek aus dem MDax nur moderat verloren. So bestätigte sich erneut das Muster, dass die Branche bei Gewinnmitnahmen im KI-Bereich tendenziell von Umschichtungen innerhalb des Tech-Sektors profitiert.
FRANKFURT/PARIS (dpa-AFX)
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