Micron Technology Aktie
WKN: 869020 / ISIN: US5951121038
| Cramer zu Micron & Markt |
28.08.2026 08:41:53
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Micron-Aktie boomt: Warum Jim Cramer dennoch warnt
- Jim Cramer sieht eine "erschütternde Kluft" zwischen Börse und Wirtschaft
- Micron-Bauprojekt in Idaho dient als Beleg für industrielle Stärke
- Milliardenprogramm für Forschung untermauert die Micron-Wachstumsstory
Jim Cramer hat kürzlich in der CNBC-Sendung Mad Money eine deutliche Diskrepanz zwischen Aktienkursen und wirtschaftlicher Realität beschrieben. Vor der Kulisse von Microns neuer Halbleiterfabrik in Boise, Idaho, lobte er das Unternehmen als Vorbild wirtschaftlicher Stärke, während die großen US-Indizes an jenem Tag deutlich nachgaben. Zugleich bezeichnete er die Micron-Aktie nach eigener Einschätzung als deutlich unterbewertet.
Cramers Blick von der Baustelle in Boise
Jim Cramer äußerte sich von der Baustelle einer neuen Halbleiterfabrik Microns in Boise, Idaho, wo nach seinen Angaben Tausende Arbeiter Anlagen errichten, die künftig Speicherchips für Anwendungen der künstlichen Intelligenz produzieren sollen. Er verwies auf das Projekt als Beleg für die Stärke, die er in Teilen der Wirtschaft sieht, und kommentierte den positiven Kursverlauf der Micron-Aktie: "Die Micron-Aktie schloss mit einem Plus von vier Prozent. Das ist der amerikanische Exzeptionalismus in seiner besten Form." Zugleich schränkte er ein, dass die übrigen 499 Werte im S&P 500 an diesem Tag durch das Marktbild schlecht ausgesehen hätten.
Belastet wurde die Stimmung unter anderem durch enttäuschende Vergleichsumsätze von Walmart, die mit 2,6 Prozent unter den von Analysten erwarteten 3,8 Prozent lagen. Zusätzlich belasteten anziehende Anleiherenditen die Stimmung am Markt.
US-Anleiherenditen belasten
Letzte Woche räumte US-Finanzminister Scott Bessent gegenüber CNBC ein, dass sein Vorhaben, verstärkt Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten zurückzukaufen, die am Vortag genannte Obergrenze von 4 Milliarden Dollar möglicherweise übersteigen könnte. Angesichts der gewaltigen Staatsverschuldung äußerte Cramer Zweifel daran, dass diese Maßnahme spürbar niedrigere Kreditkosten bewirken würde. Er brachte es mit einem Vergleich auf den Punkt: Bei einem Schuldenberg von 40 Billionen Dollar gleiche ein Rückkaufvolumen von 4 Milliarden Dollar dem kleinen holländischen Jungen, der mit seinem Finger versucht, ein Loch im Deich zu stopfen.
Micron-Aktie unterbewertet
Dieser Druck erschwert es selbst robusten Unternehmen, sich vom allgemeinen Marktgeschehen abzukoppeln. Cramer wertet die massiven US-Investitionen von Micron zwar als Zeichen eines kräftigen Aufschwungs in Fertigung und künstlicher Intelligenz, betont jedoch, dass letztlich die Kaufkraft der Verbraucher den größeren Einfluss auf die Wirtschaft habe. "Leider darf man den Gesamtmarkt jedoch nicht aus den Augen verlieren, auch wenn man - wie ich - der Meinung ist, dass die Micron-Aktie drastisch unterbewertet ist", so Cramer und weiter: "Letztendlich müssen wir Aktien immer durch das Prisma des Marktes betrachten."
"So gerne ich auch behaupten würde, dass das, was hinter mir steht - die geballte Stärke der amerikanischen Fertigungsindustrie - den Ausschlag gibt … beruhen zwei Drittel der US-Wirtschaft auf Dienstleistungen", so Cramer. Unternehmen wie Micron stecken damit in einem Spannungsfeld zwischen solider Nachfrage einerseits und einem von makroökonomischen Risiken dominierten Markt andererseits.
Micron kündigt Forschungseinrichtung mit Milliardenbudget an
Am selben Tag wie Cramers Besuch der Baustelle in Idaho gab Micron Technology die Gründung der Micron Research Labs bekannt. Die langfristig angelegte Forschungseinrichtung mit Sitz in Boise soll mit einer geplanten Investition von 10 Milliarden US-Dollar über das kommende Jahrzehnt unterlegt werden und Wissenschaft, Regierung, Startups und Industrie zusammenbringen. CEO Sanjay Mehrotra erklärte in der zugehörigen Mitteilung, dies baue auf den mehr als 250 Milliarden US-Dollar auf, die Micron separat für Fertigung und Forschung und Entwicklung in den USA zugesagt habe. Der Baubeginn der Anlage, die Platz für Hunderte Forscher bieten soll, ist für das Kalenderjahr 2027 vorgesehen.
Die Ankündigung reiht sich laut Unternehmensangabe in zuvor angekündigte Investitionen von Micron und der Regierung in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar in Idaho und weiteren Bundesstaaten ein, mit denen mehr als 90.000 amerikanische Arbeitsplätze entstehen sollen. Cramer hatte bereits letzte Woche argumentiert, die KI-Rechenzentrumsnachfrage habe einen anhaltenden Speicherengpass geschaffen, und geäußert, er glaube an eine mögliche weitere Verdopplung der Micron-Aktie vor Ende des KI-getriebenen Booms, warnte aber zugleich vor einem möglichen Kapazitätsüberschuss als Risiko.
Analysten mehrheitlich optimistisch für die Micron-Aktie
Micron bewegt sich in einem Marktumfeld, in dem 31 Analysten die Aktie mit einem Konsens von StrongBuy einstufen, darunter 30 Buy- und eine Hold-Einschätzung. Das mittlere Kursziel liegt bei 1.556,55 US-Dollar. Zum Vergleich: Am Donnerstag beendete die Micron-Aktie den NASDAQ-Handel bei 935,39 US-Dollar
Micron hatte im dritten Fiskalquartal 2026 nach eigenen Angaben eine nahezu Vervierfachung des Umsatzes verzeichnet, während die Bruttomarge auf 84,9 Prozent stieg, verglichen mit 74,9 Prozent im Vorquartal. Die Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des vierten Geschäftsquartals ist für Mittwoch, den 30. September 2026, um 14:30 Uhr Mountain Time angesetzt.
Martina Köhler, Redaktion finanzen.at
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