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Warnsignal 26.01.2026 22:22:00

Steht Bitcoin vor einem Bärenmarkt? CryptoQuant signalisiert weiteren Abwärtsdruck

Steht Bitcoin vor einem Bärenmarkt? CryptoQuant signalisiert weiteren Abwärtsdruck

• CryptoQuant-Analyst Julio Moreno sieht Bitcoin bereits seit Anfang November 2025 im Bärenmarkt
• Bitcoin unterschritt seinen gleitenden Ein-Jahres-Durchschnitt, was historisch Bärenmärkte bestätigt
• In früheren Bärenmarktphasen lagen die Kursverluste bei 70 bis 80 Prozent

Bull Score Index signalisiert Trendwende

Bitcoin hat möglicherweise bereits vor Monaten die Grenze zum Bärenmarkt überschritten. Wie Julio Moreno, Head of Research bei CryptoQuant, in der Sendung "Milk Road Show" am 26. Dezember 2025 erklärte, seien die meisten On-Chain-Indikatoren bereits Anfang November 2025 ins Negative gedreht und hätten sich seither nicht erholt.

Grundlage seiner Einschätzung ist der sogenannte Bull Score Index von CryptoQuant. Dieser misst Marktbedingungen anhand von Netzwerkaktivität, Investoren-Profitabilität, Nachfrage und Liquidität auf einer Skala von null bis hundert. Nach Daten von CryptoQuant fiel der Index zuletzt auf null und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Januar 2022. Als entscheidende technische Bestätigung nennt Moreno den Bruch des gleitenden Ein-Jahres-Durchschnitts, also des durchschnittlichen Bitcoin-Preises der vergangenen zwölf Monate.

Rekord-Abflüsse bei Bitcoin-ETFs

Die rückläufige Nachfrage spiegelt sich auch in den Kapitalflüssen der börsengehandelten Bitcoin-Fonds wider. Laut Daten von CoinDesk vom 2. Januar 2026 verzeichneten die elf US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs im November und Dezember 2025 Netto-Abflüsse von insgesamt 4,57 Milliarden US-Dollar und damit den höchsten Wert seit ihrer Einführung im Januar 2024. Allein im November flossen 3,48 Milliarden US-Dollar ab, im Dezember weitere 1,09 Milliarden US-Dollar.

Diese Entwicklung fällt zusammen mit einem deutlichen Kursrückgang: Bitcoin startete 2025 bei rund 93.000 US-Dollar, erreichte im Oktober 2025 ein Allzeithoch von 126.080 US-Dollar und notierte zum Jahresende wieder unter dem Niveau vom Jahresbeginn. Moreno erklärte gegenüber The Block, dass der Bärenmarkt nach der größten Liquidation in der Geschichte der Kryptomärkte am 10. Oktober 2025 effektiv begonnen habe.

Möglicher Tiefpunkt bei 56.000 US-Dollar

Für den weiteren Verlauf verweist der CryptoQuant-Analyst auf historische Muster früherer Marktzyklen. Auf Basis des realisierten Preises, also des durchschnittlichen Kaufpreises aller im Umlauf befindlichen Bitcoin, sieht Moreno den möglichen Tiefpunkt eines Bärenmarktes im Bereich zwischen 56.000 und 60.000 US-Dollar. Ein Rückgang auf dieses Niveau entspräche einem Abschlag von rund 55 Prozent vom bisherigen Allzeithoch. In früheren Bärenmarktphasen lagen die Kursverluste teils bei 70 bis 80 Prozent.

Gleichzeitig betont Moreno, dass der aktuelle Markt strukturell stabiler sei als frühere Zyklen. Anders als 2022, als die Zusammenbrüche von Terra, Celsius und FTX den Markt erschütterten, habe es bislang keine vergleichbaren Insolvenzen gegeben. Zudem seien institutionelle Investoren und börsengehandelte Fonds heute deutlich stärker vertreten und würden Bitcoin regelmäßiger akkumulieren, was den Abwärtstrend abfedern könnte.

D. Maier / Redaktion finanzen.at

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