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Geändert am: 02.03.2026 22:51:01

Eskalation im Nahen Osten: ATX schließt tiefrot -- DAX rutscht deutlich unter 25.000 Punkte -- US-Handel endet uneinheitlich -- Asiens Börsen letztlich mehrheitlich im Minus

AUSTRIA

Zum Wochenstart gab der Wiener Aktienmarkt deutlich nach.

So startete der ATX deutlich tiefer und blieb auch anschließend tief im Minus. Letztlich schloss er 1,19 Prozent schwächer bei 5.634,07 Punkten.

Damit folgte die Wiener Börse dem Trend der europäischen Börsen, die ebenfalls mit Abgaben zu kämpfen hatten.

Am Wochenende griffen Israel und die USA den Iran an und töteten dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Passagen des weltweiten Energiehandels, ein. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung lässt die Energiepreise steigen und die internationalen Märkte werden verunsichert.

Der Iran-Krieg könnte auch die Inflation in Österreich wieder über die Marke von zwei Prozent heben. Die Auswirkungen des Nahost-Krieges auf die Weltwirtschaft hängen nicht zuletzt von der Dauer des Konfliktes ab, sind sich die Ökonomen des Wirtschaftsförderungsinstituts (Wifo) und des Instituts für Höhere Studien (IHS) einig. Sollte es zu einem geregelten Machtwechsel in dem Land mit rund 93 Millionen Einwohnern kommen, würden die EU und vor allem Österreich wirtschaftlich profitieren, so das Ergebnis einer Studie von Ökonomen des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) rund um den Iran-Experten Mahdi Ghodsi und Wifo-Direktor Gabriel Felbermayer.

Neben der Lage im Nahen Osten rückten die heimischen Arbeitslosenzahlen etwas in den Hintergrund. Ihr Anstieg fiel im Februar etwas geringer als zuletzt aus. Ende des Monats waren 436.160 Personen arbeitslos oder befanden sich in Schulung, um 1,4 Prozent bzw. 6.220 Personen mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) am Vormittag mit. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Februar um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. In mehreren Bundesländern sind die Zahlen bereits rückläufig, AMS-Chef Johannes Kopf ortet Signale der Entspannung.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt geriet am Montag kräftig unter Druck.

Nach einem sehr negativen Start blieb der DAX auch anschließend deutlich in der Verlustzone und beendete die Sitzung schlussendlich 2,56 Prozent tiefer bei 24.638,00 Zählern.

Der Angriff der USA und Israels auf den Iran und dessen Vergeltungsschläge haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenauftakt belastet. Der Grund: die Öl- und Gaspreise stiegen wegen des Krieges stark, nicht zuletzt wegen am Mittag vermeldeter Produktionsausfälle im wichtigen Lieferland Katar.

Am Samstag hatten Israel und die USA den Iran angegriffen und dabei unter anderem das iranische Staatsoberhaupt, den Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Einem hochrangigen iranischen Diplomaten zufolge wurde auch die wichtige Atomanlage in Natans angegriffen. Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.

"Die Eskalation im Iran sorgt für Nervosität an den Finanzmärkten", schrieb Mario Lüddemann von Lüddemann Investments. Geopolitische Krisen lösten zwar nur selten einen unmittelbaren Crash aus, sie veränderten aber die Risikoeinschätzung und die Anlegerpsychologie. Im konkreten Fall reagierten die Märkte sensibel auf mögliche Störungen wichtiger Handelsrouten wie der Straße von Hormus - "ein Nadelöhr für die weltweite Energieversorgung".

WALL STREET

Der Iran-Krieg und die stark gestiegenen Ölpreise haben auch die US-Anleger am Montag zeitweise in die Defensive getrieben.

Der Dow Jones verabschiedete sich 0,15 Prozent leichter bei 48.904,78 Punkten.
Der NASDAQ Composite schloss unterdessen 0,36 Prozent höher bei 22.748,86 Zählern.

Am Wochenende hatten die USA und Israel den Iran angegriffen und unter anderem das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Derzeit werden weiter Ziele angegriffen, die Teheran mit Gegenschlägen auf Israel und andere Länder beantwortet. Der Krieg hat inzwischen nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst. Die Sorge vor einem Flächenbrand wächst.

Der Ölpreis schoss in die Höhe, was die Konjunktur weltweit beeinträchtigen könnte, sollte der Preis länger hoch bleiben oder sogar noch weiter steigen. Zeitweise erreichte Brent-Öl den höchsten Stand seit Juli 2024 und US-Öl den höchsten Stand seit Juni 2025. Damals hatte das US-Militär bereits Anlagen des Iran angegriffen.

Im Fokus steht nun die Strasse von Hormus, die eine der wichtigsten Engenstellen des weltweiten Handels mit Öl und Gas ist. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge in der ölreichen Region am Persischen Golf. Iran hat den Schiffsverkehr eingeschränkt. "Eine längere Blockade der Strasse von Hormus könnte Öl deutlich verknappen", kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners.

Derweil ging der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie im Februar zwar im Vergleich zum Vormonat zurück, aber weitaus moderater als erwartet. Er liegt zudem weiter klar über der Schwelle, die auf Wachstum hindeutet.

ASIEN

Die Börsen in Fernost befanden sich am Montag mehrheitlich auf rotem Terrain.

In Tokio notierte der Nikkei 225 letztlich mit einem Verlust von 1,35 Prozent bei 58.057,24 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland gewann der Shanghai Composite hingegen 0,47 Prozent und notierte schließlich bei 4.182,59 Punkten.

In Hongkong verlor der Hang Seng letztlich um 2,14 Prozent auf 26.059,85 Zähler.

Die Angriffe der USA und Israel gegen den Iran sorgten zu Wochenbeginn für teils kräftige Abgaben an den ostasiatischen Aktienmärkten. Im Gegenzug legen die Ölpreise stark zu und die Anleger schichten verstärkt in "sichere Häfen" wie Gold um. Die deutlichsten Abgaben verzeichneten die Börsen in Hongkong und Tokio, wo es für den Hang-Seng-Index und den Nikkei-225 jeweils deutlich abwärts ging. In Hongkong belasteten zusätzlich Abgaben bei den Technologie-Werten.

Der Iran möchte nach Aussage von US-Präsident Donald Trump die Verhandlungen mit den USA wieder aufnehmen, nur einen Tag nach der Tötung des islamistischen Regime-Führers Ayatollah Ali Khamenei. "Sie wollen reden, und ich habe zugestimmt zu reden, also werde ich mit ihnen sprechen", sagte Trump dem US-Politikmagazin The Atlantic. Trump nannte aber keinen Zeitplan für Gespräche, gab allerdings an, dass einige der iranischen Offiziellen, die zuvor an Gesprächen mit den USA beteiligt waren, nun tot sind.

Die Ölpreise könnten kurzfristig weiter steigen, so Norbert Rucker von Julius Bär. Die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die Weltwirtschaft hingen vom Öl- und Gasfluss durch die Strasse von Hormus ab, so der Leiter für Volkswirtschaft und Next Generation Research. "In den kommenden Wochen ist unser Basisszenario das übliche Muster eines kurzlebigen, aber diesmal intensiveren Öl- und Gaspreisanstiegs", so Rucker.

Der Shanghai-Composite zeigte sich fester. Die Angriffe der USA und Israel auf den Iran könnten für China "ein größeres Problem" darstellen als die US-Operationen in Venezuela, so die Natixis-Ökonomin Alicia Garcia Herrero. Das Risiko für Chinas Energiesicherheit sei erheblich größer, da China mehr Öl aus dem Iran als aus Venezuela importiere, merkt sie an. Zudem habe der Iran verbilligtes Rohöl geliefert, das die US-Sanktionen umgehe. China habe zudem eine 25-jährige strategische Partnerschaft mit dem Iran, die 2021 unterzeichnet wurde und eine Investition von 400 Milliarden US-Dollar in die iranischen Energie-, Infrastruktur- und Technologiesektoren umfasse.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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Erdgaspreis - Natural Gas 3,10 -0,07 -2,24
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Goldpreis 4 497,45 -149,38 -3,21
Haferpreis 3,56 -0,12 -3,20
Heizölpreis 121,78 7,13 6,22
Holzpreis 609,50 -
Kaffeepreis 3,10 0,04 1,16
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