Geändert am: 05.03.2026 22:01:47

Krieg in Nahost: ATX und DAX schließen deutlich schwächer -- Wall Street letztlich tiefer -- Asiens Börsen letztlich in Grün

AUSTRIA

Am Wiener Aktienmarkt hielten sich die Anleger am Donnerstag zurück.

Der ATX konnte sich nach einem negativen Start vorübergehend in die Gewinnzone vorarbeiten, bevor er wieder auf rotes Terrain zurückfiel. Letztlich schloss er 1,42 Prozent schwächer bei 5.437,32 Zählern.

Die Kriegshandlungen im Nahen Osten setzten sich fort. Ein Ende der Feindseligkeiten ist trotz vorsichtiger Gesprächsbereitschaft der Konfliktparteien weiterhin nicht in Sicht. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte einen längeren Zeitrahmen für den Krieg und sagte, dieser könne bis zu acht Wochen dauern. Bisher war von vier Wochen gesprochen worden.

In Washington lehnte der Senat eine Resolution ab, die darauf abzielte, US-Präsident Trumps Befugnisse für Militäroperationen gegen den Iran ohne Zustimmung des Kongresses einzuschränken. Goldman Sachs erklärte, dass das Risiko einer Korrektur angesichts der hohen Bewertung globaler Aktien hoch sei, der Nahost-Konflikt den Markt jedoch wahrscheinlich nicht in einen Bärenmarkt stürzen werde.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Donnerstag in der Verlustzone.

Nach einer negativen Eröffnung konnte der DAX vorübergehend ins Plus drehen, bevor die Stimmung wieder umschlug. Somit ging das Börsenbarometer mit einem kräftigen Verlust von 1,61 Prozent bei 23.815,75 Punkten in den Feierabend.

Angesichts der unübersichtlichen Lage im Nahen Osten hielten sich Investoren zurück. Skepsis und Vorsicht waren unverändert groß. Die Energiepreise seien gestiegen und die physischen Lieferungen aus der Region unterbrochen, schrieb Analyst Felix-Antoine Vezina-Poirier vom Analysehaus BCA Research. Sollte die Inflation infolge des Kriegs im Nahen Osten und daher höherer Energiepreise dauerhaft steigen, sollten Anleger in Aktien und Anleihen untergewichtet sein. Cash und Rohstoffe seien in diesem Fall die Alternativen.

Der Iran feuerte am Donnerstag erneut Raketen auf Israel ab. Gleichzeitig hat Aserbaidschan den Iran für einen Drohnenangriff in der autonomen Exklave Nachitschewan verantwortlich gemacht und mit Vergeltung gedroht. Der iranische Generalstab wies Berichte über Drohnenangriffe auf Aserbaidschan zurück.

Die israelische Luftwaffe beendete derweil nach Angaben eines Militärsprechers ihre zwölfte Angriffswelle gegen den Iran. Neben Zielen in Teheran seien Angriffe auf das Hauptquartier einer Spezialeinheit der iranischen Sicherheitskräfte in der Provinz Albors geflogen worden, hieß es. In Teheran seien unter anderem Ziele der Revolutionsgarden angegriffen worden. Neben Dutzenden Kommandozentren seien Waffenlager und Waffenproduktionsstätten Ziel der Angriffe gewesen.

Hierzulande lief die Berichtssaison am Donnerstag auf vollen Touren mit Resultaten der DAX-Konzerne Merck und DHL, die auf der Agenda ergänzt wurden von Unternehmen aus der zweiten und dritten Börsenreihe.

WALL STREET

Die US-Börsen bewegten sich in der Donnerstagssitzung klar unterhalb der Nulllinie.

Der Dow Jones startete bereits im Minus in den Handelstag und rutschte anschließend tiefer in die Verlustzone. Schlussendlich verabschiedete er sich 1,61 Prozent schwächer bei 47.953,82 Indexpunkten aus der Sitzung.
Der NASDAQ Composite verlor zur Eröffnung ebenfalls und gab auch weiterhin nach, bis auf letztlich 0,26 Prozent bei 22.748,99 Einheiten.

Nach der Erholung zur Wochenmitte ließ sich an der Wall Street am Donnerstag wieder eine schwache Tendenz beobachten. Zwischenzeitlich hatten die Futures zwar freundlicher notiert, doch die Stimmung blieb angesichts der unsicheren Lage im Nahost-Konflikt äußerst fragil. Hoffnungen auf eine mögliche Entspannung - unter anderem durch Berichte über eine angebliche Gesprächsbereitschaft Irans - waren zuletzt wieder in den Hintergrund getreten.

Auslöser waren erneute iranische Raketenangriffe auf Israel sowie Spekulationen, wonach Mojtaba Khamenei als möglicher Nachfolger des getöteten Obersten Führers gehandelt wird. Dies wird als Signal gewertet, dass Teheran kaum zu Zugeständnissen bereit ist. Entsprechend zogen auch die Ölpreise wieder etwas an.

Konjunkturdaten traten derweil in den Hintergrund. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten entsprachen den Erwartungen, die Importpreise stiegen im Januar etwas weniger stark als prognostiziert. Allerdings legten die Lohnstückkosten im vierten Quartal deutlicher zu als erwartet, was den Renditen zusätzlichen Auftrieb geben könnte.

ASIEN

Die Börsen in Fernost präsentierten sich stärker.

In Tokio stieg der Nikkei 225 letztlich kräftige 1,90 Prozent auf 55.278,06 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland zeigte sich der Shanghai Composite schließlich mit Zuwächsen von 0,64 Prozent bei 4.108,57 Zählern.

In Hongkong notierte der Hang Seng mit einem Anstieg von 0,28 Prozent letztlich bei 25.321,34 Einheiten.

Nach drei Tagen mit teils heftigen Abgaben aufgrund der Angriffe auf den Iran kam es am Donnerstag an den ostasiatischen Börsen zu einer deutlichen Erholung.

Die Intensität der iranischen Raketenattacken sei stark zurückgegangen, da die US-Militärschläge die Fähigkeiten des Landes geschwächt hätten, so Analyst Chang Wei Liang von DBS Group Research. Es gebe außerdem Berichte, wonach der Iran auf Geheimdienstebene Offenheit für Gespräche über eine Beendigung des Krieges signalisiert haben soll, ergänzt der Stratege.

Daneben hatte China für 2026 ein Ziel für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 4,5 bis 5 Prozent festgelegt. Es ist das niedrigste Ziel seit den 1990er-Jahren und folgt auf drei Jahre, in denen ein Wachstum von "rund 5 Prozent" festgelegt worden war. Sollte Chinas Wirtschaft in diesem Jahr um weniger als 5 Prozent wachsen, wäre dies das langsamste Wachstum seit mehr als drei Jahrzehnten, abgesehen von den Jahren der Covid-19-Pandemie. China gab zudem an, dass das BIP im vergangenen Jahr real um 5 Prozent gewachsen sei und damit sein offizielles Ziel trotz eines erneuten Handelskriegs mit den USA erreicht habe.

Ein niedrigeres BIP-Ziel dürfte der chinesischen Regierung mehr Spielraum für qualitatives Wachstum geben, urteilt Chefvolkswirt Lynn Song von der ING. "Mit dem neuen Ziel scheint es eine Toleranz für langsameres Wachstum zu geben, was den politischen Entscheidungsträgern mehr Flexibilität geben sollte, um qualitatives Wachstum anzustreben, eine Priorität der vergangenen Jahre", meinte Song. Die Wirkung der Fiskalpolitik könne sich in diesem Jahr verbessern, wobei potenziell mehr Mittel in die Realwirtschaft fließen könnten, fügte Song hinzu.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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