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Geändert am: 06.02.2026 22:03:42

Bitcoin und KI-Sorgen belasten nur kurzzeitig: Dow erstmals über 50.000 Punkten -- ATX und DAX gehen fester ins Wochenende -- Asiens Börsen schließen mehrheitlich tiefer

AUSTRIA

Die heimische Börse tendierte vor dem Wochenende stärker.

Der ATX konnte nach einem negativen Start ins Plus drehen und schloss 0,51 Prozent höher bei 5.665,53 Zählern.

Nationalbank-Gouverneur Martin Kocher sieht die Inflation in Österreich deutlich auf dem Rückzug und kündigte eine Senkung der OeNB-Prognose an. Im Dezember war die Nationalbank noch von einer Jahresinflation von 2,4 Prozent ausgegangen. Die am Mittwoch veröffentlichte Schnellschätzung von 2,0 Prozent für den Jänner habe "positiv überrascht", sagte er am Freitag. "Wir haben gewusst, dass die Inflationsrate sinken wird, aber es war dann doch etwas stärker als erwartet", so Kocher. Ursprünglich hätten viele Experten mit Werten um 2,6 oder 2,7 Prozent gerechnet. Trotz der sinkenden Inflation rechnet Kocher nicht mit einem sofortigen Anspringen des Konsums. Die Stimmung sei weiterhin gedrückt, da sich das Preisniveau in den letzten Jahren "massiv erhöht" habe.

Unternehmensseitig meldete sich der steirische Maschinen- und Anlagenbauer Andritz mit den vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2025 zu Wort.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex zeigte sich am Freitag nach anfänglichen Schwankungen mit klaren Gewinnen.

Nach einer negativen Eröffnung wechselte der DAX zunächst mehrmals das Vorzeichen bevor sich die Bullen durchsetzen konnten. Letztlich verabschiedete sich der deutsche Leitindex 0,94 Prozent stärker bei 24.721,46 Punkten in den Feierabend.

Anleger bleiben jedoch angesichts der in den vergangenen Tagen heftigen Schwankungen bei Edelmetallen und im Technologiesektor nervös. Zunehmende Zweifel an hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz verunsichern nach wie vor.

Mit hohen deutlichen Abschlägen im US-Handel für Amazon zeigt sich, wie hartnäckig sich die KI-Sorgen der Anleger halten. Der Handelsriese will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar unter anderem in KI, Chips, Robotik und Satelliten stecken. Damit liegt Amazon noch über dem gigantischen Investitionsvolumen der Google-Mutter Alphabet. Amazon werde zunächst darunter leiden, dass die Anleger hohe Investitionen ohne konkreten Umsatzerfolg sehr kritisch sehen, kommentierten die Analysten von Goldman Sachs.

WALL STREET

Die US-Börsen begaben sich vor dem Wochenende auf Rekordfahrt.

Der Dow Jones war mit einem moderaten Gewinn gestartet und vergrößerte diesen anschließend deutlich. Schlussendlich ging er mit einem Kurssprung von 2,47 Prozent bei 50.115,67 Punkten aus der Sitzung.
Auch der NASDAQ Composite verbesserte sich nach einem freundlichen Start weiter und schloss letztlich 2,18 Prozent stärker bei 23.031,21 Zählern.

Nach dem jüngsten Kursrutsch bei Technologieaktien kam am Freitag an den US-Börsen die Risikobereitschaft schwungvoll zurück. Dies zeigte sich beim Dow Jones mit dem erstmaligen Sprung über die Marke von 50.000 Punkten.

Neuerdings versuchen die Anleger stärker potenzielle Gewinner und Verlierer des KI-Booms zu unterscheiden. Zudem hinterfragen sie immer häufiger milliardenschwere Investitionen in den neuen Megatrend. Die Standardwerte, die im Dow stärker abgebildet sind, standen daher in den vergangenen Tagen besser da als die in den USA so bedeutenden Technologiewerte.

ASIEN

Die wichtigsten asiatischen Indizes präsentierten sich am Freitag mehrheitlich tiefer.

So zeigte sich der Nikkei 225 in Tokio letztlich mit einem Plus von 0,81 Prozent bei 54.253,68 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland fiel der Shanghai Composite derweil um 0,25 Prozent auf 4.065,58 Zähler.

Abwärts ging es ebenso in Hongkong: Der Hang Seng gab 1,21 Prozent auf 26.559,95 Einheiten ab.

Kein einheitliches Bild präsentierte am Freitag der Blick auf die asiatischen Aktienmärkte. Ausgelöst durch einen neuerlichen Abverkauf von Technologiewerten an der Wall Street herrschte auch hier die Risikoaversion vor.

An der Börse in Tokio waren die am Wochenende anstehenden vorgezogenen Wahlen das Thema. Japanische Staatsanleihen legten in Tokio im Sog der nächtlichen Kursgewinne von US-Staatsanleihen zu. Laut Umfragen lokaler Medien liegt das Momentum bei der Liberaldemokratischen Partei, schrieben die Strategen von TD Securities. "Wir weisen einer absoluten Mehrheit für Premierministerin Takaichi eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent zu", so die Strategen. In diesem Szenario würde die JGB-Zinskurve steiler gehen und der Dollar zum Yen dürfte in Richtung 160,00 steigen, fügten die Strategen hinzu.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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