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Geändert am: 06.03.2026 22:02:03

Abwärtsdruck lässt kaum nach: ATX und DAX gehen mit kräftigen Verlusten ins Wochenende -- US-Börsen tiefer -- Asiens Börsen schließen fester

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt gab am Freitag deutlich nach.

Der ATX gab seine frühen Gewinne im weiteren Handelsverlauf wieder ab und rutschte sogar klar auf rotes Terrain. Letztlich schloss er 0,62 Prozent tiefer bei 5.403,65 Punkten.

Der Wiener Aktienmarkt hat zum Ausklang einer schwachen Woche anfängliche Erholungsgewinne nicht halten können. Sie schmolzen im späten Vormittagsverlauf im Einklang mit steigenden Ölpreisen ab. Eine ähnliche Entwicklung zeigte auch das europäische Umfeld.

Weiterhin warf der Iran-Krieg und der damit einhergehende Ölpreisschub seinen Schatten auf die Weltbörsen. Enttäuschende Daten vom US-Arbeitsmarkt passten in das trübe Bild. Die Ölpreise markierten wegen der Furcht vor langfristigen Lieferausfällen neue mehrjährige Höchststände. Dies schürte wiederum die Sorgen vor einem steigenden Inflationsdruck und dadurch erzwungenen geldpolitischen Straffungen.

Um die Situation an den Ölmärkten zu entlasten, erlauben die USA es indischen Raffinerieunternehmen, für einen begrenzten Zeitraum russisches Öl zu kaufen. Dies helfe womöglich, einen sofortigen Abwärtsdruck auf den Markt zu führen, ein "Gamechanger" sei die Maßnahme aber nicht, schrieb der Rohstoffexperte Warren Patterson von der ING. Ein nachhaltiger Preisrückgang sei nur durch die Wiederaufnahme der Öllieferungen durch die Straße von Hormuz zu erreichen.

Inzwischen stieg die Arbeitslosenquote in den USA überraschend auf 4,4 Prozent. Analysten hatten mit einem stabilen Wert von 4,3 Prozent gerechnet. Die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft sank um 92.000, während laut Konsensschätzungen 55.000 neue Stellen erwartet worden waren. Zudem wurde der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten um insgesamt 69.000 Stellen nach unten revidiert.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt sackte am Freitag weiter ab.

Nach einem freundlichen Start drehte der DAX klar ins Minus und beendete die Sitzung 0,94 Prozent schwächer bei 23.591,03 Punkten.

Am Freitag wurde die Zwischenerholung damit erneut abgebrochen und die 24.000 Punkte-Marke kam nicht wieder in nähere Reichweite. Noch vor einer Woche hatte der DAX sich noch seinem Rekord von 25.507 Zählern aus dem Januar bis auf 100 Punkte genähert, dann aber machte der Angriff der USA und Israels auf den Iran den Anlegern einen Strich durch die Rechnung.

Der Krieg blieb das beherrschende Thema, und die Anleger reagierten weiter sehr nervös. Irans Kampfkraft ist zwar nach US-Einschätzung erheblich geschwächt - dennoch weitet Teheran den Krieg im gesamten Nahen Osten weiter aus. Zuletzt sorgte der wieder deutliche Anstieg der Ölpreise für Verunsicherung, nachdem der Golfstaat Katar vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt hatte. Die daraus resultierenden Inflationsrisiken wurden am Nachmittag durch insgesamt schwache monatliche Arbeitsmarktdaten etwas relativiert.

"Der Angriff auf den Iran ist angesichts der Dimension des Militäreinsatzes und der generell fragilen Lage im Nahen Osten mit Risiken verbunden. Aus ökonomischer Sicht lauten diese Risiken, dass die Ölförderanlagen in der Region durch den Iran systematisch zerstört werden und dass der Transportweg durch die Straße von Hormus absehbar für lange Zeit geschlossen bleibt", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank.

Beide Risiken haben sich dem Experten zufolge in den ersten Tagen seit den ersten Luftangriffen nicht materialisiert. Wenn die Deutung richtig sei, dass der Iran und seine Helfer in der Region zu einer umfassenden Aktion nicht in der Lage sind, dann blieben die Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte und die Finanzmärkte weiter relativ moderat.

WALL STREET

Die US-Börsen präsentierten sich am Freitag mit roten Vorzeichen.

Der Dow Jones verzeichnete am letzten Handelstag der Woche einen Verlust von 0,95 Prozent auf 47.501,55 Punkte.
Auch der NASDAQ Composite sackte ab und verlor schlussendlich 1,59 Prozent auf 22.387,68 Zähler.

Die Forderung des US-Präsidenten nach einer bedingungslosen Kapitulation des Iran hat die US-Aktienmärkte unter Druck gebracht. Hinzu kamen schwache Daten vom Arbeitsmarkt.

Die Anleger sorgten sich nach einer knappen Woche Krieg im Iran um dessen Dauer, denn US-Präsident Donald Trump forderte auf seiner Plattform Truth Social eine "bedingungslose Kapitulation". Die Hisbollah im Libanon betonte unterdessen inmitten stetiger Angriffe Israels erneut ihre Kampfbereitschaft.

Die Ölpreise beschleunigten ihren Höhenflug. Seit den Angriffen passieren kaum noch Schiffe die Strasse von Hormus. Durch die Meerenge am Persischen Golf wird in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert. Zuletzt gaben Irans Streitkräfte an, einen Öltanker "in US-Besitz" vor der Küste Kuwaits angegriffen zu haben.

Der US-Arbeitsmarkt sendete für Anleger obendrein durchwachsene Signale. Die Beschäftigung sank im Februar überraschend. Die Arbeitslosenquote stieg, doch das Lohnwachstum blieb robust. Das bringe die US-Notenbank Fed in eine schwierige Situation, kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners in Frankfurt. "Die drohenden Inflationsrisiken aus dem Iran-Krieg kommen obendrauf."

ASIEN

Die Börsen in Fernost zeigten sich am Freitag höher.

In Tokio legte der Nikkei 225 am Freitag letztlich 0,62 Prozent auf 55.620,84 Punkte zu.

Auf dem chinesischen Festland waren ebenfalls Gewinne zu sehen: Der Shanghai Composite schloss 0,38 Prozent höher bei 4.124,19 Zählern.

In Hongkong rückte daneben der Hang Seng um 1,72 Prozent auf 25.757,29 Zähler vor.

Die anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten belasteten die ostasiatischen Aktienmärkte zum Ende der Woche nur noch in Teilen. Dennoch fiel der Verkaufsdruck am Freitag moderater aus als zuletzt. Hauptgrund für die leichte Entspannung war ein leichter Rückgang der Ölpreise, ausgelöst durch politische Signale aus den USA.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte angekündigt, indischen Raffinerien den Kauf von russischem Öl zu gestatten, sofern dieses bereits auf See festsetzt. Dies drückte die Preise für die Sorten Brent und WTI.
Trotz kurzzeitiger Gerüchte über eine iranische Gesprächsbereitschaft deutet wenig auf eine Deeskalation hin. US-Präsident Trump signalisierte eine Fortführung der Kämpfe über mehrere Wochen, was die Hoffnung auf ein schnelles Ende zunichtemacht.

Die gestiegenen Energiekosten erschweren den Spielraum der Notenbanken. Die Erwartung an Fed-Zinssenkungen ist deutlich gesunken; laut FedWatch-Tool rechnen nur noch 36,2 % mit mehr als einem Zinsschritt in diesem Jahr. Anleger blicken gespannt auf den heute Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht für Februar.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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