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Geändert am: 06.07.2026 08:01:14

ATX vor ruhigem Handelsstart -- DAX dürfte auf Richtungssuche gehen -- Asiens Börsen uneinheitlich

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt wird wenig bewegt erwartet.

Der ATX hatte am Freitag 1,06 Prozent fester bei 6.565,92 Punkten geschlossen.

Etwas leichter werden die Börsen am Morgen erwartet. Die Vorgaben aus Asien sind uneinheitlich, große Themen stehen noch nicht an. Positiv kommt die steigende Marktbreite weg von den wenigen KI-Aktien an. Allerdings sei die jüngste Erholung in den Sektoren Gesundheitswesen, Industrie und Finanzen "noch nicht genug, um eine gesunde Rotation auszurufen", meint Marktstratege Stephen Innes von SPI Asset Management: "Eine echte Rotation ist, wenn Kapital von einem Teil des Marktes in einen anderen fließt, ohne die Möbel zu verrücken. Was wir letzte Woche sahen, fühlte sich eher so an, als ob alle gleichzeitig einen überfüllten Raum verlassen und hoffen, dass der Flur breit genug ist".

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt wird am Montag wohl eine Pause einlegen und seine Rally nicht fortsetzen.

Der DAX hatte am Freitag bei 25.826,78 Zählern einen neuen Rekord erreicht und war schlussendlich 0,78 Prozent stärker bei 25.5779,31 Punkten in den Feierabend gegangen - womit er auch ein Allzeithoch auf Schlusskursbasis erreichen konnte.

Nach der jüngsten Höchststands-Rally zeichnet sich für den deutschen Aktienmarkt ein ruhiger Auftakt ab. Der Broker IG signalisierte für den DAX rund zweieinhalb Stunden vor dem Handelsstart ein minimales Plus von 12 Punkten, was einem Eröffnungskurs von etwa 25.791 Zählern entspricht. Chartexperten wie Christoph Geyer mahnen nun allerdings zur Vorsicht. Da der Markt aktuell als überkauft gilt, sei eine kurzfristige Konsolidierung oder ein Rücksetzer wahrscheinlich.

Unterdessen bewerten Experten die jüngsten Gewinnmitnahmen im Technologie- und KI-Sektor gelassen. Mislav Matejka, Stratege bei JPMorgan, stuft die Kursrückgänge als temporär und als attraktive Einstiegsgelegenheit ein. Der Aufwärtszyklus der Chipbranche sei intakt, da größere Kapazitätserweiterungen am Markt wohl erst ab 2028 zu erwarten seien. Zudem dürfte die bevorstehende Quartalssaison den Aktienmärkten insgesamt neuen Rückenwind verleihen.

WALL STREET

Die Wall Street zeigte sich vor dem langen Wochenende mit ungleicher Tendenz.

So stand zur Startglocke für den Dow Jones Industrial ein Plus an der Kurstafel. Anschließend ging es weiter nach oben. Er markierte dabei ein neues Rekordhoch. Letztlich verabschiedete sich das Börsenbarometer 1,14 Prozent höher bei 52.899,24 Punkten.
Auch der Techwerteindex NASDAQ Composite eröffnete die Sitzung minimal höher, im weiteren Handel fiel er jedoch ins Minus zurück, wo er den Tag 0,8 Prozent schwächer bei 25.832,67 Zählern beendete.
Am Freitag wird wegen dem anstehenden Independence-Day nicht gehandelt.

Dass die US-Wirtschaft im Juni nur halb so viele neue Stellen geschaffen hat wie erwartet, dürfte nach Einschätzung der Landesbank Helaba die jüngst tendenziell gestiegenen Ängste vor einer Leitzinsanhebung dämpfen. Das sollte den Börsen helfen, da höhere Zinsen die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen schmälern.

Üblicherweise steht der monatliche Arbeitsmarktbericht am ersten Freitag des Folgemonats auf der Agenda. Doch da der Nationalfeiertag am 4. Juli diesmal auf einen Samstag fällt, wird er bereits Freitag zuvor begangen, weshalb die US-Börsen dann geschlossen bleiben.

ASIEN

Die Börsen in Asien zeigen sich zum Wochenstart uneinheitlich.

In Tokio rutscht der Nikkei 225 zeitweise 0,34 Prozent auf 69.508,89 Punkte ins Minus.

Auf dem chinesischen Festland sucht der Shanghai Composite unterdessen nach seiner Richtung und notiert mit einem marginalen Plus von 0,16 Prozent bei 4.049,96 Punkten leicht höher.

Gewinne werden unterdessen aus Hongkong gemeldet, wo es für den Hang Seng zeitweise 0,85 Prozent auf 23.548,13 Punkte nach oben geht.

Nach den starken Gewinnen der Vorwoche verzeichnen die technologiegeprägten Börsen in Japan und Südkorea am Montag Kursverluste. Anleger nutzten die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen im Halbleitersektor. Abseits der Tech-Werte sorgten sinkende Ölpreise und eine leichte Entspannung der geopolitischen Lage für Kursgewinne insbesondere an den chinesischen Börsen.

Für die kommenden Tage stehen zwei entscheidende Impulse an: Einerseits liefert das anstehende Fed-Protokoll der Juni-Sitzung neue Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung bei nachlassendem Inflations- und Arbeitsmarktdruck. Andererseits startet bald die neue Quartalssaison. Hier wird sich zeigen müssen, ob der milliardenschwere KI-Boom bereits die fundamentalen Unternehmensdaten und das Gewinnwachstum beflügelt.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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