Geändert am: 21.08.2026 08:39:57

ATX vor tieferem Handelsstart -- DAX kaum verändert erwartet -- Börsen in Fernost uneinheitlich

AUSTRIA

Die Wiener Börse wird am Freitag eine Spur tiefer erwartet.

Der ATX zeigt sich gemäß vorbörslicher Indikationen kaum verändert.

Zum Ende einer schwachen Woche dürfte der Wiener Aktienmarkt zunächst weiter nachgeben. Neben den zuletzt marktprägenden Entwicklungen im Nahen Osten und am US-Anleihemarkt könnten am Freitagvormittag Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone einen Blick wert sein. "Zuletzt war bemerkenswert, dass sich vor allem die Stimmungslage bei den Finanzmarktteilnehmern verbessert hat", schrieben die Ökonomen der Helaba. Insofern sollten Anstiege der Stimmungsbarometer nicht überraschen.
Unternehmensseitig blieb die Meldungslage hierzulande bisher ruhig.

DEUTSCHLAND

Anleger am deutschen Aktienmarkt dürften sich vor dem Wochenende zurückhalten.

Der DAX tendiert rund eine Stunde vor der Startglocke seitwärts.

Nach vier schwächeren Tagen dürfte der DAX am Freitag zunächst nahezu auf der Stelle treten. Sein Rekordhoch hatte der DAX in der Vorwoche bei 26.573 Punkten erreicht. In dieser Woche ging es dann zeitweise um zwei Prozent abwärts. Tags zuvor fing sich der Dax aber bei 25.914 Punkten und konnte letztlich immerhin seine 21-Tage-Linie halten. Damit blieb der kurzfristige Trend trotz Korrektur noch intakt. Aus Asien kommen am Morgen keine klaren Impulse. Mit leichtem Abschlag im japanischen Nikkei 225 und sanfter Erholung im koreanischen KOSPI driften die beiden viel beachteten, technologielastigen Indizes etwas auseinander. In den USA hatte der NASDAQ 100 am Vorabend sein Niveau nach dem europäischen Handelsende unter dem Strich etwa gehalten.

Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades konstatierte einen "geordneten Rückzug" der Anleger, denen die zunehmende Volatilität am Anleihemarkt zu schaffen mache. Damit rücke eine mit Spannung erwartete Auktion von 30-jährigen US-Staatsanleihen in den Fokus: "Bleibt die erhoffte Nachfrage der Investoren aus, dürfte dies den Stress im Bondmarkt weiter verschärfen und den Druck auf den DAX gnadenlos erhöhen", befürchtet der Experte.

WALL STREET

An den US-Börsen dominierten am Donnerstag die Bären.

Der Dow Jones beendete die Sitzung 1,32 Prozent tiefer bei 52.759,21 Punkten. Er war anfangs nur leicht schwächer in den Handelstag gegangen und hatte seine Verluste dann im Verlauf deutlich ausgeweitet.
Der NASDAQ Composite schloss mit einem Minus von 1,00 Prozent bei 26.067,17 Punkten. Er hatte bereits zum Start klar nachgegeben und war anschließend ebenfalls noch tiefer in den roten Bereich gerutscht.

Mit Enttäuschung aufgenommene Geschäftszahlen von Walmart zogen am Donnerstag schwächere Aktienkurse an den US-Börsen nach sich.

Hauptthema waren zudem weiterhin die Entwicklungen am US-Anleihemarkt, nachdem das US-Finanzministerium am Mittwoch angekündigt hatte, künftig mehr langlaufende Anleihen zurückzukaufen. Konkret sollen Rückkaufoperationen für Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren oder mehr mit Wirkung zum 9. September von derzeit zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar pro Operation verdoppelt werden. Der Schritt wurde an der Wall Street als Signal gewertet, dass Finanzminister Scott Bessent über den Ausverkauf bei Anleihen beunruhigt ist.

Im Nahen Osten gab es derweil weiterhin keine Entspannung. "Die USA haben keine Gespräche mit dem Iran geplant, während die Lage in der Straße von Hormus weiter angespannt bleibt, mit eingeschränktem Schiffsverkehr und anhaltenden Meinungsverschiedenheiten über die Bedingungen für eine Wiedereröffnung", hieß es von Sucden Financial. Zudem hat US-Präsident Donald Trump damit gedroht, die USA würden beispiellose wirtschaftliche Maßnahmen gegen den Iran verhängen.

ASIEN

Die asiatischen Börsen zeigen sich vor dem Wochenende mit unterschiedlichen Vorzeichen.

So gibt der Nikkei 225 in Tokio zeitweise um 0,40 Prozent auf 65.951,09 Punkte nach.

Auf dem chinesischen Festland notiert der Shanghai Composite derweil 0,05 Prozent tiefer bei 3.901,88 Zählern.

In Hongkong ist unterdessen ein Plus zu erkennen: Für den Hang Seng geht es stellenweise um 0,91 Prozent aufwärts auf 25.932,76 Einheiten.

Die beiden Hauptthemen an den asiatischen Märkten sind weiterhin die Entwicklung am US-Anleihemarkt sowie der Nahost-Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Hinweise auf eine Entspannung am persischen Golf gibt es derzeit keine: "Die USA haben keine Gespräche mit dem Iran geplant, während die Lage in der Straße von Hormus weiter angespannt bleibt, mit eingeschränktem Schiffsverkehr und anhaltenden Meinungsverschiedenheiten über die Bedingungen für eine Wiedereröffnung", hieß es von Sucden Financial. Zudem drohte US-Präsident Donald Trump damit, die USA würden beispiellose wirtschaftliche Maßnahmen gegen den Iran verhängen.

Auf breiter Front sorgen wieder etwas steigende Renditen der Anleihen für Vorsicht. Im Handel ist von Zweifeln am Rückkaufplan des US-Finanzministeriums die Rede, der jüngst für Entspannung bei den Renditen gesorgt hatte. Das laufende Programm - lange Anleihen zurückzukaufen gegen die Ausgabe von kurzen - biete nur eine kurzfristige Lösung. Die Frage sei, ob damit das US-Haushaltsdefizit von über 6 Prozent des BIP und jährliche Zinskosten von rund 1,2 Billionen Dollar wesentlich verringert werden könne, heißt es bei Beobachtern. Die Analysten der Commerzbank merken außerdem an: "Die Kombination aus steigenden Ölpreisen und erneuter Skepsis hinsichtlich der Fähigkeit des Finanzministeriums, die langfristigen Kreditkosten zu begrenzen, belastet US-Staatsanleihen."

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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