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Geändert am: 21.08.2026 22:32:41

US-Börsen mit Gewinnen ins Wochenende -- ATX geht höher ins Wochenende -- DAX schließt über 26.000-Punkte-Marke -- Börsen in Fernost letztlich uneinheitlich

AUSTRIA

Die Wiener Börse präsentierte sich am Freitag freundlich.

Der ATX notierte im frühen Handel etwas höher und baute seine Gewinne im Verlauf weiter aus. Schlussendlich verabschiedete er sich 0,98 Prozent höher bei 6.631,80 Punkten ins Wochenende.

Zum Ende einer schwachen Woche verzeichnete der Wiener Aktienmarkt einen versöhnlichen Ausklang. Davor hatte der heimische Leitindex vier Tage in Folge nachgegeben.
Untermauert wurde die Erholung zum Wochenschluss von guten US-Vorgaben und erfreulichen Stimmungsdaten aus der Eurozone. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft im Euroraum stieg leicht auf 52,1 Punkte, während Analysten mehrheitlich mit einer Eintrübung gerechnet hatten. "Dank optimistischer Auftragsbeurteilung, auch aus dem Ausland, dürfte die Talsohle nun durchschritten sein", erklärte Felicitas Henze, Volkswirtin bei der Deutschen Bank, die Verbesserung in der Industrie. Die Stimmung im Dienstleistungsindikator könnte indes durch die hohen Öl- und Gaspreise und damit verbundene Inflationssorgen belastet worden sein.
Unternehmensseitig blieb die Meldungslage hierzulande ruhig.

DEUTSCHLAND

Anleger am deutschen Aktienmarkt griffen vor dem Wochenende zu.

Der DAX notierte zur Startglocke knapp höher, legte im Verlauf aber deutlicher zu und beendete die Handelswoche 0,59 Prozent stärker bei 26.136,56 Zählern.

Der DAX hat sich nach einer viertägigen Verlustserie am Freitag stabilisiert. Damit schaffte er es nach Anlaufschwierigkeiten wieder über die viel beachtete Marke von 26.000 Punkten.

Belastet hat in den vergangenen Tagen vor allem der Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten. Bisher hält der DAX aber die 21-Tage-Linie, womit aus technischer Sicht der kurzfristige Trend intakt bleibt. Die internationalen Vorgaben gaben dem DAX keine klaren Impulse. Mit dem japanischen Nikkei 225 und dem südkoreanischen KOSPI entwickelten sich die wichtigsten der technologielastigen asiatischen Indizes in unterschiedliche Richtungen.

Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades konstatierte einen "geordneten Rückzug" der Anleger, denen die zunehmende Volatilität am Anleihemarkt zu schaffen mache. Damit rücke eine mit Spannung erwartete Auktion von 30-jährigen US-Staatsanleihen in den Fokus: "Bleibt die erhoffte Nachfrage der Investoren aus, dürfte dies den Stress im Bondmarkt weiter verschärfen und den Druck auf den DAX gnadenlos erhöhen", befürchtet der Experte.

WALL STREET

Die US-Börsen beendeten die Freitagssitzung mit positiver Tendenz.

Der Dow Jones bewegte sich während der gesamten Sitzung in der Gewinnzone und legte zum Handelsschluss um 0,98 Prozent auf 53.277,01 Punkte zu.
Beim NASDAQ Composite fiel der Tagesgeinn etwas geringer aus. Er schloss 0,43 Prozent höher auf 26.180,45 Zählern.

Für eine gewisse Beruhigung sorgte, dass die heftigen Bewegungen am US-Anleihemarkt zeitweise nachließen. Entwarnung gab es dort allerdings nicht: Die Rendite zehnjähriger Treasuries bewegte sich zum Handelsschluss um 4,7 Prozent, bei 30-jährigen US-Staatsanleihen waren es mehr als 5,2 Prozent. Sorgen über die inzwischen auf mehr als 40 Billionen Dollar gestiegene US-Staatsverschuldung, hohe Haushaltsdefizite und Inflationsrisiken bleiben damit ein Belastungsfaktor für Aktien.

Unter den Sektoren gehörten Grundstoffwerte zu den Gewinnern. Unterstützung kam zudem von einigen erfreulichen Unternehmenszahlen. Ross Stores beispielsweise verteuerte sich nach besser als erwarteten Quartalszahlen und einer angehobenen Jahresprognose deutlich. Auch Kryptowährungen sorgten für Bewegung: Bitcoin stieg auf den höchsten Stand seit Mai, wovon kryptonahe Aktien profitierten.

ASIEN

Die asiatischen Börsen zeigten sich vor dem Wochenende mit unterschiedlichen Vorzeichen.

So gab der Nikkei 225 in Tokio schließlich um 0,30 Prozent auf 66.016,36 Punkte nach.

Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite unterdessen 0,04 Prozent höher bei 3.905,20 Zählern.

In Hongkong war ein Plus zu erkennen: Für den Hang Seng ging es um 1,21 Prozent aufwärts auf 26.009,46 Einheiten.

Die beiden Hauptthemen an den asiatischen Märkten sind weiterhin die Entwicklung am US-Anleihemarkt sowie der Nahost-Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Hinweise auf eine Entspannung am persischen Golf gibt es derzeit keine: "Die USA haben keine Gespräche mit dem Iran geplant, während die Lage in der Straße von Hormus weiter angespannt bleibt, mit eingeschränktem Schiffsverkehr und anhaltenden Meinungsverschiedenheiten über die Bedingungen für eine Wiedereröffnung", hieß es von Sucden Financial. Zudem drohte US-Präsident Donald Trump damit, die USA würden beispiellose wirtschaftliche Maßnahmen gegen den Iran verhängen.

Auf breiter Front sorgten wieder etwas steigende Renditen der Anleihen für Vorsicht. Im Handel war von Zweifeln am Rückkaufplan des US-Finanzministeriums die Rede, der jüngst für Entspannung bei den Renditen gesorgt hatte. Das laufende Programm - lange Anleihen zurückzukaufen gegen die Ausgabe von kurzen - biete nur eine kurzfristige Lösung. Die Frage sei, ob damit das US-Haushaltsdefizit von über 6 Prozent des BIP und jährliche Zinskosten von rund 1,2 Billionen Dollar wesentlich verringert werden könne, heißt es bei Beobachtern. Die Analysten der Commerzbank merkten außerdem an: "Die Kombination aus steigenden Ölpreisen und erneuter Skepsis hinsichtlich der Fähigkeit des Finanzministeriums, die langfristigen Kreditkosten zu begrenzen, belastet US-Staatsanleihen."

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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