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Geändert am: 22.01.2026 22:06:47

Entspannung im Grönland-Streit: ATX schließt nach Rekordhoch weit im Plus -- DAX beendet Handel fester -- Wall Street schlussendlich freundlich -- Asiens Börsen letztlich in Grün

AUSTRIA

Der heimische Aktienmarkt verbuchte am Donnerstag satte Gewinne.

So legte der ATX im frühen Handel bereits deutlich zu und kletterte anschließend noch kräftiger. Dabei erreichte das Börsenbarometer ein neues Allzeithoch bei 5.558,46 Zählern. Seinen Schlussstand markierte der Index bei 5.544,90 (+2,49 Prozent).

Nach der Rücknahme neuer US-Zölle im Grönland-Streit und positiven US-Aussagen zur Ukraine haben die Anleger am Donnerstag bei heimischen Aktien zugegriffen. Bereits am Vortag hatte der ATX wie Aktien weltweit positiv darauf reagiert, dass US-Präsident Trump in seiner Rede in Davos eine Militäraktion zur Übernahme Grönlands ausgeschlossen hatte. Nach europäischem Börsenschluss kündigte Trump dann an, dass ein Rahmen für ein zukünftiges Abkommen entstanden sei und die Zölle gegen europäische Länder ausgesetzt seien. "Die Risikostimmung hellt sich auf, da die Zölle vom Tisch sind und die meisten Trends vom Beginn der Woche kehren sich um", kommentierte Commerzbank-Analyst Erik Liem.

Für gute Stimmung sorgten womöglich auch optimistische Äußerungen der USA zu den Verhandlungen über einen Frieden in der Ukraine. Die Gespräche zur Beendigung des russischen Angriffskrieges sind nach Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff weit fortgeschritten. Die USA könnten der Ukraine bei Zustimmung für einen Friedensplan im russischen Angriffskrieg erlauben, zollfrei in die USA zu exportieren, erklärte Witkoff zudem und bezeichnete dies als möglichen "Gamechanger" für die Ukraine.

DEUTSCHLAND

Anleger am deutschen Aktienmarkt fassten am Donnerstag wieder Mut.

So nahm der DAX den Handel bereits fester auf und bewegte sich auch weiterhin deutlich im Plus. Er verließ den Tag mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 24.856,47 Punkten.

Nach drei schwachen Tagen infolge des neuerlichen Zollschocks hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag zur Erholung angesetzt. Denn die Drohung durch neue US-Zölle vom 1. Februar an gegen acht europäische Länder ist nach einem Treffen des US-Präsidenten Donald Trump mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte wieder vom Tisch.

Trump hat mit Rutte einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion gesteckt - daher sollen doch keine Zölle kommen. Nur wenige Stunden zuvor hatte das EU-Parlament im Gegenzug zu Trumps Drohung noch die Ratifizierung des Handelsdeals mit den USA gestoppt.

"Noch sind nicht viele Details zum geplanten Abkommen zwischen den USA und der NATO bekannt", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Viel wichtiger ist für die Börsianer ohnehin die Info, dass die angedrohten Zusatzzölle am 1. Februar nicht in Kraft treten werden. Ob das Grönland-Thema damit dauerhaft zur Zufriedenheit aller gelöst werden kann, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen. Fürs Erste feiern die Börsen aber die neue Faktenlage."

WALL STREET

Die US-Börsen legten am Donnerstag zu.

Der Dow Jones hat die Sitzung mit Gewinnen begonnen und stieg auch anschließend weiter. Er verabschiedete sich letztlich 0,63 Prozent stärker bei 49.384,01 Punkten.
Der NASDAQ Composite bewegte sich ebenfalls auf positivem Terrain, nachdem er den Handelstag bereits fester startete. Sein Schlussstand: 23.436,02 Zähler (+0,91 Prozent).

Die US-Börsen haben am Donnerstag dank des etwas entschärften geopolitischen Konflikts um Grönland und gemilderter Handelsspannungen zwischen den USA und Europa an ihre Vortageserholung angeknüpft.

Für die deutlichen Kursgewinne am Mittwoch hatte die Nachricht gesorgt, dass es keine US-Strafzölle gegen acht europäische Länder einschliesslich Deutschland zum 1. Februar geben soll, die Donald Trump wegen des Streits um Grönland angedroht hatte.

Der US-Präsident hatte zudem ein Rahmenabkommen mit der Nato zur Beilegung des jüngsten Streits um Grönland angekündigt. Zuvor hatte Trump noch seinen Anspruch bekräftigt, Grönland müsse aus Sicherheitsgründen an die USA übergehen, gleichzeitig aber in diesem Fall die Anwendung von Gewalt ausgeschlossen. Anleger atmen nun weiter durch, bleiben aber ob der Unberechenbarkeit Trumps auf der Hut.

ASIEN

Aufwärts ging es an den Börsen in Fernost am Donnerstag.

In Tokio legte der Nikkei 225 schlussendlich kräftig um 1,73 Prozent zu auf 53.688,89 Indexpunkte.

Auf dem chinesischen Festland war hingegen ein kleines Plus zu erkennen: Der Shanghai Composite notiert letztlich leichte 0,14 Prozent höher bei 4.122,58 Einheiten.

Leicht aufwärts ging es unterdessen in Hongkong: Der Hang Seng präsentierte sich schließlich 0,17 Prozent fester bei 26.629,96 Stellen.

Zeichen der Entspannung im Grönland-Streit sorgten am Donnerstag an den asiatischen Aktienmärkten für teils kräftige Kursgewinne. US-Präsident Donald Trump hatte mitgeteilt, es sei ein Rahmenabkommen zu einer zukünftigen Vereinbarung über Grönland und die Arktis erzielt worden. Seine Drohung weiterer Zölle gegen europäische Länder zog Trump zurück.

Die Grönland-Entwicklungen verdrängten in Tokio die jüngsten Zweifel, wie die japanische Regierung höhere fiskalische Ausgaben finanzieren will. Vor diesem Hintergrund wird mit Spannung auf die am Freitag anstehende geldpolitische Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) gewartet. Da allgemein damit gerechnet werde, dass die BoJ die Zinsen unverändert lasse, liege der Fokus auf der Pressekonferenz von Notenbankpräsident Kazuo Ueda, meinten Analysten. Im Dezember 2025 hatte die BoJ ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent angehoben - den höchsten Stand seit drei Jahrzehnten. Leicht stützend wirkt, dass die japanischen Exporte im Dezember den vierten Monat in Folge gestiegen sind, auch wenn der Anstieg unter den Erwartungen geblieben war.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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