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Geändert am: 23.07.2026 22:26:07

Zahlenflut und EZB-Entscheid: US-Börsen zum Handelsende sehr schwach -- ATX und DAX schließen tief im Minus -- Asiens Börsen beenden Handel fester

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt präsentierte sich am Donnerstag schwach.

Der ATX gab kurz kurz nach Handelsbeginn bereits moderat nach und rutschte im Laufe des Tages tiefer ins Minus. Er verabschiedete sich schließlich 1,06 Prozent schwächer bei 6.459,21 Punkten in den Feierabend.

Ein kräftiger Ölpreisanstieg hat den Wiener Aktienmarkt am Tag der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet. Der Brent-Ölpreis für den September-Kontrakt stieg wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg zeitweise bis knapp unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar, was an den Finanzmärkten Inflationsängste schürt. Der geldpolitische Beschluss brachte dagegen keine Überraschung und gab dem Markt keine neue Richtung mehr.

Die EZB ließ wie erwartet ihre geldpolitischen Schlüsselzinssätze unverändert. Der Einlagensatz bleibt trotz anhaltender Inflationsgefahren bei 2,25 Prozent. Die Unsicherheit sei nach wie vor hoch, und die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation seien noch nicht vollständig zum Tragen gekommen, schrieben die Währungshüter in dem begleitenden Statement. Jedoch sehe sich der EZB-Rat gut positioniert, um die durch den Konflikt verursachte Unsicherheit zu bewältigen. Am Markt wird derzeit mit einer Zinserhöhung im September bzw. mit zwei Schritten bis Jahresende gerechnet.

Belastend hinzu kam, dass die nach US-Börsenschluss vorgestellten Zahlen großer US-Konzerne die Anleger nicht überzeugten, während auch die Quartalsberichte einiger europäischer Unternehmen unter den Erwartungen lagen. In Wien blieb die Meldungslage bis auf Analystenstudien dünn.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Donnerstag mit Verlusten.

Der DAX startete bereits schwächer in die Sitzung und weitete seine Verluste im Laufe des Tages weiter aus. Letztlich notierte er 1,56 Prozent im Minus bei 24.763,12 Punkten.

Für Unsicherheit sorgten die weiter steigenden Ölpreise und Gewinnmitnahmen bei Chipwerten als Reaktion auf einen enttäuschenden Ausblick von STMicroelectronics.

Zudem herrschte Zurückhaltung, weil Europas größter Softwarekonzern SAP am Abend nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten Geschäftszahlen vorlegt. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen im Euroraum unverändert zu lassen, war derweil vom Markt erwartet worden und bewegte dementsprechend kaum.

Steigende Ölpreise wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg schürten weiter Inflationsängste und blieben damit ein Problem für die Märkte. Der Preis für die Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im September stieg zeitweise über die Marke von 99 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Zudem erklärten vom Iran unterstützte Huthi-Milizen, sie hätten zwei saudi-arabische Tanker im Roten Meer angegriffen; dies verschärft den Nahostkonflikt weiter und droht zu schwerwiegenderen Versorgungsunterbrechungen zu führen.

Als Belastung hinzukam, dass die nach US-Börsenschluss vorgestellten Zahlen der US-Konzerne die Anleger nicht überzeugten - obwohl der Internetriese Alphabet im vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen übertroffen hatte.

WALL STREET

Die US-Börsen erlitten im Donnerstagshandel deutliche Verluste.

Der Dow Jones Industrial gab bis zum Handelende um 0,97 Prozent auf 51.711,65 Punkte nach. Bereits zu Handelsbeginn hatte er klar im Minus gelegen, daran hatte sich auch im Verlauf nicht viel geändert.
Der technologielastige NASDAQ Composite ging mit einem Verlust von 2,15 Prozent bei 25.137,69 Zählern aus der Sitzung. Auch er war schon zur Eröffnung kräftig gefallen und hatte die Abgaben dann mit der Zeit noch vergrößert.

Geschäftszahlen und Ausblicke von Technologieunternehmen hatten Zweifel an der Tragfähigkeit der massiven Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) nicht ausgeräumt. Parallel entfachte die Ölpreisrally Inflationssorgen und weckte die Befürchtung möglicher Zinserhöhungen. "Die Inflation steht heute ganz oben auf der Agenda der Märkte", konstatiert Marktstretege Henry Allen von der Deutschen Bank.

Denn im Iran-Krieg droht eine weitere Eskalationsstufe. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen haben Angriffe auf zwei saudische Öltanker im Roten Meer gemeldet. Nur noch wenige Schiffe passieren die Straße von Hormus. Und aus Daten von Kpler geht hervor, dass immer mehr Schiffe auch die Route durch das Rote Meer meiden, nachdem die Huthi eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt haben. US-Präsident Donald Trump will den Iran für künftige Angriffe der Huthis zur Verantwortung ziehen. Die USA verlegten unterdessen massiv Streitkräfte und Waffen in die Region, wie das Wall Street Journal berichtete.

ASIEN

In Asien ging es am Donnerstag nach oben.

Der Nikkei 225 notierte letztlich 0,46 Prozent fester bei 66'422,60 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland stieg das Börsenbarometer Shanghai Composite derweil 0,25 Prozent auf 3.876,78 Zähler.

Im Plus präsentierte sich auch der Markt in Hongkong, wo der Hang Seng 1,28 Prozent auf 25.210,81 Einheiten zulegte.

Die Börsen in Ostasien haben sich am Donnerstag im Spannungsfeld aus KI-Hoffnungen und der Unsicherheit über den Ausgang des Iran-Kriegs bewegt. Gesucht waren Aktien des Chipsektors, die von ermutigenden Zahlen und Ausblicken großer US-Technologieunternehmen profitierten. Positiv wurde vor allem die Ankündigung der Google-Mutter Alphabet aufgenommen, die KI-bezogenen Ausgaben zu erhöhen - trotz der Sorge über die steigenden Kosten.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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