07.01.2013 14:34:31

IPO/Goldman Sachs läutet mit LEG Immobilien IPO-Saison ein

   Von Eyk Henning und Alexandra Edinger

   Die Investmentbank Goldman Sachs nutzt den derzeitigen Immobilienhype und bringt die LEG Immobilien GmbH im Prime Standard der Frankfurter Börse auf das Parkett. Mit der Ankündigung vom Montag ist das Düsseldorfer Immobilienunternehmen das erste im laufenden Jahr, das sich zum Thema Börsengang aus der Deckung wagt. Es wird nicht das einzige Unternehmen aus der Wohnimmobilienbranche sein, das den Schritt wagt.

   Die LEG besitzt rund 91.000 Wohneinheiten und ist größtenteils in Nordrhein-Westfalen aktiv. Marktkenner schätzen den Gesamtwert der Gesellschaft inklusive der Schulden auf 4,7 Milliarden Euro. LEG ist damit ein möglicher Kandidat für den Mittelwerteindex MDAX.

   Das Unternehmen ist zu 90 Prozent im Besitz des zu Goldman Sachs gehörenden Immobilienfonds Whitehall. Der Fonds hatte 2008 gemeinsam mit dem Finanzinvestor Perry Capital, der die restlichen 10 Prozent an dem Immobilienunternehmen hält, die LEG vom Bundesland Nordrhein-Westfalen gekauft. Damals wurde der Wert des Deals auf 3,4 Milliarden Euro geschätzt und soll 2,6 Milliarden Euro an Schulden umfasst haben.

   Wie aus der Pressemitteilung der LEG hervorgeht, erzielte das Unternehmen im Jahr 2011 ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 210,6 Millionen Euro. Zudem wird der FFO, eine den operativen Cashflow widerspiegelnde Kennzahl, mit 111,8 Millionen Euro beziffert. Die durchschnittliche Leerstandsquote lag zum Jahresende 2011 bei 3,9 Prozent. Die für den Börsengang nötige Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft soll in den nächsten Tagen erfolgen, sagte ein Sprecher auf Anfrage des Wall Street Journal Deutschland.

   Wie gut sich die Aktien am Markt platzieren lassen, dürfte insbesondere die Deutsche Annington mit großer Aufmerksamkeit beobachten. Der Bochumer Konzern verwaltet mehr als 210.000 Wohnungen, die mit insgesamt 10 Milliarden Euro bewertet werden. Annington hatte angekündigt, im zweiten Halbjahr 2013 den Börsengang wagen zu wollen und wird bereits als ein möglicher Kandidat für den Leitindex Dax gehandelt. Die Annington gehört dem Finanzinvestor Terra Firma, der wohl nicht sofort komplett aussteigen, sondern Aktienpakete in mehreren Schritten auf dem Markt platzieren dürfte.

   Die Flucht der Investoren in als sicher geltende Anlagen wie Immobilien hat den im MDAX notierten Immobilienunternehmen 2012 zu einem Höhenflug verholfen, ihre Aktien liefen alle besser als der Index.

   Glänzen konnte an der Börse insbesondere die Gagfah, die derzeit versucht, 37.800 Wohnungen in Dresden zu verkaufen. Sollte dies in den nächsten Monaten gelingen, dann wäre die LEG nach dem Börsengang voraussichtlich direkt das größte börsennotierte Immobilienunternehmen im Bezug auf die im Bestand gehaltenen Wohnungen, denn Gagfah beziffert die Größe des eigenen Portfolios derzeit auf 100.000 Wohnungen.

   Gagfah würde nach dem Verkauf sogar auf einen der hinteren Plätze abrutschen. So verwaltet Konkurrent Deutsche Wohnen aktuell rund 74.000 Wohneinheiten. Der Konzern hat bereits angedeutet, dass man Interesse an dem Gagfah-Portfolio hätte. TAG Immobilien besitzt nach dem im November erfolgten Zukauf der TLG Wohnen jetzt über 69.000 Wohneinheiten. Auf 52.100 Wohneinheiten, deren Wert das Unternehmen mit 2,9 Milliarden Euro beziffert, bringt es GSW Immobilien.

   Neben dem Gagfah-Portfolio steht außerdem die GBW, die Tochter der BayernLB, zum Verkauf. Hier sollen rund 32.000 Wohnungen auf den Markt kommen. Knapp 2,5 Milliarden Euro hofft die Landesbank durch den Verkauf zu erlösen.

   Kontakt zu den Autoren: alexandra.edinger@wsj.com und eyk.henning@wsj.com

   DJG/aed/jhe/mgo

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   January 07, 2013 08:03 ET (13:03 GMT)

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