Pfizer Aktie
WKN: 852009 / ISIN: US7170811035
| Pharma im Bewertungscheck |
01.09.2026 15:40:00
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Pharma-Aktien drifteln auseinander: Eli Lilly, Pfizer, Moderna & Merck im Anlegerfokus
- Eli Lilly wächst rasant, trägt an der Börse aber eine hohe Bewertungsprämie
- Pfizer und Merck gelten als günstig, kämpfen aber mit Patentklippen und Umbau
- Moderna bleibt tief in der Verlustzone, während Krebsdaten den Kurs treiben
Selten lagen vier große Pharmawerte fundamental so weit auseinander wie in diesem Sommer. Eli Lilly meldete am 5. August einen Umsatzsprung von 48 Prozent auf 23,0 Milliarden US-Dollar, Pfizer und Merck & Co. hoben tags zuvor ihre Jahresprognosen an, und Moderna hat sich am 19. August nach überraschend starken Studiendaten zu seinem Krebsimpfstoff mehr als verdoppelt. Für Anleger stellt sich damit weniger die Frage, welches Unternehmen am besten arbeitet, sondern welcher Preis dafür angemessen ist. Denn zwischen teurer Wachstumsprämie und tiefem Value klafft im Sektor gerade eine ungewöhnlich große Lücke.
Eli Lilly bleibt die teure Wachstumsmaschine
Kein anderer Konzern der Runde wächst annähernd so schnell. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um fast die Hälfte auf 23,0 Milliarden US-Dollar und lag damit rund drei Milliarden über dem Analystenkonsens, getragen von Mounjaro mit einem Plus von 91 Prozent auf rund 9,9 Milliarden und Zepbound mit plus 44 Prozent auf knapp 4,9 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um ein Drittel auf 8,38 US-Dollar zu, weit über der Erwartung von etwa sechs US-Dollar. Das Management hob die Umsatzprognose auf 85 bis 87 Milliarden an. Die Kehrseite ist der Preis dieser Qualität. Bei einer Dividende von nur rund 6,83 US-Dollar je Aktie und einem durchschnittlichen Kursziel laut TipRanks von 1.192 US-Dollar ist für Enttäuschungen wenig Spielraum eingepreist.
Pfizer und Merck locken mit niedriger Bewertung
Am anderen Ende stehen zwei Schwergewichte, die billig aussehen und genau dafür Gründe liefern. Pfizer kam auf 15,0 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von drei Prozent, meldete wegen Abschreibungen von 4,3 Milliarden aber einen ausgewiesenen Verlust von vier Cent je Aktie, während bereinigt 0,77 US-Dollar übrig blieben. Die Prognose stieg am oberen Ende auf 60,5 bis 62,5 Milliarden, getragen wird sie von rund fünf Milliarden Coronaumsatz gegen einen Patentgegenwind von etwa 1,5 Milliarden. Für die Dividende von 1,72 US-Dollar je Aktie ruft der Markt eine hohe Rendite auf, das durchschnittliche Kursziel aus acht Analysen liegt laut TipRanks bei 28,46 US-Dollar.
Merck wuchs im gleichen Zeitraum um fünf Prozent auf 16,6 Milliarden US-Dollar und schlug den Konsens, verbuchte wegen einer Sonderbelastung von 2,31 US-Dollar je Aktie aus der Terns-Übernahme aber ebenfalls einen bereinigten Quartalsverlust von 13 Cent. Die Keytruda-Familie steuerte 8,4 Milliarden bei, ein Plus von vier Prozent, darunter erstmals 463 Millionen aus der neuen Spritzenvariante. Genau hier sitzt die eigentliche Frage. Keytruda spülte zuletzt rund 32 Milliarden US-Dollar im Jahr in die Kasse und verliert 2028 den Patentschutz. Vorstandschef Rob Davis verspricht einen Hügel statt einer Klippe, der Bewertungsabschlag zeigt, dass der Markt den Beweis noch abwartet.
Moderna lebt von der Fantasie
Der vierte Fall passt in keine der beiden Schubladen. Moderna setzte im zweiten Quartal nur 145 Millionen US-Dollar um und schrieb einen Nettoverlust von 782 Millionen, immerhin fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Verlust je Aktie schrumpfte von 2,13 auf 1,97 US-Dollar, die Barmittel sanken auf 6,9 Milliarden, im Juli flossen 950 Millionen in einen Rechtsstreit. Angetrieben wird die Aktie nicht von Zahlen, sondern von der am 19. August gemeldeten Phase-3-Studie, in der der personalisierte Krebsimpfstoff zusammen mit Keytruda das Rückfallrisiko bei rund 1.100 Melanom-Patienten deutlich senkte. JPMorgan nennt das Projekt das wichtigste in der Pipeline. Die Analystenkursziele reichen laut TipRanks von 40 bis 180 US-Dollar und gehen damit weit auseinander.
Klarheit dürften zunächst die vollständigen Daten aus der Melanomstudie bringen, die Moderna und Merck auf einem noch nicht benannten Fachkongress vorstellen wollen. Parallel laufen bereits Gespräche mit der FDA über eine Zulassung der Kombinationstherapie. Bis dahin bleibt der Sektor gespalten zwischen einem Wachstumswert, der seine Prämie Quartal für Quartal verteidigen muss, zwei günstigen Titeln, deren Rabatt an Patentfragen hängt, und einer Wette, deren Wert an einzelnen Studienlesungen entschieden wird.
Julia Walter, Redaktion finanzen.at
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| 05.08.26 | Pfizer Hold | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 05.08.26 | Pfizer Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 04.08.26 | Pfizer Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 30.07.26 | Pfizer Sector Perform | RBC Capital Markets |
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