SpaceX Aktie
WKN DE: A42D4F / ISIN: US84615Q1031
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17.06.2026 12:36:00
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Stratege warnt nach Debüt der SpaceX-Optionen vor hohen Risiken
• Marktstratege identifiziert hochpreisige Optionsprämien als Anzeichen für riskante Positionen
• Eingepreiste Wahrscheinlichkeiten signalisieren extreme Kursschwankungen in beide Richtungen
Optionsdebüt nach dem IPO: SpaceX bewegt den Terminmarkt
Die neu eingeführten Optionskontrakte auf das Raumfahrtunternehmen SpaceX haben an den US-Terminbörsen ein vielbeachtetes Handelsdebüt vollzogen. Nach dem jüngsten Börsengang des Technologiekonzerns stehen den Marktteilnehmern nun erstmals derivative Instrumente zur Verfügung, um auf die künftige Kursentwicklung zu setzen. Der Auftakt des Derivatehandels war dabei von einer außergewöhnlich hohen Aktivität geprägt, die das enorme Interesse an dem Papier widerspiegelt. Allerdings zeigt der Markt bereits am ersten Handelstag eine bemerkenswerte Struktur, die sich deutlich von gewöhnlichen Aktienstarts unterscheidet. Die ersten Notierungen der Optionen machen deutlich, wie gespalten die Erwartungen der Investoren bezüglich der kommenden Kursdynamik sind.
Warnung vor gefährlichen Extremrisiken
Ein prominenter Marktstratege äußerte sich im Gespräch mit dem US-Wirtschaftssender CNBC jedoch überaus skeptisch über die Aussagekraft der aktuellen Marktpreise. "Die größten Handelsgeschäfte wirkten zunehmend wie Absicherungsgeschäfte im Zusammenhang mit künftigen Angebotsrisiken", zitiert CNBC Susquehanna-Stratege Chris Murphy. "Kaufoptionen auf steigende Kurse (Upside-Calls) bilden die Nachfrage nach einem weiteren kräftigen Anstieg ab, während Verkaufsoptionen auf fallende Kurse (Downside-Puts) Sorgen hinsichtlich des Angebots nach Ablauf von Haltefristen (Lock-up-Fristen), Bewertungsrisiken und der Möglichkeit widerspiegeln, dass die anfängliche Begeisterung nach dem Börsengang nachlässt. Das Ergebnis ist eine schwierige Handelssituation. Die Optionen für extreme Kursbewegungen (die sogenannten 'Tails') erscheinen zu teuer für einen Kauf, aber auch zu riskant für einen Verkauf."
Auch Peter Boockvar, Chief Investment Officer bei One Point BFG Wealth Partners, äußerte sich kritisch. Investoren "handeln die Story, sie handeln die Kursbewegung, sie handeln die Begeisterung, sie handeln Elon Musk - aber irgendwann kommt der Moment der Wahrheit, in dem die Fundamentaldaten mit dieser Begeisterung in Einklang gebracht werden müssen", sagte er in der CNBC-Sendung "Squawk Box Asia". "Wenn sie liefern können, ist das Aufwärtspotenzial sicherlich vorhanden, aber die Bewertung ist so enorm, dass das Unternehmen tatsächlich beweisen muss, dass es in diese Bewertung hineinwachsen kann", fügte er hinzu. "Ich denke, das wird mindestens einige Jahre dauern."
Symmetrische Extremrisiken prägen das Kursbild
Die mathematische Auswertung der impliziten Volatilitäten bringt die Zerrissenheit der Marktteilnehmer präzise auf den Punkt. Laut Susquehanna war am ersten Handelstag der SpaceX-Optionen eine Wahrscheinlichkeit von rund 15 Prozent eingepreist, dass die Aktie um die Hälfte an Wert gewinnt. Gleichzeitig spiegelte der Markt jedoch eine ähnliche Wahrscheinlichkeit wider, dass das Papier in den nächsten drei Monaten die Hälfte seines Wertes verliert. Diese symmetrische Verteilung von extremen Kurschancen und ebenso extremen Verlustrisiken verdeutlicht, dass die Händler mit massiven Ausschlägen in beide Richtungen kalkulieren.
Aktienreaktion bleibt im Fokus der Preisfindung
Die Einführung der Optionen dürfte die Liquidität und die Preisfindung der Aktie nachhaltig beeinflussen, da institutionelle Investoren die Kontrakte nun zur Absicherung oder für gehebelte Richtungswetten nutzen können.
Bisher konnte die SpaceX-Aktie seit ihrem Börsengang vergangenen Freitag deutlich an Wert gewinnen. Am Dienstag legten die Anteilsscheine an der US-Technologiebörse NASDAQ um 4,83 Prozent auf 201,80 US-Dollar zu. Damit notierten sie fast 50 Prozent über ihrem Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Die Aktien von SpaceX waren zwischenzeitlich sogar so deutlich gestiegen, dass sie eine Marktkapitalisierung von fast 3 Billionen US-Dollar erreichten. Damit überholte das Unternehmen beim Börsenwert zeitweise die Tech-Riesen Amazon und Microsoft. Im vorbörslichen Handel notierten die Papiere 3,22 Prozent im Plus bei 208,30 US-Dollar.
Julia Walter, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.at
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