| 16.04.26 | Der Nahostkonflikt bestimmt die Kurse | |
| 08.04.26 | Zwischen Hoffen und Bangen | |
| 23.03.26 | Der Krieg und seine Folgen beherrschen die Märkte | |
| 18.03.26 | Börsen bleiben im Banne des Krieges | |
| 09.03.26 | Der Ölpreis drückt die Anlegerstimmung | |
| 02.03.26 | Flucht in sichere Häfen | |
| 23.02.26 | Positive Signale und politische Sorgen | |
| 17.02.26 | Patt zwischen Optimisten und Pessimisten | |
| 02.02.26 | Hoffnung auf die Berichtssaison | |
| 28.01.26 | Grönland vom Eis - Berichtssaison läuft |
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20.04.2026 14:21:00
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Verpuffte Friedenshoffnung
Rückblick: Von verhaltenem Optimismus zu Euphorie
Das sorgte in den ersten Handelstagen zunächst für eine verhalten optimistische Stimmung. Diese wurde am Freitagnachmittag dann aufgrund der Meldung, dass der Iran die Straße von Hormus wieder freigibt, von euphorischen Reaktionen abgelöst - zumal der Ölpreis deutlich unter Marke von 90 Dollar je Barrel fiel. Klassische Konjunkturdaten spielten an den Märkten dagegen nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle.
Indizes legen alle zu
In der Summe machte der Deutsche Aktienindex (Dax) in der Vorwoche 3,8 Prozent gut und ging am Freitag mit 24.702,24 Punkten aus dem Handel. Damit näherte er sich erstmals seit Beginn des Krieges wieder der Marke von 25.000 Punkten an. Der MDax legte wie bereits in der Vorwoche noch deutlich stärker zu. Er verbesserte sich um 5,2 Prozent auf 31.952,10 Zähler. Und der TecDax kletterte sogar um 6,6 Prozent auf 3.765,52 Punkte.
Zu den großen Gewinnern im Dax zählten Infineon mit einem Plus von 13,1 Prozent und SAP, die sich um 10,6 Prozent verbesserten. Dagegen gaben konservative Titel wie RWE (-4,8 Prozent) und E.ON (-3,3 Prozent) deutlich nach. Im MDax schossen Delivery Hero um 23,1 Prozent nach oben. Grund dafür war unter anderem die Meldung, dass Großaktionär Prosus einen Anteil von 4,5 Prozent an Delivery Hero an Uber verkauft hat.
Anleihen: Markt dreht deutlich ins Plus
Ähnlich wie an den Aktienmärkten reagierten auch die Anleger am Rentenmarkt am Freitag im späteren Handel mit Käufen auf die Meldung, dass der Iran die Straße von Hormus wieder geöffnet hat. Nachdem in den Tagen zuvor das Geschäft von großer Vorsicht geprägt war, drehte der Rentenmarkt dadurch im Wochenvergleich deutlich ins Plus. Dadurch sank die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe wieder unter die die Marke von 3,0 Prozent. Im späten Freitagshandel wurde sie mit 2,96 Prozent errechnet. Damit warf sie 9 Hundertstel weniger ab als eine Woche zuvor. Die bereits am Freitagmittag ermittelte Umlaufrendite gab im Wochenvergleich dagegen lediglich um einen Basispunkt auf 2,99 Prozent nach.
USA: Der Irankonflikt wird überspielt
Noch deutlicher als die deutschen Aktienmärkte haben die US-Börsen das Thema Iran-Krieg abgehakt. "Die Anleger blicken inzwischen über den Konflikt hinaus", kommentierte ein Analyst das Geschehen an der Wall Street. In Zahlen bedeutete dies, dass der Dow-Jones-Index in der vergangenen Woche um 3,2 Prozent auf 49.447,43 Zähler kletterte. Der marktbreitere S&P-500-Index sprang um 4,5 Prozent nach oben und schloss am Freitag auf einem Rekord-Hoch von 7.126,06 Punkten. Auch der technologielastige Nasdaq Composite schloss am Freitag auf einem neuen Rekordhoch. Sein Schlussstand von 24.468,48 Punkten bedeutete ein Wochenplus von 6,8 Prozent. Gleichzeitig kam er zum ersten Mal seit 1992 auf 13 Handelstage am Stück mit Gewinnen.
Ausblick: Auf der Euphorie-Bremse
Angesichts der jüngsten Meldungen in Sachen Iran-Krieg vom Samstag und Sonntag, dürften sich viele Anleger zumindest zu Wochenanfang die Frage stellen, ob sie am Freitag nicht zu euphorisch auf die Nachricht über die Wiederöffnung der Straße von Hormus reagiert haben. Denn bekanntlich hat der Iran diese nach noch nicht einmal 24 Stunden wieder geschlossen und obendrein dementiert, dass die Friedensgespräche mit den USA wieder aufgenommen würden. War also alles nur heiße Luft? Fakt ist, dass die Börsianer auch in den kommenden Tagen zwischen Hoffen und Bangen schwanken werden und der Konflikt und seine wirtschaftlichen Folgen damit das Geschehen am Aktien- und am Rentenmarkt auch weiterhin dominieren dürften.
Einfluss auf die Konjunkturdaten
In diesem Zusammenhang könnten auch einige Konjunkturdaten in den Blickpunkt rücken, da diese zunehmend auch die Auswirkungen des Krieges auf die Stimmungslage und das reale Wirtschaftsgeschehen widerspiegeln werden. Dies gilt insbesondere für die ZEW-Konjunkturerwartungen, die am Dienstag veröffentlicht werden, und für den neuesten Ifo-Geschäftsklimaindex, der für Freitag im Kalender steht.
Auch in Deutschland läuft die Berichtssaison an
Darüber hinaus dürfte sich der Blick der Anleger auf die nun auch in Deutschland langsam anlaufende Quartalsberichts- und Hauptversammlungssaison richten. So veröffentlicht am Donnerstag das Dax-Schwergewicht SAP seine neuen Quartalszahlen, während ebenfalls am Donnerstag Beiersdorf und E.ON und am Freitag Bayer ihre Aktionäre zur Hauptversammlung laden.
In den USA ist derweil die Quartalsberichtssaison in vollem Gang. Besonders interessant wird es hier zur Wochenmitte. Denn am Mittwoch veröffentlichen unter anderem Tesla, der Flugzeugbauer Boeing und Texas Instruments ihre Zahlen; am Donnerstag folgen unter anderem American Express und Intel.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 20.04: Erzeugerpreisindex für Deutschland.
Dienstag, 21.04: ZEW-Konjunkturwartungen für Deutschland und die Eurozone; ADP-Beschäftigungsänderungen (USA); Entwicklung der Einzelhandelsumsätze in den USA.
Mittwoch, 22.04: Entwicklung des Verbrauchervertrauens in der Eurozone.
Donnerstag, 23.04: HCOB EMI Composite und HCOB EMI für Dienstleistungen für die Eurozone; Erstanträge Arbeitslosenunterstützung in den USA; S&P Global EMI Dienstleistungen und S&P Global EMI Gesamtindex für die USA.
Freitag, 24.04: Ifo-Geschäftsklimaindex (Deutschland); Uni-Michigan Verbrauchervertrauen; Uni-Michigan Inflationserwartungen der US-Verbraucher (1 Jahr).
Ulrich Kirstein ist Pressesprecher der Börse gettex. Der Betriebswirt und Kunsthistoriker schreibt über Literatur und Börse, interviewt alle 14 Tage in Börse am Donnerstag den Leiter Marktsteuerung und hat u.a. mit Christine Bortenlänger Börse für Dummies und Aktien für Dummies verfasst.
Ulrich Kirstein ist Pressesprecher der Börse gettex. Der Betriebswirt und Kunsthistoriker schreibt über Literatur und Börse, interviewt alle 14 Tage in Börse am Donnerstag den Leiter Marktsteuerung und hat u.a. mit Christine Bortenlänger Börse für Dummies und Aktien für Dummies verfasst.
Ulrich Kirstein ist Pressesprecher der Börse gettex. Der Betriebswirt und Kunsthistoriker schreibt über Literatur und Börse, interviewt alle 14 Tage in Börse am Donnerstag den Leiter Marktsteuerung und hat u.a. mit Christine Bortenlänger Börse für Dummies und Aktien für Dummies verfasst.
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