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Apple Aktie
WKN: 865985 / ISIN: US0378331005
| Klumpenrisiko |
15.02.2026 16:16:00
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MSCI World ETF 2026: Diese Risiken müssen Anleger jetzt beachten
• Die zehn größten Positionen machten zum Jahreswechsel 2025/26 rund 27 Prozent des gesamten Fondsvolumens aus
• Der US-Anteil liegt bei mehr als 70 Prozent
Historisches Klumpenrisiko: Wenige Titel bestimmen die Entwicklung
Der MSCI World Index, auf dem die gleichnamigen ETFs vieler Anbieber basieren, konnte im Jahr 2025 um rund 22 Prozent zulegen. Doch hinter der soliden Performance verbirgt sich eine strukturelle Problematik, die Anleger zunehmend beunruhigt: Der vermeintlich breit gestreute Welt-ETF ist faktisch zu einer konzentrierten Wette auf US-Technologiekonzerne geworden.
So machten etwa laut den offiziellen Fondsdaten des ETF-Anbieters iShares allein die zehn größten Positionen zum Jahreswechsel 2025/26 rund 27 Prozent des gesamten Fondsvolumens aus. Angeführt wird die Liste dabei von NVIDIA mit etwa 5,5 Prozent, gefolgt von Apple mit rund 4,9 Prozent und Microsoft mit etwa 4,1 Prozent Anteil am gesamten ETF-Volumen. Die sogenannten "Magnificent Seven", also NVIDIA, Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und Tesla, beanspruchen zusammen gar mehr als ein Fünftel des gesamten Index. Insgesamt machen Unternehmen aus den USA mittlerweile sogar mehr als 70 Prozent des ETFs aus. Wie das Handelsblatt in einer Analyse vom Januar 2026 schreibt, sei genau das in früheren Jahren einer der Hauptgründe gewesen, wieso der MSCI World so gut gelaufen sei, nun werde die starke Gewichtung von US-Werten jedoch zunehmend zum Risiko.
Dollar-Schwäche und schwächere Performance als andere Indizes
Wie Ali Marsawah, Geschäftsführer der Anlageberatung Envestor, gegenüber dem Handelsblatt erklärte, greife ein reiner Blick auf die Performance des MSCI World im vergangenen Jahr zu kurz. Für Anleger im Euro-Raum sei die Rendite wegen des schwachen US-Dollars mehr als halbiert worden.
Hinzu kommt: Der MSCI World hat 2025 schlechter abgeschnitten als andere große MSCI-Indizes. Während der MSCI World auf ein Plus von 21,6 Prozent kam, legten der MSCI Emerging Markets um 34,4 Prozent und der MSCI European and Economic Monetary Union sogar um 40,3 Prozent zu.
Marsawah sieht zudem ein grundlegendes Problem: Im Sinne der Diversifizierung sei ein MSCI-World-ETF in den vergangenen Jahren keine gute Wahl mehr gewesen. Wer Anlagerisiken auf mehrere Märkte aufteilen wolle, erreiche das mit einem Investment in den MSCI World allein nicht mehr.
Experten raten zu breiterer Streuung
Michelle Gibley, Direktorin für International Equity Research beim US-Broker Charles Schwab, geht in ihrem Ausblick für 2026 sogar noch einen Schritt weiter: Die Zeit der US-Dominanz an den Märkten könnte vorerst vorbei sein. Sie rät Anlegern daher, verstärkt auf ETFs ohne US-Anteil zu setzen. Japan und Deutschland könnten aufgrund ihrer Stimulusmaßnahmen ein deutliches Wachstum verzeichnen, zudem dürfte sich Chinas Wette auf verschiedene Technologiesektoren auszahlen, argumentiert sie in einem Beitrag auf der Webseite des Brokers.
Ein weiteres Risiko bleibt die Frage, ob sich die großen KI-Investitionen der US-Tech-Konzerne wie Meta, Google oder NVIDIA tatsächlich auszahlen werden. Da diese Unternehmen einen großen Anteil am MSCI World ausmachen, würden starke Kursverluste dieser Aktien auch ETFs auf den MSCI World in Mitleidenschaft ziehen.
Anleger, die das Klumpenrisiko im eigenen Depot reduzieren möchten, können auf verschiedene Strategien zurückgreifen: Eine Möglichkeit besteht in der Beimischung eines MSCI World ex USA, der US-Aktien konsequent ausschließt. Alternativ bieten der MSCI ACWI oder der FTSE All-World durch die zusätzliche Abdeckung von Schwellenländern eine breitere geografische Streuung. Denn auch Schwellenländer wie China und Indien böten laut JPMorgan interessante Wachstumschancen.
D. Maier / Redaktion finanzen.at
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